Gelsenkirchener Schausteller unterhalten Senioren mit Orgelmusik
100-jährige Kirmes-Konzertorgel tourt durch die Stadt

Viele der Senioren zog es am Seniorenhaus der Stadt Gelsenkirchen an der Schmidtmannstraße ins Freie, um der Orgel möglichst nahe zu sein, natürlich immer mit dem entsprechenden Abstand zueinander.  | Foto: Gerd Kaemper
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  • Viele der Senioren zog es am Seniorenhaus der Stadt Gelsenkirchen an der Schmidtmannstraße ins Freie, um der Orgel möglichst nahe zu sein, natürlich immer mit dem entsprechenden Abstand zueinander.
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Sie ist eine echt alte Dame, die Kirmes-Konzertorgel der Firma A. Ruth & Sohn Waldkirchen, die im Jahr 1920 erbaut wurde. Und doch erfreut sie mit ihren 60 Titeln, die sich auf mehr als 700 Metern Notenblatt befinden, noch heute die Senioren in Gelsenkirchen, die unter der Corona-Kontaktsperre leiden.

Denn die Gelsenkirchener Schausteller um Familie Arens haben sich dazu entschlossen, den älteren Menschen in unserer Stadt in der schweren Zeit eine Freude zu bereiten und sie davon abzulenken, dass Kinder und Enkelkinder sie nicht besuchen können. Dazu gingen sie mit der Orgel auf eine Tour durch die Stadt und zu vier Senioreneinrichtungen.
Die Orgel ist eine echte Gelsenkirchenerin, denn sie wurde 1920 von Karl Ruppert erworben und nach seinem Tod im Jahr 1974 an seinen
Sohn Hubert weitervererbt. 2013 erbten sie dann Petra Arens geborene Ruppert und ihr Mann Karl, die sie bereits wiederum ihren Söhnen Jeffrey und Ricardo versprachen. Somit befindet sich das prachtvolle Instrument seit vier Generationen im Familienbesitz.
Sicherlich erinnerte sich noch so mancher der Senioren aus dem Haus Marienfried, dem Awo-Seniorenzentrum am Marie-Juchacz-Weg oder den Seniorenhäusern der Stadt Gelsenkirchen, wie dem an der Schmidtmannstraße, an die Orgel, die in früheren Zeiten fester Bestandteil jedes Kirmesgeschehens in Gelsenkirchen war. Umso größer dürfte darum auch die Freude gewesen sein, ein Stück Nostalgie, zum Leben erweckt, spielen zu hören.
Initiatoren der Orgeltour sind die Gelsenkirchener Schausteller und Volksfestveranstalter Karl und Jeffrey Arens. Unterstützt wird die Aktion von Stadtdirektorin Karin Welge, Sozialdezernent Luidger Wolterhoff und den Vorsitzenden des Sozialauschusses Lutz Dworzak.
"Es ist eine tolle Aktion, die Vater und Sohn hier auf die Beine gestellt haben", freut sich Lutz Dworzak, "insbesondere da die Schausteller selbst schwer unter der aktuellen Situation leiden und keine Einnahmen erzielen".
In den nächsten Tagen erreicht die "Orgel-Tour" auch die umliegenden Städte.

Viele der Senioren zog es am Seniorenhaus der Stadt Gelsenkirchen an der Schmidtmannstraße ins Freie, um der Orgel möglichst nahe zu sein, natürlich immer mit dem entsprechenden Abstand zueinander.  | Foto: Gerd Kaemper
Die anderen Senioren wohnten dem musikalischen Gastspiel von den Balkonen aus bei und hatten viel Spaß an diesem nostalgischen Besuch. | Foto: Gerd Kaemper
Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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