Team ist vorbereitet auf Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien
Das „Fit Kids“-Siegel für Arzt Mobil

Sozialpädagogin Hannah Hannich von Fit Kids Wesel übergab das „Fit Kids“-Siegel die Diplom Sozialpädagoginnen Karin Schneider und Daniela Wolf vom PSB des Arzt Mobil sowie die Sozialarbeiterinnen und Streetworkerinnen Georgina Radons und Jennifer Ruhnau. Über die Auszeichnung freuten sich auch der  Vorstandsvorsitzende von Arzt Mobil Dr. Wolfgang Nolte  und Sozialdezernent Luidger Wolterhoff. Foto: Gerd Kaemper
  • Sozialpädagogin Hannah Hannich von Fit Kids Wesel übergab das „Fit Kids“-Siegel die Diplom Sozialpädagoginnen Karin Schneider und Daniela Wolf vom PSB des Arzt Mobil sowie die Sozialarbeiterinnen und Streetworkerinnen Georgina Radons und Jennifer Ruhnau. Über die Auszeichnung freuten sich auch der Vorstandsvorsitzende von Arzt Mobil Dr. Wolfgang Nolte und Sozialdezernent Luidger Wolterhoff. Foto: Gerd Kaemper
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Das Team von Arzt Mobil Gelsenkirchen nimmt seit September 2016 an dem Programm „Fit Kids - Netze knüpfen für Kinder substituierter Eltern“ teil und wurde dafür nun mit dem „Fit Kids Siegel“ ausgezeichnet.

Das Team des Vereins "Arzt Mobil" hat im Rahmen von insgesamt zehn Terminen an einem Coaching der Drogenberatungsstelle Wesel teilgenommen und dadurch die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, insbesondere mit dem Jugendamt Gelsenkirchen intensiviert. Durch das Fit Kids Programm konnten die Mitarbeiterinnen ein Bewusstsein dafür entwickeln, was der Verein im Hinblick auf Kinder aus suchtbelasteten Familien bereits leistet.
Da die Mitarbeiterinnen von Arzt Mobil in ihrer alltäglichen Arbeit auch mit Klienten arbeiten, die Eltern sind, haben sie es sich zum Ziel gemacht, die Kinder aus suchtbelasteten Familien stärker in den Blick zu nehmen und zu stärken.
Die Hauptaufgabe des Vereins besteht in der Beratung und Begleitung von erwachsenen drogenabhängigen Menschen. Gleichwohl sehen sich die Mitarbeiterinnen als Bindeglied zwischen der Klientel und den verschiedenen anderen Institutionen. Sucht betrifft nicht nur den Einzelnen, sondern das ganze (familiäre) System. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Gelsenkirchen wurde während des Begleitzeitraums intensiviert um bessere Strukturen für eine gelungene Unterstützung für die betroffenen Familien zu schaffen. Als Multiplikatoren ist es den Mitarbeiterinnen weiterhin ein Anliegen, sich selbst und andere Institutionen für das Thema zu sensibilisieren.
In der Psychosozialen Begleitung (PSB) werden bis zu 350 Personen beraten. Durchschnittlich jeder zweite Klient in der PSB ist Elternteil. Jedoch wohnt nur ein kleiner Anteil dieser Kinder dauerhaft im Haushalt der Eltern. Die Mitarbeiterinnen dokumentieren in den Beratungsgesprächen, ob die Klienten Kinder haben (wenn ja, wie viele und das Alter der Kinder).
Die Elternschaft wird in der Beratung ganz offen thematisiert, Gesprächsgegenstand kann beispielsweise die Vater/Mutterrolle und das Verhältnis zu dem Kind/den Kindern sein. Die Beraterinnen schätzen in den Gesprächen die Lebenssituation der Kinder ein, soweit dies möglich ist. Oftmals sind die Klienten selbst Kinder suchtmittelabhängiger Eltern gewesen.
Die Beraterinnen gehen davon aus, dass auch ein drogenabhängiger Mensch eine gute Mutter/ein guter Vater sein kann und will, der Blick ist dabei auf die individuelle Lebenssituation gerichtet.
Die Position welche die Mitarbeiterinnen einnehmen, ist allparteilich/neutral. Das bedeutet auch, dass man sich immer wieder in einer Spagatstellung befindet: Die Interessen der Klientel wahrnehmen versus die Interessen der Kinder wahrnehmen. In der Beratung zeigen die Beraterinnen Verständnis für die Lebenswelt der Klientel und ihrer Kinder, ohne zwangsläufig damit einverstanden zu sein. Es wird auf einen sensiblen Umgang mit der Biografie der Klientel (Verlust von Kindern durch Inobhutnahme, eigene traumatische Kindheitserlebnisse…) geachtet. In der Beratung sind die Mitarbeiterinnen auch manchmal ein Ventil für Trauer und/oder Aggressionen.

Über Arzt Mobil

Vor 20 Jahren wurde der Verein Arzt Mobil Gelsenkirchen gegründet und ist seitdem stetig gewachsen um die Bedarfe in der Stadt Gelsenkirchen zu erfassen und einen Beitrag für die Bürger zu leisten.
Damit sind auch die „kleinen Bürger“ der Stadt Gelsenkirchen gemeint. Für die Optimierung des Angebots für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien möchte Arzt Mobil Gelsenkirchen mit Informationsaustausch und Vernetzungsarbeit beitragen.
Die Ärztin erreicht im Jahr bis zu 250 Patienten. Die Fachkräfte für Psychosoziale Begleitung beraten jährlich bis zu 350 Klienten, die von illegalen Drogen abhängig und größtenteils substituiert werden. Die drei Streetworkerinnen erreichen über 220 Menschen in der „Szene“.
Arzt Mobil Gelsenkirchen hat zum Ziel, mit der aufsuchenden medizinischen und psychosozialen Hilfe, die Behandlungsbereitschaft von drogenabhängigen Menschen zu wecken und in weiterführende, insbesondere suchttherapeutische Hilfen zu vermitteln. Vor allem schafft das Team von Arzt Mobil Gelsenkirchen einen verlässlichen Kontakt zu einer Zielgruppe, die eher ausgegrenzt lebt und von Stigmatisierung betroffen ist. Über Arzt Mobil

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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