„Eitelkeit geht oft vor Sicherheit“ - Ein Helm verhindert keinen Unfall, aber er kann Leben retten

Für Melanie Meyrat-Stegner geht die Sicherheit vor, auch wenn die Frisur eventuell darunter leiden muss. Sie trägt als gutes Vorbild für ihren kleinen Sohn einen Helm beim Fahrradfahren und rät allen Radlern dazu. Foto: Gerd Kaemper
  • Für Melanie Meyrat-Stegner geht die Sicherheit vor, auch wenn die Frisur eventuell darunter leiden muss. Sie trägt als gutes Vorbild für ihren kleinen Sohn einen Helm beim Fahrradfahren und rät allen Radlern dazu. Foto: Gerd Kaemper
  • hochgeladen von silke sobotta

GE. Die Idee zur Einführung des Stadthelms Gelsenkirchen entstand beim Präventionsrat der Stadt Gelsenkirchen, der von der Kinderneurologie-Hilfe Gelsenkirchen über die Folgen von Unfällen aufgeklärt wurde. Zahlen, die der Automobilclub Europa in seinem Kreisverband Gelsenkirchen ermittelte, beweisen, dass Melanie Meyrat-Stegner, die Geschäftsführerin von Seiten der Stadt im Präventionsrat (daneben gibt es einen Geschäftsführer von der Polizei, Anm.d.Red.) recht hat, wenn sie sagt: „Eitelkeit geht oft vor Sicherheit.“
Der ACE hat an acht Schulen – Hauptschule Frankamp- und Mehringstraße, Realschule Mühlenstraße und Gerhart-Hauptmann-Realschule, Gesamtschule Berger Feld und Horst sowie Leibniz- und Max-Planck-Gymnasium – fast 400 SchülerInnen getestet, die mit dem Fahrrad zur Schule kamen. Dabei wurde ermittelt, dass 71% keinen Helm trugen. „Aus unserer Sicht ein erschreckendes Ergebnis, da überall über die erheblichen Gefahren beim Sturz informiert wird“, zeigt sich ACE-Vorstandsmitglied Wolfgang Neuhaus entsetzt.
Viele SchülerInnen hatten einen Helm dabei, was den Testern bewies, dass die Eltern auf den Helm achten, die Jugendlichen ihn aber nicht tragen. Dieser Eitelkeit steht entgegen, dass im Jahre 2009 deutschlandweit 11.067 Kinder mit ihrem Fahrrad verunglückten. 85% aller Fahrradunfälle enden mit Kopfverletzungen.
Melanie Meyrat-Stegner dazu: „Wenn man alle Altersgruppen berücksichtigt, trugen nur 9% aller Fahrradfahrer im Jahr 2010 einen Helm. Bei den Kindern zwischen sechs und zehn Jahren liegt die Quote noch bei 38%, bei den elf- bis 16-Jährigen sind es nur 15% und ab dem 17. Lebensjahr sogar nur noch 3 bis 8%. Vermutlich sehen die über 17-Jährigen es als ein Zeichen der Reife, dass sie wie die meisten Erwachsenen keinen Helm mehr tragen. Das gilt es auch zu ändern, denn die Erwachsenen sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und ihr behelmtes Kind auf dem Fahrrad nicht helmlos begleiten.“
Aber: Der Helm sollte auch kein Dauerzustand werden. Übervorsichtige Eltern können ihre Kinder mit dem Helm beim Spielen auf Klettergerüsten sogar in Gefahr bringen, weil diese sich gefährliche Verletzungen zuziehen können, wenn sie mit dem Helm hängenbleiben.
Die Empfehlung von Polizei und Präventionsrat an sich geht dahin, dass ein Fahrradhelm passgenau sein muss und einen Tragekomfort bieten sollte, der auch zu seiner Akzeptanz beiträgt. Ansonsten gilt: Auch der schlechteste Helm ist besser als keiner!
Als Tipp gibt Meyrat-Stegner den Hinweis, dass der Helm der Euro-Norm EN 1078 (CE) entsprechen sollte. Dieser Norm entspricht der Stadthelm Gelsenkirchen, den es in zwei Größen (M=52-57, L=56-62) derzeit nur bei Fahrrad XXL Meinhövel am Nordring zu kaufen gibt.
Der Stadtspiegel verlost mit dem Präventionsrat der Stadt Gelsenkirchen drei „Stadthelme Gelsenkirchen“. Die Helme liegen in der Größe M und L vor und sind geeignet und werden verlost an Kinder ab zehn Jahren. Wer einen Helm gewinnen möchte, sollte eine Postkarte mit Angabe des Alters und der Helmgröße des Kindes an den Stadtspiegel, Florastraße 6, 45879 Gelsenkirchen schicken. Einsendeschluss ist Samstag, der 6. August. Die Helme werden unter allen Einsendungen ausgelost. Viel Glück!

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