Mega-Truck der Metall- und Elektroindustrie für Berufsorientierung

So sieht der Mega-Mitmach-Truck aus. Foto: Raphael Wiesweg
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1,2 Millionen Euro kostet die Fertigstellung eines Mega-Mitmach-Trucks. Zehn Stück davon rollen durch Deutschland, zwei durch NRW und einer war nun zu Gast in Gelsenkirchen. Die Metall- und Elektroindustrie macht gegen den Fachkräftemangel mobil und scheut dafür keine Mühen und Kosten.

Zwei Stockwerke, 80 Quadratmeter und nebst dem Personal, das den Interessierten die Theorie und Praxis näher bringt, auch speziell ausgebildete LKW-Fahrer, die diesen Riesen fahren können: Auf dem Gelände des Unternehmens „ZF TRW“ an der Freiliggrathstraße war ein Info-Truck angerollt, der deutschlandweit seinesgleichen sucht.

„M+E-Info Mobil“ informiert seit 25 Jahren an Schulen und auf Messen

Kein Wunder, denn das „M+E-Info Mobil“ der Metall- und Elektroindustrie, das bereits seit 25 Jahren an Schulen und Messen aktiv ist, soll dabei helfen, gegen den Fachkräftemangel anzukämpfen, der laut Michael Grütering, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe, zwar noch nicht in Gelsenkirchen angekommen ist, aber auch dort bevorsteht. Deswegen will Grütering Arbeitsplätze Schülern schmackhaft machen. „Für Deutschland ist diese Branche nach wie vor die Wichtigste, aber wir haben bei vielen Positionen echte Not und brauchen dringend Verstärkung, nach der wir händeringend suchen.“

Moderator Christoph Sochart sprach über die ersten Eindrücke des XXL-Trucks nicht umsonst von einer „Rockshow oder einem Formel 1-Feeling“. Frank Baranowski zeigte sich wie die jungen Schüler beeindruckt. „Es ist auffällig, dass man die Schüler mit einer altersangemessenen, einer multimedialen Technik versucht abzuholen. Bildschirme machen solche Berufe spannender und hochwertiger. So muss es sein“, sagte der Oberbürgermeister, nachdem er sich in beiden Stockwerken alles ganz genau angeschaut hatte, in denen neben den vielen überdimensional großen Bildschirmen unter anderem eine Computer-gesteuerte Fräßmaschine, mit der man aus verschiedenen Materialien ein Werkstück fertigstellen konnte, ebenso zur Verfügung stand, wie ein Aufzugmodell, das veranschaulichen konnte, wie eine IT-Steuerung die Wartezeit reduzieren kann.

Um den Oberbürgermeister herum saßen Lena (15) und Jan (15), die derzeit die zehnte Klasse an der Gesamtschule Berger Feld besuchen. „Mir hat der Besuch im Truck besonders gut gefallen, weil ich heute eine Chance bekommen habe, mich genauer zu informieren, welche Richtung ich einschlagen möchte und mich auch ausprobieren konnte“, sagte Lena. Jan stimmte ihr zu. „Jeder konnte heute sehen, dass Programmierung mehr bedeutet, als nur ein paar Knöpfe zur drücken. Außerdem sind viele Maschinen gar nicht so groß. Im Gegenteil. Sie werden immer kleiner und trotzdem leistungsfähiger.“

„Diese frühe Orientierung für junge Schüler hat eine unglaubliche Bedeutung“, freute sich Dirk Schulz über den Effekt bei den Schülern. „Sie sind unsere späteren Akteure, die wir suchen und ausbilden wollen. Daher kann es nie zu früh sein, ihnen zu zeigen, was möglich ist. Selbst, wenn ein Schüler heute nach Hause geht und sagt ‚Das will ich nicht machen‘, dann haben wir alles genau richtig gemacht, denn es wurde eine Entscheidung getroffen“, so der Personalleiter von ZF TRW.

Schalkes Felix Platte zu Besuch im Mega-Mitmach-Truck

Lena und Jan sind nur zwei von 110 Schülern aus den Jahrgängen Acht, Neun, Zehn und Elf gewesen, die an einem Tag im Drei-Stunden-Takt mit Bussen von der Gesamtschule Berger Feld zur Freiligrathstraße und zurück gefahren wurden. „Ich bin schwer beeindruckt. Die Schüler konnten heute konkret, frühzeitig und unterhaltsam mit einem möglichen Wunsch-Beruf in Kontakt treten. Diese frühzeitige Konfrontation ist der Plan unserer Schule, mit dem man nie früh genug anfangen kann“, stimmte Jochen Herrmann, Schulleiter der Gesamtschule Berger Feld, Schulz zu.

Wie wichtig eine frühzeitige Planung ist, bestätigte auch Felix Platte. Der Fußball-Profi des FC Schalke 04 besuchte ebenfalls den Truck. Der 19-Jährige spielte nach sechs Monaten Verletzungspause im Revierderby erstmals wieder für Schalke. „Es ist sehr wichtig, einen Plan B zu haben. Den braucht jeder, auch wir Fußballer, weil Plan A schnell vorbei sein kann. Ich wollte zwar nicht wie mein Vater Kfz-Mechaniker werden. Aber ich habe nach der zwölften Klasse die Schule abgebrochen, weswegen ich noch ein Praktikum im Schalke-Fanshop nachgeholt habe, um später studieren zu können.“

Autor:

Raphael Wiesweg aus Gelsenkirchen

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