Mehr Praxisansichten für Lehrer im MakerSpace der Westfälischen Hochschule
Weg in die Zukunft

Löten, bauen, konzipieren: Im MakerSpace geht nicht alles, aber einiges. | Foto: Maximilian Czelinski
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  • Löten, bauen, konzipieren: Im MakerSpace geht nicht alles, aber einiges.
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Auf 300 Quadratmetern bietet die Westfälische Hochschule einen MakerSpace, quasi einen kreativen Ort für Herstellung auf ihrem Campus. Hier können dynamische Netzwerke geknüpft, Konzepte erstellt und technische Projekte effektiv erarbeitet werden.

Eine Klasse der Gesamtschule Horst, die im Bereich Lernscouting mit der Westfälischen Hochschule schon länger kooperiert, hat im Technik-unterricht beispielsweise eine Solartankstelle in der Halle 1 der Hochschule konstruiert.
Technik- und Physik-Lehrer Eyüp Saf weiß, dass der praxisbezogene Unterricht sehr gut bei den Schülern ankommt: "Schon am ersten Tag sah man das Funkeln in den Augen. Die Wissbegierigkeit, die Freude konnte man sehen." Und das positive Gefühl ebbte nicht ab. "Jede Woche noch der selbe Effekt", bestätigt der 38-jährige Lehrer, der aus dem Ingenieursbereich kommt.
Im MakerSpace können den Schülern für deren Projekte auch Mittel, Roboter, Werkzeuge, eben die gesamte Infrastruktur geboten werden.

Schüler begeistert: "Handy laden mit Sonnenstrahlen!"

"Die lassen keine Wünsche offen", sagt Saf. Nachdem zuvor nur die Oberstufenschüler in den Genuss kamen, dort zu lernen, stehen die Türen nun auch anderen Klassen offen.
Auf die Idee der Solartankstelle kam Saf zusammen mit seinen Schülern. Das Problem wurde erkannt, dass man nicht genügend Handy-Lademöglichkeiten im Pausenraum hat. "Da haben wir gesagt: Okay, dann entwickeln wir eine Idee, wie das mit Solartechnik gehen kann."

Handyladestationen sollen sogar abschließbar sein

Dann ging's um die Frage, wie es aussehen soll. Denn die Fächer für die Handyladestationen sollten abschließbar sein. Der Rahmen wurde aus Aluprofilen erstellt, außen Solarzellen, innen Verkabelung und Technik - schnell wuchs das Projekt. Nun müssen noch die Fächer gebaut werden. "Wir haben einen großen Speicher mit 600 Watt Batterieleistung", gibt der Techniklehrer ein paar Eckdaten preis. In den Pausen könne man bei 35 Minuten Zeit maximal 1/10 der Leistung umsetzen. Damit bleibe immer noch ein "super Puffer für dunkle Tage."
Doch das schönste sei der Synergieeffekt, dass Schüler, die das gebaut haben, anderen Schülern erklären, wie die Solartankstelle funktioniert - für Powerbanks, Handys, Bluetoothgeräte und ein Steckplatz ist sogar für E-Scooter vorgesehen. Hier geht's gewaltig in Richtung Zukunft.
Maximilian Czelinski, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektmanager MakerSpace, sieht einen Trend dahingehend, dass ein solcher praxisorientierter Unterricht angeboten wird. In Halle 1 könne man zwar nur Anschauungsbeispiele - wie in dem Fall der Kooperation mit der Gesamtschule Horst - geben, aber ganze Unterrichtsreihen können hier nicht stattfinden.

Schulen sollten sich solche Räume einrichten

"Wir sind keine Schule, sondern nur ein Raum, unser Konzept sollte aber von den Schulen nachgeahmt werden", erklärt Czelinski.
Die Schulen sollten sich selber solche Räume einrichten, wozu sie aktuell immer mehr die Freiheit bekommen. Die Westfälische Hochschule wolle die Lehrer "als Hebel" erreichen. Sie könnten hier einen Eindruck vom technisch Machbaren gewinnen und diesen in die Schulen hineintragen.

Löten, bauen, konzipieren: Im MakerSpace geht nicht alles, aber einiges. | Foto: Maximilian Czelinski
 Ob Robotik oder 3D-Drucker: In einem Raum der kreativen Köpfe kann nicht nur Wissen, sondern gebrauchsfähige Technik erarbeitet werden. | Foto: Maximilian Czelinski
Autor:

Harald Landgraf aus Dinslaken

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