André Breitenreiter gibt Einblick in seine Gefühlswelt

Schalke-Trainer André Breitenreiter stimmen die Ereignisse insbesondere in Hannover nachdenklich.
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  • Foto: Gerd Kaemper
  • hochgeladen von Raphael Wiesweg

Schalke-Trainer André Breitenreiter wird nicht immer von allen für seine offene und geradlinige Art geliebt. Er sei nicht mehr in der kleinen Welt von Havelse oder Paderborn, heißt es immer wieder. Doch sein Rückblick auf die Hannover-Vorkommnisse lassen ihn menschlicher denn je wirken.

Breitenreiter richtete sich auf, überlegte kurz und antwortete dann zunächst nur knapp mit „Ja“ gegenüber dem Stadtspiegel Gelsenkirchen, ob er wegen der Vorkommnisse in Paris und Hannover mit einem anderen Gefühl in das nächste Spiel gehe. In dem Moment arbeitete es sichtlich in dem 42-Jährigen, der seine erste Antwort nach einer kurzen Denkpause ausführlich begründete. „Ich möchte einen Einblick in meine Gefühlswelt geben“, waren seine nächsten Worte, die schon erahnen ließen, wie nahe die Geschehnisse dem Schalke-Trainer gehen. Wie nah er selbst tatsächlich betroffen war, ahnte zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand!

Breitenreiter: „Mein Sohn weinte vor Angst“

Denn: André Breitenreiter war mit seiner Frau Claudia und Sohn Emil (13) am vergangenen Dienstagabend auf dem Weg zum Stadion von Hannover, weil die Familie sich gemeinsam das Länderspiel zwischen Deutschland und der Niederlande anschauen wollte. „Auf dem Weg dorthin erhielten wir die Nachricht, dass das Spiel aus Sicherheitsgründen abgesagt wurde. Wir haben schnellstmöglich den Weg nach Hause gesucht. Mein Sohn hat vor Angst geweint.“ Dieser Moment änderte den Blick auf die Terror-Anschläge in Paris nochmals gewaltig. „Bei den Anschlägen am Freitag saß man nur am Fernseher und hat sich gedacht, dass alles so weit weg ist. Der Dienstag danach hat aber gezeigt, wie nah wir tatsächlich dran sind. Das ist schon ein brutaler Eingriff in die Lebensqualität und Freiheit, die wir hier genießen.“

Breitenreiter: „Hannover war am Dienstag der sicherste Ort“

Der Schalke-Trainer betonte, dass er und die Mannschaft keine Angst haben. „Angst hat keiner, weil keiner paranoid ist. Sonst dürfte keiner mehr rausgehen. Keiner ist gehemmt und wir können das gut trennen und uns professionell auf das Spiel gegen den FC Bayern München vorbereiten. Aber dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl, wenngleich Hannover am Dienstag der sicherste Ort war, weil jeder wusste, welche Politiker sich alle angekündigt hatten. Trotzdem möchte ich in Zukunft mit meinen Kindern Spaß haben und Konzerte mit ihnen besuchen.“

Worte, die Breitenreiter in einem längeren Monolog vor der gesamte Presse sprach. Das Medienzentrum des S04 lauschte ganz genau. Nicht wenige fühlten mit dem Schalke-Trainer, der trotz des Spiels, das bevorsteht, aufzeigte, wie unwichtig der Fußball sein kann.

Autor:

Raphael Wiesweg aus Gelsenkirchen

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