Gefahrenquelle Marathon?

Sie wollen doch nur laufen, denkt man sich angesicht dieses Archiv-Bildes vom 6. Karstadtmarathon. Auch in Boston wollten die rund 27.000 Sportler nur laufen und vielleicht sogar nur ein einziges Mal im Leben an dem Traditionsmarathon teilnehmen. Archiv-Foto: Ralf Nattermann
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  • Sie wollen doch nur laufen, denkt man sich angesicht dieses Archiv-Bildes vom 6. Karstadtmarathon. Auch in Boston wollten die rund 27.000 Sportler nur laufen und vielleicht sogar nur ein einziges Mal im Leben an dem Traditionsmarathon teilnehmen. Archiv-Foto: Ralf Nattermann
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Bei schönem Sonnenschein starteten in Boston am Montag rund 27.000 Läufer zum dem wohl ältesten und traditionsreichsten Marathone überhaupt. Am Ende gab es zwar wie gewohnt mit Lelisa Desisa aus Äthiopien und Rita Jeptoo aus Kenia zwei strahlende Sieger, doch darüber hinaus auch drei Tote, darunter ein achtjähriger Junge, und mehr als 180 Verletzte. Angesichts des in Gelsenkirchen bevorstehenden VIVAWEST-Marathon stellt sich die Frage nach der Sicherheit.

Ein Marathon mitten in der Metropole Ruhrgebiet

Derzeit rechnet man mit rund 5.000 Läufern, die am 12. Mai am Musiktheater im Revier starten und nach ihrem Weg durch vier Ruhrgebeitsstädte auch ins Ziel laufen. Hinzu kommen auf der gesamten Strecke verteilt rund 100.000 Zuschauer, die den Weg der Läufer säumen und diese anfeuern. Eine Großveranstaltung mitten im Herzen des Ruhrgebietes, die ebenfalls ein Ziel für Gewalt sein könnte. Doch die Läufer lassen sich nicht abschrecken und fiebern weiterhin dem Lauf entgegen.
Wenn es um die Sicherheit geht, ist der Veranstalter ständig im Kontakt mit der Stadt Gelsenkirchen und der Polizei, die wie immer für die Gefahrenabwehr zuständig ist. Mit eingebunden sind ebenso die weiteren Ordnungspartner, wie die Feuerwehr, der Katastrophenschutz und die BoGestra als Unternehmen des Öffentlichen Nahverkehrs.

Der Stadt-Pressesprecher läuft selbst mit

Von Seiten der Stadt sieht Pressesprecher Martin Schulmann dem Lauf gelassen entgegen. „Zunächst einmal ist der Boston-Marathon ein riesiges Ereignis und ein echter Traditionslauf. Da sind sehr viel mehr Menschen auf den Beinen als dies hier zu erwarten ist. Zum anderen gilt auch für den VIVAWEST-Marathon das nach der Love-Parade novellierte Sicherheitskonzept des Innenministeriums. Dieses muss professionell erstellt werden, was auch nicht ganz kostengünstig ist, wie es ja auch die Karnevalisten anlässlich des Rosenmontagszuges bereits kritisiert haben. Alles weitere liegt in den Händen der Polizei“, erläutert Schulmann.
Es sei hinzugefügt, dass der Pressesprecher der Stadt Gelsenkirchen sich in diesem Jahr selbst laufend auf die Halbmarathon-Strecke begegeben wird nachdem er zuletzt eher mit Inlinern auf der Marathonstrecke unterwegs war. Da der VIVAWEST-Marathon sich aber nur an Läufer und Walker richtet, schnürt Schulmann nun wieder die Laufschuhe.

Polizei wird das Sicherheitskonzept noch einmal überprüfen

Auch die Polizei in Gelsenkirchen gerät durch die Vorkommnisse in Boston nicht aus der Ruhe. Hier ist Guido Hesse in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit mit der Sachlage vertraut und erklärt: „Zunächst bleibt das Sicherheitskonzept wie gehabt. Wir werden aber in der noch verbleibenden Zeit mit Sicherheit noch einmal alles kontrollieren und schauen, wo noch Verbesserungen möglich sind.“

Ein kämpferischer Polizeipräsident

Sein Dienstherr, Polizeipräsident Rüdiger von Schoenfeldt, ist selbst ambitionierter Läufer. Leider kann er in diesem Jahr am VIVAWEST-Marathon nicht teilnehmen. „Hätte ich den Lauf aber auf dem Plan, dann wäre für mich klar: Jetzt erst recht!“, zeigt sich der Polizeipräsident kämpferisch.

Der Veranstalter setzt auf Sicherheit

Kai Meesters ist der Pressesprecher des VIVAWEST-Marathon und mit allen aktuellen Gegebenheiten bestens vertraut. Er erklärte auf Stadtspiegel-Anfrage: „Wir stehen seit Beginn der Planungen des Marathons im ständigen Kontakt mit Polizei und Stadt. Sicherlich werden wir jetzt noch einmal alles auf den Prüfstand stellen und schauen, ob man an der ein oder anderen Stellschraube noch drehen kann.“

Das sagen Lauf-Sportler aus Gelsenkirchen

Dagmar Müller vom SuS Schalke 96 ist selbst drei Marathons gelaufen. Auf ihrem Laufplan steht der VIVAWEST-Marathon zwar nicht, aber sie hätte keine Bedenken ihn zu laufen. „Passieren kann mir überall etwas. Ich bin kein sehr ängstlicher Mensch. So gehe ich nicht durchs Leben, das ist einfach nicht meins. Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, dann setze ich es auch um“, schildert die passionierte Läuferin, die auch immer wieder Kurse für Laufanfänger startet, um diese auf den Geschmack zu bringen, sich in der Natur zu bewegen.

„Die Freude am Laufen ist zu Trauer und Fassungslosigkeit geworden, die Bilder aus Boston sind schockierend und entsetzlich. Unsere Gedanken sind bei allen Läufern, Zuschauern und ihren Familien.“ Marco Büscher (ESG)

Auch die Läufer der Erler- Sportgemeinschaft, die europaweit starten, lassen sich nicht abschrecken. Pressewart Marco Büscher erklärt: „Ich persönlich werde dieses Jahr in Duisburg an den Start gehen, wäre ich in London oder New York gemeldet wäre es genauso, wahrscheinlich wäre es etwas mulmig am Start, dann aber Laufen, Spaß haben und positiv denken. Eine erhöhte Gefahr als bisher sehen wir erst einmal nicht. Unser Motto lautet: Keep on Running.“

Hintergrund zum Boston-Marathon

Der Boston-Marathon ist der traditionellste aller Marathonläufe nach den Olympischen Spielen.
Er findet jährlich am Patriots’ Day, dem dritten Montag im April, im US-Staat Massachusetts mit Start in Hopkinton und Ziel in Boston statt.
Der erste Lauf fand hier am 19. April 1897, etwa ein Jahr nach dem Marathon bei den Olympischen Spielen 1896 in Griechenland, statt.
Beim ersten Lauf im Jahr 1897 waren 15 Athleten am Start. Inzwischen sind es gut 27.000 und die Teilnehmerzahl begrenzt.

Das Sicherheitskonzept des Landes NRW

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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