Goretzka: So sehr nervte Kölns Anthony Modeste den S04

Anthony Modeste (am Ball) zog durch kluges Verschieben Schalkes kompletten Defensivverbund auf sich, wie Leon Goretzka nach dem Spiel erklärte.
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  • Anthony Modeste (am Ball) zog durch kluges Verschieben Schalkes kompletten Defensivverbund auf sich, wie Leon Goretzka nach dem Spiel erklärte.
  • Foto: Gerd Kaemper
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Gegen Köln verbuchte der S04 nur drei Torchancen. Nach 90 gespielten Minuten hatte Schalke zwar mit 66 Prozent wesentlich mehr Ballbesitz als die Gäste. Doch damit anzufangen wusste kaum einer etwas.

„Das 0:3 war am Ende vielleicht ein Tor zu hoch. Aber man muss Köln ein Kompliment machen. Sie haben es taktisch hervorragend gemacht. Uns fehlten Lösungen“, sagte Schalkes Leon Goretzka nach der Heimniederlage. Goretzka, der in den Wochen zuvor sinnbildlich für den Schalker Aufschwung stand und eine famose Partie nach der anderen vorweisen konnte, stieß heute an seine Grenzen. Zurecht wechselte S04-Trainer André Breitenreiter den 20-Jährigen nach 65 Minuten aus. Es war nicht der Tag des Ex-Bochumers.

Kölns Spielweise überraschte den S04

Der gab zu, dass man etwas von der Spielweise der „Domstädter“ überrascht gewesen sei. „In den ‚englischen Wochen‘ hat man nicht viel Zeit sich auf den kommenden Gegner vorzubereiten. Wir haben nicht damit gerechnet, dass Köln so spielen würde. Dennoch müssen wir selbst cleverer agieren, im Spielaufbau ruhiger sein und nicht zu schnell in Hektik verfallen.“ Goretzka trauerte der guten Chance von Leroy Sané in der 40. Minute nach, als dieser mit einem Volleyschuss an Köln-Torwart Timo Horn scheiterte. „Es kann heute natürlich auch anders verlaufen. Wenn Leroy den Ball ins Tor schießt, muss Köln öffnen und dann läuft das Spiel ganz anders. Aber so ist es nun einmal: Zuletzt hatten wir hier und da auch mal Glück, heute hatten wir Pech. Das müssen wir analysieren und dann kommen wir nach der Pause wieder zurück.“

Dass der S04 und insbesondere sein Spielgestalter Johannes Geis nicht zur Entfaltung kamen, lag vor allem an Kölns Top-Stürmer Anthony Modeste und das nicht nur wegen seines Tores zum 0:1. „Wir haben zu viele Spieler dafür verschwendet, an Modeste vorbeizukommen.“ In der Tat: Modeste band als einziger Kölner in der gegnerischen Hälfte sowohl einen Innenverteidiger als auch Geis an sich, in dem er sich clever zwischen diesen bewegte. Weder Geis noch der technisch beschlagene Joel Matip konnten somit Pässe in die Spitze initiieren. „Dadurch hat uns vorne einer gefehlt und Köln war somit immer in Überzahl. So kamen wir nicht vor das Tor. Sie haben es einfach gut gemacht“, blickte Goretzka zurück.

Goretzka schickt Kampfansage an Hertha BSC

Wenn es für den S04 schlecht läuft, könnte in zwei Wochen exakt dasselbe Bild vorherrschen. Dann kommt Hertha BSC in die Schalke-Arena. „Das stimmt. Es wäre clever von Berlin, wenn sie sich das heutige Spiel anschauen, denn es war von Köln taktisch hervorragend, das kann man nicht anders sagen“, sagte Goretzka im ersten Augenblick, um dann aber einen Kampfansage in Richtung Hauptstadt zu schicken. „Wenn es wieder so passiert, werden wir eine Lösung finden. Berlin kann das ruhig ausprobieren.“

Anthony Modeste (am Ball) zog durch kluges Verschieben Schalkes kompletten Defensivverbund auf sich, wie Leon Goretzka nach dem Spiel erklärte.
Nein, es war nicht der Tag von Leon Goretzka (r.), der in dieser Szene von Schiedsrichter Knut Kircher zurecht gewiesen wird.
Autor:

Raphael Wiesweg aus Gelsenkirchen

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