Integration im Fokus

Das bunte AWO-Team, auf dem Foto gemeinsam mit Nicole Schmidt (zweite von links) bei einer der Präsentationen seiner Arbeit für die Studenten aus Brüssel und Dortmund.
  • Das bunte AWO-Team, auf dem Foto gemeinsam mit Nicole Schmidt (zweite von links) bei einer der Präsentationen seiner Arbeit für die Studenten aus Brüssel und Dortmund.
  • Foto: Fotini Kouneli
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Soziale Arbeit im Bereich Integration ist ein Thema, das Menschen überall in Europa gleichermaßen bewegt. Trotzdem gibt es im Umgang damit viele regionale und nationale Unterschiede. Studierende des University College Odisee in Brüssel sind aus diesem Grund in das Ruhrgebiet gereist, um neben anderen auch den Kollegen der AWO-Integrationsagentur (IA) in Gelsenkirchen einen Tag lang über die Schulter zu schauen.

Neben des Brüsseler Besuchs, der im Rahmen eine Austauschprogramms für Studierende mit der Fachhochschule Dortmund organisiert wurde, gesellten sich auch zahlreiche Studenten der Fachhochschule Dortmund dazu.

Praxisnaher Studiengang

Dass soziale Arbeit vor allem praxisnah gelehrt werden muss, wurde im Ruhrgebiet nämlich schon früh erkannt. In Dortmund gibt es daher seit einigen Jahren einen Studiengang namens „Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Armut und (Flüchtlings-)Migration“. Für die Studenten steht hier nicht nur bloße Theorie auf dem Lehrplan, im Gegenteil: Die Hälfte der Studienzeit wird in sozialen Einrichtungen absolviert.
Eine Partnereinrichtung ist die AWO-IA in Gelsenkirchen, mehrere Dortmunder Studenten sammeln hier berufsrelevante Erfahrung. Schon seit nun über zehn Jahren engagiert sich die IA vor Ort mit unzähligen Projekten und Maßnahmen für gelungene Integration und ein vielfältiges Miteinander in der Stadt. AWO Bereichsleiter für Integration Admir Bulic erklärt, dass es der Hauptfokus der Arbeit sei, Brücken zwischen Menschen zu schlagen: „In diesem Fall freuen wir uns natürlich besonders, dass wir heute eine Brücke zwischen Brüssel und dem Ruhrgebiet schlagen können. Denn wir bringen hier Menschen in Kontakt, die zwar an unterschiedlichen Orten arbeiten, aber vor denselben Herausforderungen stehen“.

Begrüßung durch OB Baranowski

Der gemeinsame Tag begann bereits am frühen Morgen im Hans-Sachs-Haus. Oberbürgermeister, Frank Baranowski, begrüßte die Besucher aus Brüssel und Dortmund im Ratssaal des Hauses und stellte das städtische Handlungskonzept zur Integration von Flüchtlingen vor. Es folgte eine Führung durch das gesamte Rathaus, die anschließend auf eine Stadtrundfahrt ausgeweitet wurde. Miet Timmes vom Odisee University College in Brüssel und Prof. Dr. Jochen Kotthaus von der FH Dortmund hatten im Anschluss nur lobende Worte für das Gelsenkirchener Handlungskonzept zur Integration geflüchteter Familien übrig.
Diese Rundfahrt endet im Wissenschaftspark, wo die Gruppe von Uwe Gerwin in Empfang genommen wurde. Der Referatsleiter stellte den wissbegierigen Studenten das kommunale Integrationszentrum der Stadt vor.

AWO-Konzepte im steten Wandel

Nachmittags durften die interkulturellen Teams der AWO ihre vielfältige Arbeit vorstellen. Das Kennzeichen und Ziel der Migrationsarbeit sei es, die vielen Maßnahmen und Konzepte immer wieder aufs Neue zu verändern und aktuellen Situationen anzupassen. Schließlich gebe es für geglückte Integration keine schlichte Schablone, die auf jeden Menschen und jeden Bedarf passt.
Aus dieser besonderen Expertise heraus wurde bereits eine Vielzahl von Anlaufstellen, Projekten und Veranstaltungen entwickelt und etabliert. Michel Boße von der FH Dortmund ist vom Engagement begeistert: „Gelsenkirchen ist für unseren Studiengang der sozialen Arbeit sehr relevant, weil die Stadt und Träger das hier einfach so gut machen“, erklärt er. Auch Heike Lorenz, die Leiterin der Diakonie und eine wichtige Netzwerkpartnerin der AWO, ist von der Zusammenarbeit überzeugt: „Das Duale Studium ist genau das Richtige für uns hier in Gelsenkirchen“.

Netzwerk für gelungene Integration

Alle Beteiligten betonen ausdrücklich, dass der Umgang mit Herausforderungen und Chance im interkulturellen Kontext in Gelsenkirchen nur deswegen so erfolgreich funktioniere, weil gemeinsame Arbeit in ein riesiges Netzwerk von sozialen Einrichtungen und integrativen Diensten eingebunden ist. Nach dem akademischen Besuch aus Brüssel ist dieses Netzwerk nun um ein internationales Mitglied reicher geworden. Denn nur wenn alle voneinander lernen und zusammenarbeiten, können unüberwindbar scheinenden Probleme gelöst werden und daraus neue Chancen und Möglichkeiten entstehen.

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