Nur 76 Bewerber für Bauberufe – IG BAU fordert mehr attraktive Lehrstellen.

Der „goldene Boden“ fürs Bauhandwerk: Nachwuchs.
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Azubi-Offensive: Mehr Jugendliche fürs Bauhandwerk in Gelsenkirchen gewinnen

Azubi-Offensive für den Bau: Die IG BAU hat die Bauunternehmen in Gelsenkirchen davor gewarnt, den Nachwuchs zu vernachlässigen. Die Gewerkschaft befürchtet einen „hausgemachten Fachkräftemangel“. Die heimischen Betriebe sollten sich deshalb in diesem Jahr intensiv darum bemühen, mehr Jugendliche für die Bauberufe zu gewinnen. „Dazu muss es genug Ausbildungsplätze geben. Vor allem aber müssen die Lehrstellen attraktiv sein“, sagt Susanne Neumann.

Für die Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbandes Emscher-Lippe-Aa ist dies notwendig, um den niedrigen Bewerberzahlen der letzten Jahre entgegen zu wirken: Im vergangenen Jahr registrierte die Arbeitsagentur in der Baubranche in ganz Gelsenkirchen lediglich 76 Bewerber für eine Ausbildung. „Damit verbaut sich der Bau die eigene Zukunft“, so Neumann.

Die IG BAU Emscher-Lippe-Aa fordert die Bauunternehmer in Gelsenkirchen auf, interessierten Jugendlichen ein klares Signal zu geben. „Wenn vermeintlich weniger qualifizierte Jugendliche davon ausgehen müssen, dass ihre Bewerbungen sowieso gleich aussortiert werden, dann ist die Hemmschwelle für sie viel zu hoch. Wir müssen begreifen, dass beispielsweise Migranten eine Chance für das Handwerk sind“, sagt Susanne Neumann.

Es sei falsch bei den Bewerbern um einen Ausbildungsplatz zu sehr auf die Zeugnisnoten zu schielen. Auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss oder Schulabbrecher sollten stärker als bisher die Gelegenheit bekommen, sich während der Ausbildungszeit zu entwickeln und im Bauhandwerk ihre Perspektive zu finden. „Wir brauchen keinen Numerus Clausus für das Handwerk, sondern das Engagement und Geschick junger Menschen, die sich fürs Handwerk begeistern können. Und das verraten die Schulnoten nicht auf Anhieb“, so die IG BAU-Bezirkschefin.

Wenn diese Botschaft im neuen Ausbildungsjahr in den Köpfen der Unternehmer und der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, ankomme, dann habe das Bauhandwerk „ein gutes Stück vom goldenen Boden zurückgewonnen – nämlich sein wichtigstes Fundament: den Nachwuchs“, so Neumann.

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