Wenn zwei Schornsteinfeger nicht für reichlich Glück sorgen...
Wachwechsel in Beckhausen

Vor dem Aufstieg noch auf sicherem Boden übergab Carsten Herber die von ihm geschaffene Lichtinstallation „Schlägel und Eisen“ als internationales Bergbausymbol „dem, der kommt, und dem, der geht“. Zusammen mit seinen Eltern Heike und Helge verstärkt Carsten Herber seit kurzem das Team derjenigen, die sich um das schmucke Häuschen aus längst vergangenen Zeiten kümmern. Er ist sicher, dass sein Werk zur Freude der Passanten beitragen und mit seiner Strahlkraft in ganz besonderer Weise Emotionen auslösen wird. Foto: RVR-Hugobahn-Wärterhäuschen e.V.
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  • Vor dem Aufstieg noch auf sicherem Boden übergab Carsten Herber die von ihm geschaffene Lichtinstallation „Schlägel und Eisen“ als internationales Bergbausymbol „dem, der kommt, und dem, der geht“. Zusammen mit seinen Eltern Heike und Helge verstärkt Carsten Herber seit kurzem das Team derjenigen, die sich um das schmucke Häuschen aus längst vergangenen Zeiten kümmern. Er ist sicher, dass sein Werk zur Freude der Passanten beitragen und mit seiner Strahlkraft in ganz besonderer Weise Emotionen auslösen wird. Foto: RVR-Hugobahn-Wärterhäuschen e.V.
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Nach fast drei Jahrzehnten ging zum Jahreswechsel im Gelsenkirchener Ortsteil Beckhausen eine Ära zu Ende. Verbunden ist sie mit Begriffen wie Feuerstättenschau und Brandschutz, aber auch Energie- und Umweltschutzberatung sowie dem Namen Klemens Steinke. Das alles gehört zu den Aufgaben eines - wie es im heutigen Amtsdeutsch heißt - „Bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers“.

Bei der "Bestallung" von Klemens Steinke zum Bezirksschornsteinfegermeister am 1. Januar 1991 gab es diese Funktionsbezeichnung noch nicht. Sie wurde erst im Jahr 2015 aufgrund einer EU-Richtlinie eingeführt.
Öffentlich-rechtlich „bestallt“ wurde damals Klemens Steinke aus der Pfeilstraße in Sutum, der sich in den vielen Jahren seines beruflichen Wirkens zu einer wahren Institution entwickelt hat. „Es gibt für alles eine Lösung“ war sein Credo und dieses lösungsorientierte Handeln sicherte ihm Vertrauen und Sympathie im Ortsteil, aber auch bei seinen Berufskollegen.
Mit diesen Eigenschaften ausgestattet, konnte er seinerzeit über die Stadtgrenzen hinweg die Gründung einer Schornsteinfeger-Kreisgruppe erfolgreich anregen. Denn ehrenamtliches Engagement war von jeher sein Ding. Es begann in Gladbeck, wo er 1972 seine Lehre antrat und über 20 Jahre hinweg als Maschinist bei der Freiwilligen Feuerwehr mitwirkte. Seit ebenso langer Zeit schätzt und würdigt man seine Tätigkeit als stellvertretender Vorsitzender des Bürgerverein Beckhausen/Sutum 1910.
Mit markantem Zylinder und in kompletter Berufskleidung war er bei den traditionellen Neujahrsempfängen des Oberbürgermeisters über Jahre hinweg unverzichtbarer Bestandteil und höchst willkommener Glücksbringer.
Immer wieder ließ er sich in dieser Mission auch ehrenamtlich für Hochzeiten oder herausragende Jubiläen gewinnen. Oftmals begleitete ihn dabei auch seine Tochter Jessica, die ebenfalls den Schornsteinfegerberuf erlernt hat. Glücksbringer im Doppelpack- was konnte da noch schiefgehen?

Nachfolger steht bereit

Im Doppelpack erschien er auch mit seinem Nachfolger am weihnachtlich geschmückten RVR-Hugobahn-Wärterhäuschen. Auch diesem Beckhausener Wahrzeichen ist er ehrenamtlich verbunden. „Ich werde mein Engagement für dieses Kleinod in meinem neuen Lebensabschnitt verstärkt wahrnehmen,“ erklärte Steinke und ergänzte in seiner verschmitzten Art: „Zu aller erst aber gehe ich mit Björn auf Törn.“
Mit Björn ist kein anderer gemeint als Björn Lütkebohmert aus Heiden, der den Kehrbezirk des Beckhausener Urgesteins ab 1. Januar 2021 übernommen hat. Und unter Törn versteht er einen gemeinsamen Ausflug auf das Dach des historischen Bahnwärterhäuschens an der Horster Straße. Dort haben die beiden "Glücksbringer" mit der gemeinsamen Montage der Lichtinstallation „Schlägel und Eisen“ die Amtsübergabe öffentlichkeitswirksam vollzogen.
„Mehr Symbolik an diesem Ort mit großer Tradition geht nicht“, ist sich der „Neue“ sicher. Klemens Steinke weiß über seinen Nachfolger zu berichten, dass „er aus Heiden kommt, einem Ort im südlichen Münsterland, an dem sich fast dreißig unserer Berufskollegen niedergelassen haben. Auch in Sachen Ehrenamt wird er mich sicherlich würdig beerben. So hat er beispielsweise schon mehrfach Glücksbringer-Spendenläufe absolviert, etwa mehrtägig über den Berliner Höhenweg um das österreichische Zillertal. Den Erlös daraus spendete er Einrichtungen für krebskranke Kinder. Was er sich dazu in seinem neuen Wirkungsbereich einfallen lassen wird, darauf darf man gespannt sein“.
Auf jeden Fall aber wird er auch hier den Leitspruch seines Gewerbes, das nach der großen Reform von 2005 noch immer hoheitliche Aufgaben einschließt, repräsentieren: Zum Glück gibt´s den Schornsteinfeger!

Vor dem Aufstieg noch auf sicherem Boden übergab Carsten Herber die von ihm geschaffene Lichtinstallation „Schlägel und Eisen“ als internationales Bergbausymbol „dem, der kommt, und dem, der geht“. Zusammen mit seinen Eltern Heike und Helge verstärkt Carsten Herber seit kurzem das Team derjenigen, die sich um das schmucke Häuschen aus längst vergangenen Zeiten kümmern. Er ist sicher, dass sein Werk zur Freude der Passanten beitragen und mit seiner Strahlkraft in ganz besonderer Weise Emotionen auslösen wird. Foto: RVR-Hugobahn-Wärterhäuschen e.V.
In luftiger Höhe montierten die beiden "Glücksbringer" das Bergmannszeichen auf dem Bahnwärterhäuschen in Beckhausen. Foto: Jessica Zinck
Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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