Initiative für mehr Demokratie - Engagierte Bürgerinnen und Bürger taten sich zusammen - für mehr Gespräche

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Die Initiative Einmischen.Demokratie hat wieder einmal eine kleine Aktion in der Fußgängerzone durchgeführt. Ziel war es, auf Recht und Unrecht zu sprechen zu kommen. (Foto: Gerd Kaemper)
 
Passanten beschrifteten Zettel und füllten die Waagschalen. (Foto: Gerd Kaemper)

Die Initiative Einmischen.Demokratie leben stellte am Samstag eine große Waage für Recht und Gerechtigkeit auf. Auf dem Bahnhofsvorplatz sorgte das für Aufsehen. Passanten waren aufgefordert, sich an der Aktion zu beteiligen.

Ziel war es, die Menschen dazu zu bewegen, Zettel, die an Säckchen gebunden waren, zu beschriften mit dem, was sie als gerecht und was sie als ungerecht empfinden. "An sich ist es sehr gut gelaufen", berichtet Sprecherin Claudia Ferda, "wir hatten nur Schwierigkeiten mit der Wettersituation." Ein halbe Stunde eher hätten sie Schluss machen müssen, weil viele Blätter weggeweht wurden.
"Die Waagschalen waren sehr gut gefüllt am Ende", bilanziert die engagierte "Demokratin". Auf der einen Seite wurden die positiven Ansichten gesammelt. Passanten schrieben zum Beispiel "Bildung für alle" auf ihren Zettel oder "Menschenrechte", "Freies Wahlrecht", "Schulgeldfreiheit", "Erziehungsgeld", "Freie Arztwahl", "Redefreiheit".
Auf der anderen Seite wurde gesammelt, was als ungerecht wahrgenommen wird. Auch sehr persönliches. "Ein geflüchteter Mann", so erinnert sich Ferda, "hat aufgeschrieben, dass seine Familie ihm nicht nachfolgen kann." Weitere Stichworte waren "In der Rente zu wenig Geld zum Leben", "Ungerechte Verteilung der Ressourcen", "Zu niedrige Löhne" oder "Mütterrente zu niedrig".

Nur einige Leute mit platten Kommentaren

Einige Leute hätten aber auch platt reagiert und direkt den Kommentar "Hier ist ALLES ungerecht" abgegeben. "Aber als man dann ins Gespräch kam, konnte man das genauer differenzieren", erklärte Ferda.
Die Initiative Einmischen.Demokratie leben ist nicht etwa ein eingetragener Verein, sondern schlicht ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgern, gegründet im Wahljahr 2017. Das allgemeine Ziel lautet "Die Demokratie stärken und weiterentwickeln."
Daher sei es so wichtig, dass man differenziert. "Die Schieflage zu benennen ist okay, aber auch das zu nennen, was gut ist, denn das wollen wir behalten, darauf wollen wir uns stützen", so Ferda, die aus genau diesem Grunde die Waage für wichtig hält.
Oft erlebe sie, dass die Menschen bloß provozieren. Auch auf die Nazizeit verweisen.
Oder auch Leute, die sagen: "Man darf ja eh nichts sagen!". Woraufhin sie dann entgegne: "Doch, ich höre Ihnen zu." Dann sagen sie ihre Meinung, woraufhin Ferda dann wiederum ihre Meinung vertrete, woraufhin die Leute dann entgegneten: "Sehen Sie, man darf ja nichts sagen!"
Für die Initiatorin ist das ein Indiz dafür, dass die Menschen ein normales Gespräch gar nicht mehr richtig führen können. "Eine Gegenrede ist für manche Menschen schon gar nicht auszuhalten", führt sie aus, deshalb müsse man auch grundsätzlich die Gesprächskultur fördern.
Es gibt positive Beispiele: Ein Mann habe ihr einmal gesagt: "Sie nehmen mich nicht ernst, ich nehme sie nicht ernst, warum sollen wir überhaupt reden?" Daraufhin sagte sie zu ihm: "Doch, ich will Sie aber ernst nehmen." Daraus sei dann ein interessantes Gespräch entstanden. 

Bisheriges


Bisherige Aktionen der Initiative "Einmischen. Demokratie leben.":
2017
Vier Straßenaktionen zum Thema: "Was können wir tun, um unserer Demokratie zu (be)leben?"
Mitmachaktion "Demokratie buchstabiert"
Mitmachaktion "VIELFALTER für Vielfalt"
Gestaltung eines Fensters der Buchhandlung Junius
Roter Salon im "Consol Theater" zum Thema "Demokratie erfahren"
2018
Info- und Mitmachaktion zum Internationalen Frauentag 
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