Schauspieler Dominik Meurer leitet Theaterworkshop beim Gevelsberger Ferienspaß
Hier geht der Vorhang wieder auf

Dominik Meurer (rechts) mit den Kindern aus seinem Theaterworkshop. Es fehlt Fynn-Luka. Foto: Pielorz
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  • Dominik Meurer (rechts) mit den Kindern aus seinem Theaterworkshop. Es fehlt Fynn-Luka. Foto: Pielorz
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Nicht zum ersten Mal veranstaltet der Schauspieler Dominik Meurer (46) im Rahmen vom Gevelsberger Ferienspaß einen Theaterworkshop für Kinder. Neu ist allerdings, dass die Kinder diesmal die Magie des Theaters auf ganz andere Weise erleben. Während in den früheren Jahren Dominik Meurer ein Theaterstück mitbrachte, wurde das Stück diesmal um die Charaktere der Kinder herumgeschrieben. Vom Drehbuch über die Rollenverteilung bis hin zu den Kulissen ist alles Handarbeit, bevor das Stück zur Aufführung kommt.
„Made in Gevelsberg“ ist das kleine Theaterstück von rund zwanzigminütiger Dauer. Neun Kinder, Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums und natürlich der Schauspieler Dominik Meurer aus Hagen tüfteln an einem Stück über zwei Prinzessinnen, die sich zunächst spinnefeind sind. Die eine wird ständig bevorzugt, was die andere quasi auf die Palme bringt. Außerdem darf die Prinzessin auch nicht den König heiraten, den sie gerne ehelichen will. Genug Zündstoff also. Wenn dann die liebe Prinzessin von der mißgünstigen Hoheit auch noch in den tiefen Wald geschickt wird und dort auf zwei Menschenfresser trifft, wird es richtig fies. Ein Nachtsichtmädchen, ein Polizist und Tarzan als Beschützer machen auch noch mit. Zum Schluss wird natürlich alles gut – die Prinzessin bekommt den richtigen König und alle sind ziemlich glücklich. Das war jetzt der Schnelldurchlauf, doch es steckt richtig viel Arbeit in der Entstehung des Stücks. „Der Workshop dauert eine Woche und am ersten Tag haben wir mit einem Charakterblatt die Charaktere erarbeitet. Die Kinder konnten dabei bestimmen, was sie sein wollten und wie sie sein möchten. Am nächsten Tag haben wir dann das Bühnenbild entworfen und gebaut und ich habe rund um die Charaktere das Stück konzipiert. Danach begannen die eigentlichen Proben mit den Texten. Die Kinder lernen, dem von ihnen gewählten Charakter den richtigen Ausdruck zu verleihen“, erzählt Dominik Meurer.
Der Schauspieler sagt von sich selbst: „Ich bin Verschiedenes“ – und erklärt auch gleich, was er meint. „Ich bin Schauspieler, Theaterpädagoge, ich unterrichte an der Musicalschule in Hamburg und in der Jugendarbeit. Ich bin aber auch Autor für Theaterstücke und für Kinderbücher, aus denen manchmal auch ein Theaterstück wird.“ Meurer, der in 17 Jahren 14mal umgezogen ist – meistens berufsbedingt - lebt jetzt in Hagen. „Durch die Corona-Pandemie hatte ich quasi Berufsverbot. Ich habe im März 2020 in Essen im Theater im Rathaus gespielt und in der Pause erfahren, dass ich morgen nicht mehr kommen darf. Der Vorhang fiel und das war es. Also habe ich im letzten Jahr mein erstes Kinderbuch auf den Markt gebracht. Es heißt ,Tim Tannenbaum träumt von Weihnachten‘. Ich war im Winter damit auf Lesetour, doch die musste aufgrund des Lockdowns dann auch wieder abgebrochen werden,“ erzählt Meurer.

Ich bin Verschiedenes

Gelernt hat er übrigens auch mal „etwas Anständiges“. Sieben Jahre arbeitete er als Altenpfleger, bevor er dann doch in Hamburg die Schauspielschule besuchte. Fast wäre er schon früh beim Ohnsorg-Theater gelandet. „Aber ich spreche leider kein Plattdeutsch.“ Dafür kann er gut mit Kindern und deshalb darf er auch immer wieder nach Gevelsberg zum Ferienspaß kommen. Angela Vogel, die stellv. Leitung des Jugendzentrums, lernte Dominik Meurer erst in diesem Jahr kennen und ist ebenfalls begeistert. „Das ist ein tolles Projekt und für die Kinder und ihr Selbstbewusstsein richtig prima.“ Das sehen auch Muhammed, Timur, Jamal, Jolina, Matteo, Noah, Shameera, Steven und Fynn-Luca so. „Diesmal sind zwei Mädels dabei, der Rest sind Jungs“, erzählt Meurer. Und – natürlich – die Mädels wollten dann doch einmal im Leben Prinzessin sein.
Kreativität wird hier großgeschrieben. Da wurde gemalt und gebastelt. Aber: Konzentration beim Texte lernen ist mindestens genauso wichtig. Zur Seite stehen den Kindern natürlich mit Birgit, Uschi und Gesine drei Mitarbeiterinnen des Jugendzentrums – quasi die Souffleusen. Also sind Texthänger auch kein Problem. Soll ja alles Spaß machen.
Wie es für Dominik Meurer weitergeht, weiß er noch nicht. „Ein Theater-Engagement habe ich noch nicht. Das liegt auch daran, dass viele Stücke produziert wurden, aber nicht zur Aufführung kamen. Sie sind also in der Warteschleife und wenn es losgeht, dann wird man zunächst auf diese Stücke setzen und nichts Neues proben.“ Auch das mit der finanziellen Hilfe ist nicht so einfach. „Am Anfang sind wir Schauspieler durch alle Raster gefallen. Wir sind ja keine Solo-Selbstständigen, sondern werden beim Theater immer für die jeweilige Produktion angestellt. Auch Betriebskosten haben wir eher nicht. Ich bin ja mein eigener Betrieb.“ Mittlerweile gab es zwar eine Finanzspritze, aber die war verschwindend gering. Bleibt nur, auf sein Glück vertrauen und zu hoffen, dass es irgendwie weitergehen wird. War ja auch in der Vergangenheit immer so.
Weitergehen wird auf jeden Fall der Probebetrieb im Ferienspaß. Die Prinzessinnen sind ganz aufgeregt und herzen sich außerhalb der Rolle gegenseitig. Der kleine König übt fleißig seinen Text. Die Bretter, die die Welt bedeuten – für die Kinder im Theaterworkshop bedeuten sie Spaß und unbeschwerte Ferienstunden. Alle Fotos: Pielorz

Übrigens: Für den Jugendferienspaß ab dem 26. Juli gibt es für die Workshops Film, DJ Hip-Hop und Dance Hip-Hop noch freie Plätze. Infos unter www.jugendzentrum-gevelsberg.de

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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