Paul-Martin Belitz ist der neue Schulleiter der Hasenclever-Förderschule
Gestatten Paul Belitz, Schulleiter, und Blacky, Rabe

Schulleiter Paul-Martin Belitz mit dem Raben Blacky. Foto: Pielorz
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Seit zehn Jahren bringt Paul-Martin Belitz (37) seinen Schülern Deutsch und Mathe an der Gevelsberger Ferdinand-Hasenclever-Förderschule bei. Zwischen 130 und 160 Schüler werden dort von der ersten bis zur 10. Klasse unterrichtet. Seit dem 12. August ist er dort Schulleiter. Für ihn mehr als ein Beruf – eher ein Job aus und mit viel Leidenschaft.
„Die Schulleiterstelle war seit 2019 vakant und wurde bereits zum dritten Mal ausgeschrieben“, erzählt er im Gespräch mit der Redaktion. „Die frühere Schulleitung ging in Pension und es ist heute nicht so einfach, solche Stellen zu besetzen. Neben einer Schulleiterqualifizierung muss ein Eignungsfeststellungsverfahren und in diesem Zusammenhang ein Assessment Center durchlaufen werden. Auch ein Kolloquium wird absolviert.“ Liegt alles mit Erfolg hinter dem Kandidaten, so hat er viel Verantwortung, neue Aufgaben und Mehrarbeit. Die zusätzliche finanzielle Entlohnung sollte dabei nicht im Mittelpunkt der Entscheidung für einen solchen Posten stehen. „Ich wollte schon lange Schulleiter werden. Ursprünglich komme ich aus Herne, aber meine Frau ist Gevelsbergerin und so bin ich hier gelandet. Ich habe mir schon vorher die Frage gestellt, was ich mit dem Lehrersein noch verbinden könnte. Ich freue mich einfach, dass es hier geklappt hat.“
Dabei macht Belitz keinen Hehl daraus, dass ihn gerade das Besondere an dieser Schule reizt und die Aufgaben so attraktiv macht. „Wir sind eine Förderschule mit den Schwerpunkten Lernen, Sprache und emotionale Entwicklung. Zusammen mit 35 Kollegen sind wir ein super Team und erfahren auch vom Schulträger, der Stadt Gevelsberg, viel Wertschätzung. Bürgermeister Claus Jacobi ist regelmäßig bei uns zu Gast. Unsere Schüler kommen aus dem Südkreis und aus Sprockhövel. Im gesamten EN-Kreis gibt es in Witten nur noch die Pestalozzi-Schule mit den gleichen Förderschwerpunkten. Bei unserer Arbeit steht die Entwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder im Mittelpunkt. Hier geht es nicht um besonders gute Notendurchschnitte als Grundlage für die Karriere, sondern es geht um die Frage, wie wir diese Kinder am besten für das Leben befähigen können. Wir können mit einem multiprofessionellen Team arbeiten, zu dem auch Logopäden oder Ergotherapeuten gehören.“ Acht Kollegen sind dabei nicht nur an der Hasencleverschule im Einsatz, sondern unterstützen auch Kinder an anderen Schulen. Anstrengend, aber perfekt für ein gut vernetztes System.

Wir bauen Lebenschancen

Dabei ist die Förderschule ein durchlässiges System im Hinblick auf die Regelschule. „Kinder mit dem Schwerpunkt emotionale Entwicklung bleiben oft nur eine bestimmte Zeit bei uns. Das Ziel liegt in der Rückschulung, das heißt diese Kinder werden oft zu einem späteren Zeitpunkt wieder die Regelschule besuchen. Bei anderen Kindern versuchen wir in enger Kooperation mit Unternehmen Praktika anzustoßen oder berufsvorbereitende Maßnahmen vorzubereiten. Der schönste Lohn für uns ist, wenn Ehemalige in Arbeitsklamotten vor uns stehen und erzählen, sie haben einen Job und machen den gern und gut.“ Kinder fit machen für das Leben – das ist das Ziel der Förderschule. „Unsere Aufgabe ist es, genau zu schauen, ob ein Kind hier oder auf der Regelschule am besten aufgehoben ist. Wir sind kein Auffangbecken, sondern wir bauen passgenaue Lebenschancen“, sagt Belitz.
„Als die Schulen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen wurden, hatten wir keinen fertigen Plan B in der Schublade, sondern mussten uns zunächst einmal überlegen, wie wir vorgehen. Unsere Schüler brauchen eine besondere Nähe und Zuwendung und haben auch nicht alle die Möglichkeit, zuhause mit Unterstützung zu arbeiten. Wir haben zu vielen Familien engeren Kontakt als das in der Regelschule der Fall ist. Also haben wir uns die Frage gestellt, was wir machen können.“ Wir – das waren Paul-Martin Belitz, der auch für die Themen Medien und Technik in der Schule verantwortlich zeichnet sowie die Referendarin Lara Höhfeld und Flavio Trovato. Sie schufen mit „School on air“ einen launigen Live-Stream mit dem Raben Blacky. Weil der Live-Stream so gut ankam, hielt Belitz die Idee aufrecht und kann jetzt noch einen Pluspunkt draufsetzen. „Wir haben eine Anfrage für den Raben Blacky bekommen. Er fliegt nach Düsseldorf und wird dort Teil einer Ausstellung zum Thema Schule in der Corona-Pandemie“, freut sich der Schulleiter.
Mittlerweile läuft der Schulbetrieb wieder überwiegend normal im Präsenzunterricht. „Maskenpflicht gibt es außerhalb des Unterrichts im Gebäude. Wir haben auch die Pausenzeiten der Situation angepasst. Aber wir arbeiten mit den Kindern ja sowieso in kleineren Klassen und sie sind es gewöhnt, dass jedes Kind mit einer anderen Buchseite arbeitet und überhaupt sehr individuell ist. Wir haben Kinder, die im Unterricht mit Maske sitzen oder nicht oder mit Plexischeibe vor dem Gesicht – das spielt überhaupt keine Rolle. Akzeptanz und Toleranz werden großgeschrieben und das läuft in der Regel wirklich gut.“ Was Paul Belitz aber wirklich gerne möchte: Den Umbau der Schule im nächsten Jahr endlich feiern können. Die geplante Feier in diesem Jahr fiel – natürlich – der Corona-Pandemie zum Opfer. Das neue Schild, das soll allerdings noch in 2020 kommen. Und das bringt selbstverständlich Bürgermeister Claus Jacobi vorbei.

Schulleiter Paul-Martin Belitz mit dem Raben Blacky. Foto: Pielorz
Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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