Ausstellung in der "Alten Spedition" in Gladbeck: Kunstwerke als gelungene Hommage an das Ruhrgebiet

Den Titel "X aus 53 - Künstler aus dem Ruhrgebiet" lautet der Titel der Sommerausstellung, die Karoline Dumpe (Foto) in der "Alten Spedition" in Butendorf, Ringeldorfer Straße 6, präsentiert.
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  • Den Titel "X aus 53 - Künstler aus dem Ruhrgebiet" lautet der Titel der Sommerausstellung, die Karoline Dumpe (Foto) in der "Alten Spedition" in Butendorf, Ringeldorfer Straße 6, präsentiert.
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Butendorf. "X aus 53 II" heißt es seit dem gestrigen Freitag, 10. Juni, in der Galerie "Alte Spedition" in Butendorf, Ringeldorfer Straße 6: Unter dem genannten Ausstellungstitel verbirgt sich die zweite Schau die im Ruhrgebiet lebende Künstler vorstellt und miteinander vernetzt.

Da ist zum Beispiel der legendäre Ölfleck zu bestaunen, der seinerzeit für den B Kadett typisch war. Oder das Fenster, ausladend mit Kissen drapiert, wo einst die ausgedienten Bergleute noch den realen Alltag auf der eigenen Straße verfolgten. Hier das Weißzeug in der Kaue und gegenüber Frau Krupp, die gelassen auf das Szenario schaut. Der Lokalpokal gefüllt mit Pommes hätte wahrscheinlich eher nicht auf ihrem Speiseplan gestanden und doch sehen die Fritten zum anbeißen aus.

Heike Feddern aus Gelsenkirchen, die schon öfter mit ihren Werken in der "Alten Spedition" zu sehen war, hat sich ganz auf das Ruhrgebietsthema konzentriert und eine ganz neue Serie erarbeitet. Sie ruft mit ihren Bildern jede Menge Erinnerungen wach, die jede weitere Erläuterung überflüssig machen.

Auch Werke von Otmar Alt

Freuen dürfen sich die Ausstellungsbesucher aber ganz besonders darüber, das Otmar Alt als einer der renommiertesten deutschen Künstler mit seiner Teilnahme die Ausstellungsreihe unterstützt. Alt kommt vom östlichen Ende des Ruhrgebietes aus Hamm. Seine farbige Bildsprache zeugt von Aufgeschlossenheit und Neugierde für immer neue Themen und er teilt sie dem Betrachter gerne in reduzierten szenischen Kompositionen mit. Erstmalig zu sehen sind seine Schieferbilder. Der Besuch in einem Bergwerk war für ihn so nachhaltig, das er eine Bildserie mit diesem Thema geschaffen hat. Da sind nun Bergleute zu erkennen, aber auch Fossilfragmente, die vom ständigen Wandel der Erdgeschichte erzählen. Ebenso wie die kleine Venus, als eines der ältesten Zeugnisse menschlichen Kunstschaffens. Die energetische Farbigkeit hat eine hohe Raumpräsenz und zieht den Betrachter in seinen Bann, um dann genauer hin zu schauen.

Sacha Tröger hat seine „Zelte“ in Barcelona abgebrochen und lebt seit kurzer Zeit in Bottrop. Ein mutiger Schritt für einen Künstler, der in Spanien seinen festen Platz in der Kunstszene hatte. Tröger arbeitet mit Rauch. Er „malt“ mit Kerzen oder Bunsenbrenner gefühlvolle Bilder, die Ruhe ausstrahlen. Manchmal wirken sie wie schwarz-weiß Fotografien oder wie fragmentarisch angedeutet. Dabei steht das Thema "Mensch und Tier" im Vordergrund. Die Motive stammen deutlich erkennbar aus Trögers spanischer Heimat, aber auch von seinen Afrikareisen.

Und der Dortmunder Udo Unkel bindet mit seinen Skulpturen diese Ausstellung zusammen. Die Linienhaftigkeit die in Alts Bildern Bestandteil ist, wird von ihm fortgesetzt. Mit einer eigenwilligen Technik brennt und schweißt Unkel faszinierende Figuren. Mal schreiten sie leicht als Engel an der heiligen Barbara vorbei und ein anderes Mal wirken sie fragil und zerbrechlich und stehen als Kontrapunkt zu den Akten Sacha Trögers. Provokant ist seine Zombiegruppe, die in ihrer übergeordneten Gestik erschreckend aktuell erscheint.

Die Halle in der Tröger und Unkel aufeinandertreffen hat gerade wegen ihrer Reduziertheit eine besondere Energie und Ausstrahlung.

Beweis für die hohe Kreativität und das facettenreiche Niveau des Ruhrgebietes

Gastgeberin und Ausstellungs-Organisatorin Karoline Dumpe freut sich: "Mit "X aus 53 Teil II" ist es mir gelungen, eine spannende Entdeckungsreise für die Augen zu entwerfen, die gleichzeitig das Herz trifft. Die Ausstellung spiegelt gleichzeitig die hohe Kreativität und das facettenreiche Niveau unserer Region wider, die zu Recht immer mehr von sich Reden macht. Diese Ausstellung ist eine sehenswerte Hommage!"

Nach der Vernissage am Freitag, 10. Juni, ab 19.30 Uhr, ist die Ausstellung "X aus 53 - Künstler aus dem Ruhrgebiet II" am Samstag, 11. Juni, und am morgigen Sonntag, 12. Juni, von 14 bis 18 Uhr bei kostenlosem Eintritt geöffnet. Die Öffnungszeiten gelten auch für den 18. und 19. Juni (Samstag und Sonntag) der darauffolgenden Woche. Darüber hinaus können unter Tel. 02043-704347 auch individuelle Besichtigungstermine vereinbart werden. Enden wird die Ausstellung schließlich am Samstag, 2. Juli, ab 17 Uhr mit einer Finissage. Auch Werke von Otmar Alt sind Bestandteil der Ausstellung "X aus 53 - Künstler aus dem Ruhrgebiet II". Neben seinen farbigen Bildern präsentiert Alt in der "Alten Spedition" erstmals auch seine Schieferbilder. Foto: Privat

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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