Gladbecker Stadtarchiv unter neuer Leitung
Christian Schemmert ist nun das "historische Gedächtnis"

Antrittsbesuch bei Bürgermeisterin Bettina Weist: Christian Schemmert hat die Leitung des Archivs im Gladbecker Rathaus übernommen.
  • Antrittsbesuch bei Bürgermeisterin Bettina Weist: Christian Schemmert hat die Leitung des Archivs im Gladbecker Rathaus übernommen.
  • Foto: Stadt Gladbeck
  • hochgeladen von Uwe Rath

Die Stellung war nicht lange vakant und so hat das Stadtarchiv Gladbeck eine neue Leitung: Christian Schemmert hat seit gut einem Monat im Archiv des Gladbecker Rathauses das Sagen. Damit tritt der 38-Jährige Essener die Nachfolge von Katrin Bürgel an, die Anfang Februar zur Stadt Kleve wechselte.

Bürgermeisterin Bettina Weist zeigte sich erfreut darüber, dass das historische „Gedächtnis“ der Stadt nach nur wenigen Wochen der Vakanz in die Hände von Christian Schemmert gegeben werden konnte:„Mit Christian Schemmert haben wir einen jungen, aber dennoch erfahrenen Historiker und Archivwissenschaftler gewinnen können. Das Stadtarchiv ist die zentrale Stelle für alle Fragen zur Gladbecker Stadtgeschichte und steht jedermann offen - umso wichtiger ist es, die Angebote zu unserer Vergangenheit zukunftsfähig aufzustellen.“

Der neue Gladbecker Stadtarchivar freut sich auf die bwechslungsreiche und vielseitige Aufgabe und darauf, mit den Gladbeckerinnen und Gladbeckern über die Geschichte ihrer Stadt ins Gespräch zu kommen. „Dabei sind unterschiedliche Vermittlungsformen denkbar. Klassisch gedacht durch Ausstellungen, Pressemitteilungen, Vorträge, Tage der offenen Tür oder Führungen – aber auch neue Ansätze der Geschichtsvermittlung wird es geben“, erläutert der Historiker. Er sieht das Stadtarchiv als eine attraktive Bildungs- und Kultureinrichtung mit einem vielseitigen Dienstleistungsangebot. Dabei möchte der Archivleiter besonders die jüngere Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler ansprechen, um die Identifikation mit der eigenen Stadt gemeinsam mit den Lehrkräften zu stärken. „Das verstehe ich durchaus als Demokratieauftrag. Denn nur wer sich für seine Umgebung interessiert, setzt sich heute oder später auch für sie ein“, weiß der 38-Jährige, der den verantwortungsvollen Auftrag gerne annimmt, für die künftigen Generationen eine aussagekräftige Dokumentation zur Geschichte der Stadt zu schaffen. Dabei legt der Historiker vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung der Stadtverwaltung auch einen Schwerpunkt darauf, neben den analogen auch die digitalen Serviceangebote des Archivs für Bürger und Verwaltung schrittweise zu erweitern und verfügbar zu machen.

„Digitalisierung umfasst zweierlei Ansätze: Erstens die technische Maßnahme zum Informationserhalt historisch oder rechtlich bedeutsamer Unterlagen, bei denen ansonsten, bei drohendem Papierzerfall, ein Informationsverlust der Originalquellen droht. Zweitens trägt Digitalisierung dazu bei, dass der Zugang zu den Quellen der Stadtgeschichte für Nutzer erleichtert wird, was das Serviceangebot des Stadtarchivs steigert“, erklärt Christian Schemmert.
Sein Master-Studium der Geschichtswissenschaft absolvierte der Historiker an der Universität Bielefeld, sein postgraduales Masterstudium der Archivwissenschaft später berufsbegleitend an der Fachhochschule Potsdam. Sein dreijähriges wissenschaftliches Volontariat führte ihn in das Solinger Stadtarchiv, zuvor war er bereits im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn als Sachbearbeiter tätig.

Der Hobbyfußballer und Fahrrad-Fan kennt zudem den Kreis Recklinghausen und das Ruhrgebiet gut: Der 38-Jährige kommt ursprünglich aus Haltern am See. „Tatsächlich bringe ich zu diesem Teil des Ruhrgebiets eine gewisse Verbundenheit mit, da in erster Linie meine Familie und viele meiner Freunde hier leben. Manche Ecke übt natürlich ihre eigene Faszination aus, wo ich mich nicht nur als Historiker frage, wo im Zeitalter von Kohle und Stahl eigentlich die Grenzen des Eingriffs in die Natur verliefen, wie die Menschen mit diesen Zumutungen der Moderne umgegangen sind, was da für Spannungen und Konflikte im Gemeinwesen auszuhalten waren. Am Beispiel der Stadtwerdung Gladbecks werden mir solche Themen demnächst von Berufs wegen begegnen“, sagt der Archivleiter.

Um das alles besser einordnen und sich orientieren zu können, plant der 38-Jährige zunächst, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden – am besten mit dem Rad.

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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