Geschichte
Neue Stolpersteine für Gladbeck

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Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte seit 1992 über 70.000 so benannte „Stolpersteine“ in 1.265 deutschen Städten und Kommunen. Sie erinnern an das Schicksal der Opfer des Nazi-Terrors, vor allem aber an die jüdischen Mitbürgern, die im KZ grauenhafte Qualen erlebten oder die dort ihr Leben beendeten. Am Freitag (27. September) kamen in Gladbeck 21 neue „Stolpersteine“dazu. Nach der Eröffnung der Ausstellung im katholischen Pfarrzentrum an der Lambertistraße startete die Verlegung der Messingsteine mit den gravierten Namen und den persönlichen Daten an der Friedenstraße 34. Hier erinnern vier Steine an Ella Estera, Isaak, Gustel und Lotte Margulies. Die Patenschaft der verlegten Gedenksteine übernahm das Ratsgymnasium.

Danach ging es zur Humboldtstraße 8. Der Gladbecker Historiker und Studiendirektor a. D., Manfred Samen, informierte über das Schicksal der Kinderärztin Dr. Gertrud Hessberg im Rahmen der Verlegung eines weiteren „Stolpersteins!“

Manfred Samen sprach auch bei der weiteren Verlegung an der Kolpingstraße 2 über den Lebensweg von Isidor Kahn, der sich immer wieder vor den Nazi-Schergen verstecken konnte und durch die Hilfe aufrechter Gladbecker Mitbürger den Krieg überlebte. Dazu eine gute Nachricht: Es ist geplant, in Gladbeck eine Straße nach Isidor Kahn zu benennen.

Die Erich-Fried-Schule übernahm die Patenschaft für drei Steine an der Hochstraße 17. Sie gedenken Paula, Simon und Lutz Schlachter. Hier erinnerten Ebru Kaya, Bayram Salkin und Bilal Ennasiri an das Wirken der Familie Schlachter.

Das Riesener-Gymnasium steht Pate für einen Stein an der Horster Straße 2, gewidmet Luise Cohn. Die Gedenkworte sprach Maximilian Urbaneck.

Der Weg des Gladbecker Bündnisses für Courage ging danach zum Ida- & Max-Kaufmann-Haus, vor dem Krieg ein jüdisches Zentrum der Gladbecker Juden. Sieben Steine erinnern auf dem Bürgersteig an das Leben von Ester Erna Blutstein, Salomon, Ester, Morris, Isidor, Jakob und Solly Ottmann. Die Patenschaft übernahm das Heisenberg-Gymnasium. Für die Gedenkfeier im Rahmen der Stolperstein-Verlegung nahmen aus der Verwandtschaft Chaja Kaufmann, Vicky Roth und ihr Sohn Andrew einen weiten Weg auf sich. Sie hielten in deutscher und englischer Sprache Reden über den Lebensweg ihrer Angehörigen.

Die Aktion mit großer Beteiligung endete in Brauck an der Roßheidestraße 213. Vier Erinnerungssteine stehen für das Leben von Frieda, Moritz, Wolf und Leo Wainstock. Hier recherierte die „Freie Waldorfschule“ und übernahm auch die Patenschaft.

Text und Fotos: Peter Braczko

Autor:

Peter Braczko aus Gladbeck

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