Vollbesetzte Vorpremiere von Goosens "Raketenmännern"

Präsentierte sein neues Buch "Raketenmänner" im Lesecafé der Stadtbücherei: Frank Goosen
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  • hochgeladen von Annette Robenek

„Wenn es Gott gibt, dann teilt er sich den Humor mit Woody Allen“. Dieses Zitat aus Frank Goosens neuem Buch „Raketenmänner“ bringt es auf den Punkt. Lakonisch, trocken und eher leise ironisch, gestattet die Geschichtensammlung, die der Bochumer Autor am Dienstag im Lesecafé der Bücherei präsentierte, Einblicke in die Welt von Männern, die schon viele Abstürze erlebt haben.

So auch der freie Journalist Kamerke, der - wie alle männlichen Protagonisten des Buches - von Goosen nur mit einem Nachnamen ausgestattet ist. Diese findet der Autor unter anderem in Todesanzeigen, die Namen sollen real sein, so wie Geschichten selbst.

Nur eine Seite der Medaille

Denn ein Mann, der sich in einem Tagungshotel aufhält, mit dem festen Vorsatz seine Frau zu betrügen, kommt wahrscheinlicher häufiger vor, als man glaubt. Dass die Ehefrau vorgelegt hat, ist wohl nur eine Seite der Medaille, denn Kamerke, der desillusionierte Schreiber, der seinen „Punch verloren hat“, kommt auch hier nicht zum Zuge.

In die Vergangenheit führt die Geschichte „Play“, eine Männerfreundschaft, die schon zur Zeiten der Musikcassette C 90 begonnen hatte. 30 Jahre später haben sich die Männer Kobusch und Salewski auseinander entwickelt und der Hauch von Melancholie umweht eine bierselige Auseinandersetzung. In deren Verlauf klar wird, das das Leben des Einen nicht so perfekt ist, wie der Andere glaubt.

Kein Kerosin in den Adern

Das ist auch, was Goosens „Raketenmänner“ trotz allem sympathisch und glaubwürdig macht. In ihrem Scheitern sind sie menschlich, sie haben kein Kerosin in ihren Adern und ihre Landung auf dem Boden der Tatsachen ist hart und schmerzhaft.

Die Geschichten um Niederlagen, Freundschaft, Hoffnung, Träume und „echte Frauenfischer“ sind so nicht nur für das vermeintlich starke Geschlecht interessant. Die Vorpremiere jedenfalls führte mindestens ebenso viele Frauen wie Männer in das vollbesetzte Lesecafé. Und alle verließen die Lesung anschließend vielleicht etwas nachdenklicher und vielleicht auch ein wenig schlauer.

Autor:

Annette Robenek aus Gladbeck

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