"Betreuungsgeld ist ein Rückschritt"

Anstatt in der Krippe lieber zuhause? Das geplante Betreuungsgeld ist zum Streitpunkt zwischen den Parteien geworden.
  • Anstatt in der Krippe lieber zuhause? Das geplante Betreuungsgeld ist zum Streitpunkt zwischen den Parteien geworden.
  • Foto: Gensheimer
  • hochgeladen von Annette Robenek

Für große Diskussionen sorgt zur Zeit der Vorschlag der schwarz-gelben Bundesregierung, Eltern, die ihre ein- oder zweijährigen Kinder zu Hause betreuen statt sie in öffentlich geförderte Krippen zu geben, mit einem Betreuungsgeld von 150 Euro im Monat zu unterstützen. Dies werten die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen als ein völlig falsches Signal zur falschen Zeit „Die Pläne der Bundesregierung torpedieren die Anstrengungen der Wirtschaft zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, so Dirk W. Erlhöfer, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen.

Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels sei das Betreuungsgeld ein Anreiz zum Ausstieg aus dem Beruf und würde die Fachkräfteproblematik zusätzlich vergrößern, so Erlhöfer weiter. Stattdessen müsse alles unternommen werden, um Frauen Familie und Beruf zu ermöglichen. „Oberste Priorität muss deshalb sein, den Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten voranzutreiben und die Qualität der pädagogischen Betreuung in den Krippen und Kindertagesstätten zu verbessern.“

Noch immer fehlten bis zum kommenden Jahr 230.000 Krippenplätze – das Ziel der Bundesregierung, von 2013 an allen Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anzubieten, gerate durch die neuen Pläne weiter in Gefahr. „Zu den Zielen einer nachhaltigen Familienpolitik gehört die Sicherung der Existenzgrundlagen von Familien, die adäquate Förderung der Kinder und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies sind die Signale, die Mütter und Väter benötigen, um in ihrer Leistung anerkannt zu werden“, sagt Dirk W. Erlhöfer. „Das Betreuungsgeld ist dafür das falsche Instrument.“

Zur Information: „Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen“ ist eine Bürogemeinschaft aus vier Arbeitgeberverbänden, darunter Tarifträgerverbände für die chemische Industrie, die Metall- und Elektroindustrie und die Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitende Industrie mit zusammen 370 Mitgliedsunternehmen, die rund 73.000 Mitarbeiter beschäftigen.

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