KiTas: „Platzsharing ist eine Schnapsidee“

Müssen sich bald zwei Kinder einen KiTa-Platz teilen? Der KiTa Zweckverband im Bistum Essen ist gegen die Idee des "Platzsharings" von Christian Schramm, Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.
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Als „Schnapsidee“ bezeichnet Peter Wenzel, Geschäftsführer des KiTa Zweckverbands im Bistum Essen, das Platzsharing in Kindertageseinrichtungen. Jüngst hatte der Präsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Christian Schramm, vorgeschlagen, die rund 150.000 fehlenden Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren durch das Teilen eines Betreuungsplatzes zu kompensieren.

„Wir haben wiederholt – zuletzt vor wenigen Tagen – darauf hingewiesen, dass Platzsharing ein Affront ist gegen die für ein Kind wichtigen entwicklungspsychologischen Erfordernisse.“
Die Aufteilung eines Gruppenplatzes auf zwei oder mehr Kinder führe aus Sicht des KiTa Zweckverbands zu einer erheblichen Verschlechterung der Beziehungsqualität.

Die Bedürfnisse der Jüngsten würden in diesem Fall hinter die Interessen von Politik und Wirtschaft treten. „Dabei haben Kinder ein Recht auf Verlässlichkeit und konstante Bezugspersonen. Dazu zählen die Erzieherinnen und Erzieher genauso wie ihre Spielkameraden.“
Die Leidtragenden seien vor allem Kinder unter drei Jahren, weil sie eine deutlich höhere Verbindlichkeit benötigen als ältere Kinder. „Während es für ein Auto beim Parksharing irrelevant ist, neben wem es steht, ist es Kindern gerade nicht egal, mit wem sie spielen und ihre Zeit verbringen“, betont Wenzel.
Platzsharing sei darüber hinaus eine unzumutbare Belastung für das pädagogische Fachpersonal, dessen Arbeit unter dieser „elementarpädagogischen Inkontinenz“ erheblich leiden und an Qualität einbüßen würde, so Wenzel weiter.

Auch der Aufwand für die Dokumentationen zum Bildungsverlauf der Kinder und für die wichtige Kontaktpflege zu den Eltern würde erheblich steigen. „Fest steht: Die Befürworter des Platzsharings haben zu kurz gedacht.“

Autor:

Christian Gensheimer aus Essen-Nord

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