Falsche Vorbereitung fördert den Lehrermangel
Mangelhafte Lehrerausbildung

Viele Lehramtsstudenten fühlen sich nicht gut auf ihren Beruf vorbereitet.
  • Viele Lehramtsstudenten fühlen sich nicht gut auf ihren Beruf vorbereitet.
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Der Lehrermangel an Schulen wird immer akuter und es wird stetig versucht, dagegen anzugehen. Ein möglicher Grund, dass Studenten unzureichend auf ihre Lehrersituation vorbereitet worden sein könnten, bleibt hierbei unbeachtet.

Von: Jasmin Stüting

Der Einstellungsbedarf an den Schulen in NRW ist weitaus höher als das Angebot an Lehrkräften. Dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. So die Prognose des Schulministeriums NRW.

Neben anderen Gründen kann auch die mangelhafte Lehrerausbildung ein Auslöser für diesen Lehrermangel sein, befürchten einige Studenten. Laut aktuellen Umfragen, fühlen sie sich unvorbereitet und nehmen diese Unsicherheiten mit ins Berufsleben.


Die aktuelle Situation

Laut den Lehrplänen verschiedener Universitäten in NRW, ist das Lehramtsstudium hauptsächlich auf die Vermittlung inhaltlicher Aspekte ausgelegt. Dabei werden allerdings viele soziale Aspekte vernachlässigt.

Die Studenten hingegen sind der Meinung, dass grade diese Aspekte ihnen sehr weiter helfen würden sich auf die Alltagssituationen vorzubereiten.

Nach dem Landesausbildungsgesetzt (LABG 2009) sind während des Studiums drei Praxisphasen vorgeschrieben, allerdings kaum Kurse die auf die Praxis vorbereiten.


Die Sicht der Studenten

Im Rahmen einer Studienarbeit nahmen insgesamt 55 Lehramtsstudenten an einer anonymen Umfrage zur Lehrerausbildung teil. Die Studenten befinden sich in verschiedenen Fachsemestern und studieren an verschiedenen Universitäten.

Dabei stellte sich heraus, dass sich grade einmal ein Viertel der Befragten ausreichend auf die berufliche Zukunft vorbereitet fühlt.

Nur knapp elf Prozent finden, dass es genug Lehrveranstaltungen zum Erwerb sozialer Kompetenzen gibt. Der Großteil fordert eine klare Veränderung im Studiumsverlauf.

"Ich wünsche mir weniger fachlichen Stoff, den wir sowieso nie anwenden müssen und dafür mehr Seminare oder Vorlesungen im Pädagogischen Bereich," klagt ein Teilnehmer der anonymen Umfrage: "Also Themen die uns auf den Umgang mit Schülern oder auch Eltern vorbereiten. Zum Beispiel, wie man erfolgreich Elterngespräche führt. Oder wie man mit Kindern umgeht, die persönliche oder soziale Probleme haben."


Eine Stimme aus Gladbeck

Auch die Gladbecker Lehramtsstudentin Nina K. ist nicht zufrieden mit ihren Studieninhalten. "Von der Uni fühle ich mich bis jetzt nicht ausreichend auf die berufliche Zukunft vorbereitet, ob sich das noch ändert bezweifle ich", so die 20 Jährige.

Sie wünscht sich, dass auch die fachlichen Inhalte mehr an die Praxis angepasst werden würden.
"Die Lehrerausbildung ist nicht gut, aber ich habe jetzt mein erstes Praktikum und die Lehrer dort fangen alles wieder auf."

In ihrem Praktikum konnte sie nun selber Unterricht übernehmen und aktiv Praxiserfahrungen sammeln.
Dies ist so nicht im Studiumsverlaufsplan vorgesehen. "Normalerweise sitzt man nur mit in der Klasse und beobachtet die Lehrer."

Dennoch sind Nina und auch ihre Mitstudenten sehr froh über diese praktische Übung.
Diese Möglichkeit besteht allerdings nur in bestimmten Fällen. "Meine Kommilitonen übernehmen auch schon Unterricht, aber nur weil an deren Schulen sonst oftmals nicht genug Lehrer da sind zum unterrichten."


Die politische Lage

In den Medien kann beobachten werden, dass die Politik der Förderung von sozialen Kompetenzen kaum Aufmerksamkeit schenkt. Sie legt ihren Fokus darauf, dass die Studenten mehr auf die Digitalisierung vorbereitet werden.

Autor:

Jasmin Stüting aus Gladbeck

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