Nachtfahrverbot für Lkw und allgemeines Tempolimit: Autobahngegner klagen für mehr Verkehrsberuhigung auf der B 224 in Gladbeck

Dem alltäglichen "Stau-Wahnsinn" auf der B 224 begegnen soll die vom "Bürgerforum Gladbeck" organisierte und finanzierte Klage gegen die Stadt Gladbeck und die Bezirksregierung Münster. Gefordert wird seitens der Kläger auf dem B 224-Teilstück durch Gladbeck ein Tempolimit von 50 Stundenkilometer und ein nächtliches Fahrverbot für Lkw.
  • Dem alltäglichen "Stau-Wahnsinn" auf der B 224 begegnen soll die vom "Bürgerforum Gladbeck" organisierte und finanzierte Klage gegen die Stadt Gladbeck und die Bezirksregierung Münster. Gefordert wird seitens der Kläger auf dem B 224-Teilstück durch Gladbeck ein Tempolimit von 50 Stundenkilometer und ein nächtliches Fahrverbot für Lkw.
  • Foto: Dyhringer/Lokalkompass Gladbeck
  • hochgeladen von Uwe Rath

Gladbeck. Gleich mehrere Gladbecker Bürger haben am 1. Juni 2016 eine Klage gegen die Stadt Gladbeck und die Bezirksregierung Münster erhoben. Organisiert und finanziert durch das "Bürgerforum Gladbeck" will man so eine Reduzierung des Verkehrs auf der B224, insbesondere eine Verminderung des nächtlichen Lärms, erkämpfen.

Nach Angaben des Bürgerforums ist der Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gerichtet auf Reduzierung der maximal zulässigen Geschwindigkeit im Stadtbereich von 70 auf 50 Stundenkilometer und auf ein Fahrverbot für LKW in den Nachtstunden, verbunden mit weiträumigen Umleitungsmaßnahmen. Nach Angaben des "Bürgerforum Gladbeck" haben Messungen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, des TÜV Nord und auch eigene Erhebungen deutliche Überschreitungen der maßgeblichen Lärmgrenzwerte ergeben, insbesondere in den Nachtstunden.

Lärm vermindern

„Mit unserer Klage werden wir eine spürbare Verringerung aller gesundheitsgefährdenden Immissionen sorgen, die von der B224 ausgehen“, erklärt Matthias Raith als Vorsitzender des "Bürgerforum Gladbeck" in einer Mitteilung an die Presse. „Erstmals seit Jahrzehnten wird damit ein praktischer Schritt zur Beendigung der immer unerträglicher werdenden Verkehrssituation auf der Gladbecker Ortsdurchfahrt der B224 unternommen“.

Mobilitätskonzept

Die Klage, so Raith weiter, sei ein wichtiger Baustein zur Umsetzung des vom "Bürgerforum" entwickelten Mobilitätskonzepts, mit dem nachgewiesen werden könne, wie die Verkehrssituation auf der Nord-Süd-Verbindung von Marl bis Essen ohne die für Menschen und Wirtschaft der Stadt Gladbeck enorm schädliche A52 wesentlich verbessert werden könne. Weiter führt Raith aus, dass nach vergleichbaren Erfahrungen aus anderen Städten aufgrund der angestrebten Verkehrsbeschränkungen mit einer raschen Neuprogrammierung der Navigationssysteme zu rechnen sei. Dies werde dann schnell eine spürbare Reduzierung des Fernverkehrs und einen staufreien Vorrang der B224 für den Regional- und Personenverkehr bewirken.

Für die Klageerhebung war nach Angaben des "Bürgerforums" auch die Auswertung der im Bundesverkehrswegeplan 2016 veröffentlichten Pläne der Bundesregierung für die A52 durch Gladbeck ausschlaggebend. Der Bau eines Tunnels von 1,5 Kilometer Länge, der dem Rat und den Bürgern der Stadt "vorgegaukelt" worden sei, sei in den offiziellen Planungen des Bundes nicht enthalten. Die vom Bund dagegen beabsichtigte offene Verkehrsführung mit zwei Kurztunneln von zusammen 380 Meter Länge auf Gladbecker Gebiet sei wegen des sehr niedrigen Nutzen-Kosten-Verhältnisses selbst nach den vom Bund erstellten Regeln nicht finanzierbar.

A 52-Illusion vom Tisch

"Bürgermeister Roland und seine Mitstreiter haben sich mit ihrer vorschnellen und streckenweise nicht auf wahren Tatsachen basierenden Kampagne für die A52 bis auf die Knochen blamiert," jubiliert Mathias Raith.

„Mit der Klageerhebung sorgen wir dafür“, sagt Raith, „dass Gladbeck nicht bis St. Nimmerlein unter einer für Gesundheit und Lebensqualität schädlichen, auf Illusionen beruhenden Verkehrspolitik leiden muss. Wir zeigen ganz praktisch, dass es auch anders geht. Die Illusion einer A52 durch Gladbeck muss endlich vom Tisch.“

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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