Planfeststellungsverfahren A52 – Offenlage verschoben

Die Offenlage der Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren zu dem vom Land beabsichtigten Ausbau der B 224 zur A 52 auf Gladbecker Stadtgebiet zwischen Bottrop und der A 2 wird voraussichtlich nicht mehr im Jahr 2014 erfolgen.

Unterlagen nicht komplett

Ursprünglich sollten die Unterlagen nach den Herbstferien ausgelegt werden, jetzt ist die Stadt darüber informiert worden, dass die von Straßen.NRW vorzulegenden Unterlagen offensichtlich noch nicht komplett sind. Die Bezirksregierung geht zwar davon aus, dass die Unterlagen demnächst vervollständigt werden. Sie weist jedoch darauf hin, dass in der Regel dann nicht ausgelegt wird, wenn in die Frist für die Bürgerinnen und Bürger Schulferien fallen. Mit einer Offenlage noch in diesem Jahr ist wegen der Weihnachtsferien daher nicht mehr zu rechnen.

Auswirkungen auf das gesamte Stadtgebiet

Der Rat der Stadt Gladbeck hatte sich bekanntlich bereits in der Sitzung am 18. September für eine Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens eingesetzt und gefordert, die Folgen des beabsichtigten Ausbaus bis zur A 2 für das gesamte Stadtgebiet in das Verfahren einzubeziehen.

Salami-Taktik muss aufhören

„Die Salami-Taktik von Straßen.NRW muss aufhören,“ sagt Bürgermeister Ulrich Roland dazu. „Ein Ausbau zwischen Bottrop und dem Autobahnkreuz wird massive Auswirkungen auf die gesamte Stadt Gladbeck haben: Das Nadelöhr, der stark staubelastete Bereich mitten in unserer Stadt, wenige Meter entfernt vom Marktplatz, bleibt bestehen! Mit dieser Planung ist keine Lösung des Kernproblems verbunden, im Gegenteil,der Stau wird konserviert, wird sich sogar weiter verschlimmern. Die Situation für die Menschen in Mitte, Ost und Butendorf wird schlechter.Dies ist auch für die Wirtschaftaußerordentlich negativ. Gladbecker Belange werden in dieser Teilplanung überhaupt nicht berücksichtigt. Deshalb hat der Rat zu Recht darauf bestanden, dass die Auswirkungen eines möglichen Ausbaus von Teilstücken der B 224 auf unsere ganze Stadt berücksichtigt werden müssen!“

Höchststrafe für Gladbeck

„Nach der Aufkündigung des Ratsbürgerentscheides durch Land und Bund stellen die bekannt gewordenen Planungen eine ‚Höchstbestrafung‘ der Gladbecker Bürgerinnen und Bürger dar,“ erklärt Ulrich Roland.
„Ein Ausbau der B 224 zwischen Bottrop und dem unverändertenAutobahnkreuz ist die schlimmstmögliche Planung für Gladbeck. Um eine Lösung für das berechtigte Anliegen der Stadt Bottrop - Lärmschutz für die Bürgerinnen und Bürger in Welheim-zu erreichen, soll in Gladbeck eine Autobahn gebaut werden, die kein Problem löst aber massive negative Auswirkungenfür alle Gladbecker Bürgerinnen und Bürger mit sich bringt!“
Deshalb müsse, so der Bürgermeister, zwingend der gesamte Verlauf der B 224 in Gladbeck betrachtet werden, um dann entscheiden zu können, was ist die beste Lösung für Gladbeck.

LINKE: Für Gladbeck ein guter Tag

Auch die Gladbecker LINKE wertet die Verschiebung als wichtigen Erfolg für Gladbeck. "Eine solche Wirkung des Ratsbeschlusses, in dem durch Vorschlag der LINKEN auch die Forderung der Aussetzung des Planfeststellungsverfahrens aufgenommen wurde, hat die Fraktion nicht erwartet. Der Ratsbeschluss zeigt aber auch schonungslos die fehlerhafte Abschnittsbildung und die ungenügenden Betrachtungsräume im Verfahren auf", so Fraktionsvorsitzender Olaf Jung in einer Pressemitteilung.

"Für Gladbeck ist dies ein guter Tag, jetzt sollte auch jeder Autobahnbefürworter einsehen, dass es auf viele Jahre hinaus aus dem Autobahnbau nichts wird."

Autor:

Annette Robenek aus Gladbeck

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