Stadt Gladbeck will Erhalt desLuther-Forums "unterstützen" - Verwaltung sieht aber auch die Evangelische Kirche in der Pflicht

Die Stadt Gladbeck will den Erhalt des "Martin Luther Forums" an der Bülser Straße wohl "unterstützen", sieht aber auch die Evangelische Kirche in der Pflicht.
  • Die Stadt Gladbeck will den Erhalt des "Martin Luther Forums" an der Bülser Straße wohl "unterstützen", sieht aber auch die Evangelische Kirche in der Pflicht.
  • Foto: Kariger/STADTPSPIEGEL Gladbeck
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Gladbeck-Ost. Es kommt mehr Bewegung in die Angelegenheit "Erhalt des Martin Luther Forums Ruhr": Die Stadt Gladbeck ist scheinbar von ihrer bisherigen Haltung leicht abgewichen und setzt nun eigenen Aussagen nach auf eine erfolgreiche Arbeit der von der Regierungspräsidentin Dorothee Feller intiierte Arbeitsgruppe.

Ausschlaggebend für das Umdenken im Rathaus war aber offensichtlich der Verlauf der Mitgliederversammlung, zu der der "Förderverein des Martin Luther Forum" vor wenigen Tagen eingeladen hatte. "In der Versammlung war klar erkennbar, dass alle Beteiligten eine Lösung wollen, die eine öffentliche Nutzung der ehemaligen Markuskirche nach dem vom Trägerverein verkündeten 'Aus' des Martin Luther Forums für die nächsten zehn Jahre sicherstellt," schreibt die Stadt Gladbeck in einer Mitteilung an die Presse.

900.000 Euro an öffentlichen Gelder

Eine solche Lösung sei für die Stadt Gladbeck sehr wichtig, versichert die Verwaltung. "Von der guten bisherigen Arbeit hat die Stadtgesellschaft insgesamt profitiert. Allerdings geht es jetzt neben der inhaltlichen Bedeutung des Forums auch um den städtischen Haushalt."

Konkret handelt es sich hierbei um die 800.000 Euro, die die Bezirksregierung der Stadt Gladbeck im Jahr 2008 zur Weiterleitung an den Trägerverein des Martin-Luther-Forum weitergeleitet hat. Den genannten Betrag hat die Stadt Gladbeck zuzüglich weiterer 100.000 Euro an städtischen Mitteln an das "Martin Luther Forum" überwiesen. "Im Gegenzug hat sich der Trägerverein aber verpflichtet, das Forum bis 2028 zu betreiben," schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung. "Sollte dies nicht erfolgen, steht eine anteilige Rückzahlung der Fördermittel in Höhe von 450.000 Euro im Raum. Diese Zahlung müsste die Stadt übernehmen. Ergebnis: Der eng gesteckte städtische Haushalt wird dann scheitern."

Gleichbehandlung mit anderen Vereinen

Von der Forderung "Stellen Sie uns in eine Reihe mit anderen Vereinen" durch den neuen Fördervereins-Vorsitzenden Peter Drecker fühlt man sich im Rathaus sehr wohl angesprochen und hat hierfür angeblich auch Verständnis. Doch ganz uneingeschränkt will man seitens der Verwaltung der Forderung nicht nachkommen. Es wird darauf hingewiesen, dass derzeit die Vereine städtische Gelder erhalten, die auch ehemalige städtische Einrichtungen betreiben, wie zum Beispiel das Freibad, den Kotten Nie und auch die Neue Galerie. "Diese Einrichtungen hatte die Stadt zuvor mit einem höheren finanziellen Aufwand selbst betrieben. Nur dank des ehrenamtlichen Engagement der Vereine und eines geringeren städtischen Zuschusses konnten diese Einrichtungen überhaupt für die Stadtgesellschaft erhalten werden, davon profitieren auch die Steuerzahler", teilt die Stadt Gladbeck mit. Den Vereinen, die ehemalige städtische Einrichtungen betreiben, dankt die Verwaltung nachdrücklich.

Vor diesem Hintergrund sieht man im Rathaus die Evangelische Kirche zumindest teilweise in der Pflicht. Die Kirche könne zumindest prüfen, ob dies nicht auch für sie ein Modell sein könnte. Denn: "Eigentümerin des Gebäudes ist die Kirche, sie profitiert von der erheblichen Aufwertung des Kirchengebäudes durch die Fördermittel des Landes und der Stadt," bezieht die Verwaltung eindeutig Stellung. Insofern müsse auch seitens der Evangelischen Kirche ein deutliches Interesse am Erhalt der öffentlichen Nutzung bestehen, da die Kirche anderfalls selbst komplett für den Erhalt des denkmalgeschützten Kirchengebäudes aufkommen müsste.

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