Superstar, Super-Event, Super-Bürger, Super-Präsident

Deutschland sucht und sucht... den Superstar, das Supertalent, den besten Lehrer, den klügsten Schüler, das schlauste Bundesland...und inzwischen auch den Super-Präsidenten.
Es ist schon verwunderlich, dass in den heutigen Zeiten der Superlative so ganz nebenbei alles den Bach herunter geht. Ob Politik oder Gesellschaft, ob Jung oder Alt, ob Deutschland oder Europa - das freudvolle Lachen bleibt einem im Halse stecken und der seit ewigen Zeiten vom Bürger viel benutzte Satz mit Einlull-Charakter: "ES GEHT UNS DOCH GUT" hat beim Blick in die eigene Taschen und Portemonnaies endlich ausgedient.

Da müssen nun allein die Medien die Aufgabe übernehmen, als "Muntermacher" zu fungieren und mit Sendungen wie "Deutschland sucht das Supertalent, den Superstar oder Wir lieben Deutschland" für gespielten Optimismus zu sorgen. Das gelingt auch so lange, wie man nicht zufällig oder (wie ich) gewollt in einer Sendung wie REPORT landet, die einem die rosa Brillen und die vor den Kopf genagelten Bretter herunterreißt und uns mit Tatsachen konfrontiert, die uns nur noch das Kopfschütteln lehren. Ob Neonazis, Pleitegeier, Vetternwirtschaft, Lobbyismus - ein Sodom und Gomorrha breitet sich in diesem unserem Land aus, das mich als Bürger zwischen Wut, Resignation und Ekel hin und her wirft.

Wenn sich also Verantwortungsträger wie unsere Damen und Herren Politiker leisten, grobe Fehler zu machen, Staats- und Steuergelder zu verschwenden, sich dem Kapitalmarkt durch fehlende Gesetze zu beugen, Staatsverschuldung in die Höhe zu treiben, Fehlentscheidungen zu treffen, die wie in Duisburg Menschen das Leben kosten oder Wahrheiten zu verkrümmen wie es gerade bei dem wichtigsten Mann des Staates passiert ...
dann muss der Bürger per Volksabstimmung in Kommune, Land und Staat das Recht erhalten, diesem Treiben per Stimme ein Ende zu machen. Es kann in Zukunft kein Parteienpoker mehr darüber befinden, wer MEIN Bundespräsident wird! Jede Bewerbung endet mit der Auswahl des BESTEN - und so erwarte ich, dass auch der Bürger - in welcher Form auch immer - an der Wahl seines Staatspräsidenten beteiligt wird, damit die Chance, den/ die BESTE/N zu finden, erhöht wird.

Bevor ich mich aber nun in Rage schreibe, hier zum Schluss lieber etwas zum Schmunzeln:
Man darf nie das Gefühl haben, dass man im politischen Geschäft ein Star wäre, sondern man hat verdammt noch mal seine Arbeit zu machen.
(Karl-Theodor zu Guttenberg)

Autor:

Barbara Erdmann aus Gladbeck

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