Wahlplakate 2017 - Da müssen wir noch besser werden

Gezielt zerstörte Wahlplakate der AfD
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  • hochgeladen von Kurt Rohmert

„Da müssen wir noch besser werden“ Wer erinnert sich? Richtig, einer der Standardsätze unserer Kanzlerin auf die vielen Fragen im Wahlkampf dieses Jahr. Wann hat sie nicht gesagt, sie regiert ja erst 12 Jahre. Bemerkenswert, auf den Wahlplakaten ist die Welt für die CDU in Ordnung. Das suggerieren zumindest ihre Slogans. Mir allerdings geht’s anders, ich finde, diese Flachheiten auf Papier strapazieren und langweilen. Namhafte Zeitungen wie die Süddeutsche nennen das „inhaltsbefreit“ und vergeben die Note 5 für millionenteure Sprüche von Werbestrategen. Wovon ist die Rede?

Mit dem zentralen Plakat beweist die CDU, wie weit sie sich vom Bürger entfernt hat. Da lächelt Frau Merkel vor der Deutschen Nationalflagge und verspricht „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Mal ehrlich, wer ist nicht für ein solches Land. Aber was ist mit den Millionen, die keine Anteilnahme haben? Hier zeigt sich, dass deren Probleme über eine inhaltsleere Floskel nicht thematisiert werden sollen. Diese Dinge sind, obwohl sie die Menschen beschäftigen, im Wahlkampf ganz bewusst unerwünscht. Fortsetzung dieser Nichtinformation findet mit einem zweiten Plakat statt „Für Sicherheit und Ordnung“. Ist es nicht eine Unverfrorenheit, der Bevölkerung vorzutäuschen, für Sicherheit vor Zuständen zu sorgen, die Merkel und die CDU selbst herbeigeführt haben?

Auf dem zentralen Wahlplakat der SPD lächelt Martin Schulz mit festem Blick, der die überraschende Erkenntnis signalisiert, dass „die Zukunft neue Ideen braucht“. Wer wünscht sich das nicht, Altes durch neue Ideen überwinden, einfach durch ein simples Kreuzchen. Die machen das schon, die haben die richtigen Ideen. Aber welche? Das verraten uns andere Plakate „Bildung darf nichts kosten“ oder „Damit die Rente nicht klein ist“. Natürlich kostet die Bildung, sie wird über unsere Steuern finanziert. Und: Die SPD war für die Kürzung der Renten massgeblich verantwortlich. Das nenne ich Zynismus. Und „Warum Europa“ will für eine undemokratische EU werben, in der europäische Staaten ihre Souveränität an einen Koloss abgeben, wo Verträge und Vereinbarungen nicht eingehalten werden, wo die Bürger noch weniger Einfluss auf Entscheidungen haben und speziell die BRD noch stärker zur Kasse gebeten wird.

Die Grünen haben sich in vielen Regierungsjahren mit der SPD zu einem ideologischen Block vereinigt. Ihr Plakat „Von weniger Europa hat keiner mehr“ soll witzig klingen, zu Zustimmung verleiten. Aber wie bei der SPD wird ein Monster bejubelt, wo kein Bürger mehr, sonder lediglich weniger zu sagen hat. Und das vielgepriesene WOLLEN und MACHEN dürfte speziell in NRW allen Wählern noch gut in Erinnerung sein, auch wenn ihre Plakate nichts dazu verraten. Selbst ihre Umweltkompetenz haben sie längst anderen überlassen, aufgefallen ist sie in der Vergangenheit eher als Verbotspartei.

Rätsel gibt auch die FDP auf. Der Mann mit dem Vier-Tage-Bart verkündet „Jetzt wieder verfügbar: Wirtschaftspolitik“. Mit Grausen denke ich da an einen Herrn Rösler! Dieser sorgte, trotz des Spruchs „Jetzt wird die FDP liefern“, für die Verbannung aus dem Bundestag. Dieses Mal siehts wohl besser aus. Fachleute bezeichnen ihre Werbung als gut gemacht, obwohl sie wie ein Werbekatalog wirkt.

Auch die Linke verrät wenig darüber, was sie zum Wohle aller verändern will. „ Sicherer Job, planbares Leben“ oder „ Renten mit Niveau“ und „Vor Armut schützen“ sagen mir nichts, das sind ungenaue Versprechen auf der Basis einer Neiddebatte. Sicher ist, sie wollen die Veränderung, aber wer in diesem Land will das nicht. Was sie aber schon geändert haben, ist der Umgang mit bürgerlichen oder wertkonservativen Meinungen. Hetze kommt von Rechts, aber nicht nur. Wer aber ständig und überall "Hass" verortet und "Fremdenfeindlichkeit" vermutet, ist womöglich selbst davon erfüllt (S. Freud).

Den Vogel schiesst sicher Die Partei ab, die gar keine sein will. Eine Satire-Truppe, die wütende Kritik auf sich zieht. Trotzdem, man muss sie nicht wählen, aber aushalten.

Wie ist die Meinung von Fachleuten? Logisch, die Meinungen gehen auch hier weit auseinander. Ingo Hamm von der Hochschule Darmstadt empfiehlt, Politik und Politiker als Marke aufzubauen, denn „Eine Marke ist ein Leistungsversprechen. Das ist bei der Politik nicht anders.“ Womit ich bei der Frage bin, welche Versprechen werden denn eingehalten? Wissen wir Wähler doch, dass das Haltbarkeitsdatum am 24.9.2017 ausläuft. Für die genannten Parteien ist Demokratie, wenn wir Bürger ein Kreuz machen. Willy Meurer sagte einmal „ Der Wähler gibt seine Stimme ab und ist anschließend sprachlos“ (bekannter Aphoristiker).

Übrigens: Richtig, eine Partei fehlt. Leider haben deren Plakate nur eine sehr kurze Lebensdauer und sind in der Öffentlichkeit kaum vohanden. Mitbürger aus dem linken Spektrum sind der Meinung, das man nicht nur die Plakate zerstören sondern auch die Wahlhelfer gleich krankenhausreif schlagen muss. Nur, was hat das mit Demokratie zu tun? Zur Demokratie gehören die Chancengleichheit, freie Wahlen ohne Behinderung oder Beeinflussung und Medien. die durch Ausgewogenheit und Überparteilichkeit zur Meinungsvielfalt beitragen.

https://www.tagesschau.de/ausland/eu-bratislava-10...

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