Wir bezahlen mit unserer Gesundheit

Schaut man sich die Wahlbeteiligung in Gladbeck oder der Republik an kann man sich nur wundern. Mittlerweile liegt der Durchschnitt unter 50%. Fragt man nach den Gründen für diese Wahlmüdigkeit höre ich immer wieder: unsere Parteien versagen, weil ihnen der Bezug zur Bevölkerung fehlt. Vor allem SPD und CDU verhindern Debatten um Themen, die die Menschen interessieren. Die Forderung von Frau Fahimi (SPD Generalsekretärin) nach längeren Wahlen ist blanker Unsinn, ich empfehle ihr, sich mal mit dem Umgang ihrer Partei mit den Menschen in Gladbeck zu befassen.

Es ist mittlerweile kein Geheimnis, dass weder der Bürgerentscheid noch die Zusage zur Einstellung der Planung eingehalten wird. Diese Zusage hat es aber gegeben (Video Link beim Bürgerforum). Auch das Märchen über einen Runden Tisch und der angeblich gefundene Kompromiss zeigen das wahre Gesicht dieser „Volkspartei“.

So richtig fassungslos macht einen aber die Begründung des Ministers zum Ausbau zur A 52 und die Ergebnisse seiner Gutachten. Alles zu finden im Rathaus seit dem 07.Januar. Falls man die Tricks in den Unterlagen merkt!

Zur allgemeinen Information: Der Feinstaub PM2,5 ist laut WHO lebensgefährlich, er erzeugt Lungenkrebs, die EU rügt Deutschland, die EU erklärt, dass die die derzeitigen Grenzwerte viel zu hoch sind und von Greenpeace stammt die Aussage, jedes Jahr sterben in Deutschland 75.000 Menschen durch die Belastung mit Russpartikeln.

Sicher ist, die Gutachten vom Minister be-weisen, die Grenzwerte beim Bau und Betrieb des Autobahnkreuzes/A52/B224 von Lärm, Stickstoffoxid und Feinstaub sind erschreckend hoch. Ich zitiere PFStV-Bericht S.32: „Der geltende Wert für NO2 wird überwiegend … nicht eingehalten“ und weiter „eine Überschreitung der PM10 Kurzzeitbelastung … ist wahrscheinlich“ sowie „die PM2,5 Immissionen sind ... als erhöht bis hoch einzustufen“. Tatsächlich liegen die Werte für PM2,5 in diesem dubiosen Gutachten so hoch, dass sie nur unter Berücksichtigung der Grenzwerte von 2015 als hinnehmbar erscheinen. Aber nimmt man die Grenzwerte von 2020 (was nahe liegt), dann sieht es ganz anders aus! Auch die unzumutbare Lärmbelastung entlang der B224 muss ertragen werden.

Ein Arzt argumentiert anders. Danach sind auch Immissionen unterhalb der Grenzwerte gesundheitsgefährlich, besonders für Kinder. Wenn man die berechtigten Forderungen der Gladbecker Ernst nehmen würde und
alles Nötige täte, um deren Gesundheit zu garantieren (was möglich ist und wozu Politiker verpflichtet sind), dann erscheint das Gegenargument der SPD Regierung menschenverachtend: Diese Lösung ist zu teuer! Ein Widerspruch zum Luftreinhalteplan Ruhrgebiet Nord S.163/164.

Wer jedoch denkt, dass der Anstieg des Verkehrs auf der B224, der auf S.3 den Ausbau begründet (Luftgutachten, 2017: Anstieg auf etwa 70.000Autos/LKWs=18%), zu irgendwelchen Massnahmen führt, der wird enttäuscht. Alle Vorschläge des Bürgerforums sowie des Bürgermeisters finden KEINE Beachtung. So viel zu Thema Bürgernähe und Bürgerbeteiligung.

Übrigens: Die SPD Landesregierung hat Rauchen in Kneipen verboten. Rauchen kann tödlich sein. Es erzeugt Lungenkrebs. Mit der gleichen Konsequenz müsste man folglich auch Diesel LKWs verbieten oder das Wohnen an Autobahnen.

Autor:

Kurt Rohmert aus Gladbeck

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