Apotheker: Krankenkassen sind schuld an Lieferengpässen!

Macht die Gesetzlichen Krankenkassen für die Lieferengpässe von Medikamenten verantwortlich: Christoph WItzke, Sprecher der Gladbecker Apothekerschaft.
  • Macht die Gesetzlichen Krankenkassen für die Lieferengpässe von Medikamenten verantwortlich: Christoph WItzke, Sprecher der Gladbecker Apothekerschaft.
  • hochgeladen von Uwe Rath

So manches Gladbecker Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse ist ziemlich sauer: Sauer auf seinen Hausarzt und sauer auch auf seinen Apotheker. Denn der Medikamentenmarkt ist erneut arg in Bewegung geraten und dazu gibt es auch noch Lieferengpässe.

Christoph Witzke, Sprecher der Gladbecker Apotheker, hat den Schuldigen für die Misere schon ausgemacht: Die gesetzlichen Krankenkassen. Denn die Versicherer haben neuerlich Ausschreibungen durchgeführt, neue Rabatte ausgehandelt und die „Suppe auslöffeln“ müssen nun die Verbraucher.

Patienten müssen die „Suppe auslöffeln“

In der Praxis bedeutet dies, dass sich - vor allen Dingen chronisch kranke - Patienten zum wiederholten Male an neue Medikamente gewöhnen müssen. „Das Präparat ist wirkungsgleich, aber eben preiswerter. Und so kommen die neuen Verträge zwischen den Pharmaunternehmen und den Krankenkassen zustande,“ erläutert Christoph Witzke. „Wir Apotheker müssen das Vertragsmedikament der Krankenkasse ausgeben, egal, was auf dem vom Arzt ausgestellten Rezept steht.“
Allein schon dieser Umstand sorgte bei vielen Krankenversicherten für Verdruss und bei den Apothekern für viel Arbeit. „Wir mussten die Kunden aufklären. Das war nicht immer leicht,“ erinnert sich Christoph Witzke. Inzwischen hat sich die Lage sogar noch zugespitzt, denn zu allem Überfluss gibt es auch noch Lieferengpässe. Für nicht wenige Medikament gilt augenblicklich „Ausverkauft!“. Und das bedeutet für chronisch Kranke, dass sie nochmals andere Ersatzpräparate erhalten. „Noch einmal, die Wirkung der Präparate ist gegeben,“ versichert Christoph Witzke. „Die Verunsicherung unserer Kunden aber wird immer größer.“

Zusätzliche Bürokratie für die Apotheker

Für die Apotheker bringt die aktuelle Lage zusätzliche Arbeit mit sich. Denn sie müssen mit viel bürokratischem Aufwand gegenüber den Krankenkassen schriftlich begründen, warum sie nicht das eigentlich vorgesehene Vertrags-Präparat ausgegeben haben.
Und auch für das Problem der Lieferengpässe sind aus Sicht von Christoph Witzke ohne Einschränkung die Gesetzlichen Krankenkassen verantwortlich. „Das kommt davon, wenn ein kleines Unternehmen, das bei der Ausschreibung den günstigsten Preis gemacht hat, den Zuschlag erhält und auf einmal mit seiner Produktion dem Bedarf einer mitgliederstarken Krankenkasse nicht gewachsen ist.“
Als Beispiel führt Christoph Witzke ein Antidepressivum an, das von neun Herstellern produziert wird. Aktuell kann aber lediglich einer der Produzenten das Präparat liefern.

Kassen sparen am falschen Ende!

Für Witzke ist es absilut ein „Unding“, das in einem Land wie Deutschland ein Medikament einfach nicht mehr erhältlich ist. Und Witzke sieht noch eine andere Gefahr aufkommen. Nach Angaben des Apothekersprechers sei es erwiesen, dass bei Patienten, die ständig andere Medikamente bekommen würden, die Bereitschaft nachlasse, die verschriebenen Arzneimittel auch wirklich gewissenhaft einzunehmen.
Für den Sprecher der Gladbecker Apotheker steht außer Frage, dass die aktuelle Problemlage auf Dauer hohe Kosten verursachen werde. So würden die Krankenkassen schlichtweg am falschen Ende sparen.

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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