Der „Hüter“ geht in den Ruhestand

Wird am 29. Januar im Rahmen eines Gottesdienstes in der Christuskirche verabschiedet: Küster Wilfried Roßmann.
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  • Foto: Bugzel
  • hochgeladen von Annette Robenek

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes am Sonntag, 29. Januar um 10 Uhr in der Christuskirche verabschiedet die Evangelische Kirche Gladbeck-Mitte ihren langjährigen Küster Wilfried Roßmann in den wohl verdienten Ruhestand.

Roßmann versah 22 Jahre seinen Küsterdienst in Gladbeck, davon allein 13 Jahre an der Christuskirche. Rund um das Gotteshaus und Dietrich-Bonheffer-Haus ist der 63-Jährige vielen Besuchern bekannt. Schon am Samstag richtete er die Kirche her, schmückte den Altar mit Blumen, wechselte die Kerzen aus und bereitete das Abendmahl vor bevor er dann am Sonntagvormittag die Glocken läuten ließ und den Kirchgängern freundlich das Gesangbuch reichte.
Auch für die zahlreichen Konzert-, Veranstaltungs- und Ausstellungsbesuchern in der Gemeinde ist Wilfried Roßmann kein Unbekannter. Geduldig wartete der Küster oft bis spät in die Nacht, bevor die Letzten den Heimweg antreten, um dann die Kirche oder das Gemeindehaus zu schließen. Unter der Woche war Roßmann Koordinator für alle anfallenden Arbeiten im Bonhoeffer-Haus, den Kindergärten, in der Kirche. Seine Aufgaben waren vielfältig: Termine koordinieren, Kollekten abrechnen, Stühle und Tische stellen, Räume vorbereiten, Gartenanlagen pflegen und auf die vielen kleinen und großen Wünsche der Gemeindegruppen eingehen. Da war viel Geduld und Gelassenheit gefordert. Nachfolger von Wilfried Roßmann wird Mike Preßon (37). Der Küster (lat. custos, d.h. „Hüter“ oder „Wächter“) bezeichnet einen alten Beruf in der Kirche, bereits das Alte Testament berichtet über die Gruppe der Leviten, die in Tempel und Synagoge als Helfer dienten. Im frühen Christentum übernahmen Diakone neben ihren karitativen Aufgaben auch das Amt, im Gottesdienst für kirchliche Ordnung zu sorgen. Im 17. und 18. Jahrhundert betrieben die Küster in vielen ländlichen Gebieten auch die Küsterschule.
Heute erfordert der vielfältige Beruf regelmäßige Präsenz zu außergewöhnlichen Zeiten, an Wochenenden und an Feiertagen. Für eine hauptamtliche Anstellung ist eine vielseitige Ausbildung erforderlich, die liturgische, spirituelle und kirchenorganisatorische Themen genauso umfasst wie praktisch-handwerkliche Fähigkeiten.

Autor:

Annette Robenek aus Gladbeck

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