Reif fürs Museum: "Kumpel Schorsch" trennt sich von seiner Sammlung

Schweren Herzens gab „Kumpel Schorsch“ (1. v. l.) seine Sammlung ab. „Auf der anderen Seite freut es mich aber, dass die Stücke der Nachwelt erhalten bleiben,“ so der Gladbecker, der in seinem Keller (v. l.) Wegbegleiter und Freund György Angel, Bürgermeister Ulrich Roland und Dr. Christine Schönebeck, Museum der Stadt Gladbeck, empfing.
  • Schweren Herzens gab „Kumpel Schorsch“ (1. v. l.) seine Sammlung ab. „Auf der anderen Seite freut es mich aber, dass die Stücke der Nachwelt erhalten bleiben,“ so der Gladbecker, der in seinem Keller (v. l.) Wegbegleiter und Freund György Angel, Bürgermeister Ulrich Roland und Dr. Christine Schönebeck, Museum der Stadt Gladbeck, empfing.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Christian Gensheimer

Alte Grubenlampen und Helme, staubige Jacken, Werkzeuge, Ausrüstung und viele weitere Bergbau-Exponate lagen über Jahrzehnte im Keller von Hans-Georg Scheschi. Hier in Butendorf erinnerten sie an die Arbeit der Bergleute unter Tage, doch nur geladene Besucher bekamen sie zu Gesicht. Jetzt hat die umfangreiche Sammlung den Keller verlassen und wird bald der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der auch als „Kumpel Schorsch“ bekannte Gladbecker hat über 37 Jahre unter Tage gearbeitet und in dieser Zeit viele verschiedene Gegenstände der Bergbaugeschichte gesammelt. Von diesen liebgewonnenen Andenken trennte sich der 79-jährige, der mit Leib und Seele Bergmann war, nun schweren Herzens und übergab seine Sammlung unter Beisein von Bürgermeister Ulrich Roland dem Museum der Stadt Gladbeck. Ein Wohnortswechsel machte diesen Schritt unumgänglich. „Bei uns ist sie in guten Händen,“ versprach ihm Museumsleiterin Dr. Christine Schönebeck.
Welches Stück wo genau aufgetaucht ist und wann es benutzt wurde - all das weiß Hans-Georg Scheschi noch genau. Zwei Museumsmitarbeiter hielten seine Erinnerungen zu jedem Stück akribisch fest.

Das Kostbare ist die Erinnerung

„Dieser Erinnerungsschatz ist das Kostbare der Sammlung. Die persönlichen Geschichten hinter den Exponaten sind für uns wirklich interessant,“ so Dr. Christine Schönebeck, die die Sammlung jetzt inventarisieren und aufbereiten wird.
Der Fundus sei ein echter Gewinn für das Museum und die Stadt Gladbeck, da er den Bergbau in fast allen Facetten dokumentiere. „Außerdem planen wir eine Kooperation mit dem Museumsamt Münster.“ Einige ausgewählte Stücke wie beispielsweise das Geschirr des letzten Gladbecker Grubenpferdes werden dann unter www.museum-digital.de online gestellt.
Hans-Georg Scheschi hat als junger Bergmann mit 15 Jahren auf der Zeche Moltke angefangen, ist später auf Hugo in Gelsenkirchen eingefahren und war zudem Mitglied der Grubenwehr. Doch dass das „Kumpel-sein“ weit über die Schichten unter Tage hinaus geht, bewies er auch als Pensioner, der in Schulen und Kindergärten von der „Maloche“ berichtete. Nebenbei erweiterte er seine Sammlung bis heute auf knapp 1.000 Exponate.

„Zukunft braucht Herkunft,“ erklärte Bürgermeister Ulrich Roland. „Daher freue ich mich umso mehr über Herrn Scheschis Entschluss, der Stadtgesellschaft die Sammlung zu überlassen. Sie wird unser Museum mit Sicherheit bereichern.“

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