"Schule ohne Rassismus": Gerald Asamoah ist Pate von Antidiskriminierungs-Projekt

Gerald Asamoah im Kreise der Schüler. Der Ex-Schalker wurde gefeiert, wie einst beim Einlauf ins Stadion.
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  • hochgeladen von Christian Gensheimer

„Mit eurem Engagement seid ihr ein Vorbild für andere Schüler“, lautet der Text auf der Urkunde, die jetzt die Werner-von-Siemens-Realschule in einer Feierstunde überreicht bekam und sich mit diesem Dokument ab sofort „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ nennen darf.

Die Zeremonie erfuhr gleich einen ersten Höhepunkt, als Projekt-Pate und Fußballprofi Gerald Asamoah den Saal betrat und von den Schülern mit tosendem Beifall empfangen wurde.

Um den Titel „Schule ohne Rassismus“ zu erhalten, mussten mindestens 70 Prozent der Schülerschaft ihre Unterschrift leisten. An der Werner-von Siemens-Realschule unterschrieben gleich 90 %, die sich somit verpflichten, sich künftig aktiv gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung einzusetzen und mindestens ein Mal im Jahr ein Projekt zum Thema durchzuführen.
Die Idee zur Bewerbung kam von den Schülern selbst, als sie im Unterricht von Sonay Gündogan, Referendarin für Geschichte und Sozialwissenschaften, das Thema Menschenrechte behandelten. Ein „Fake-Artikel“, in dem es darum ging, Schüler in ihren Klassen nach der Herkunft zu ordnen, wurde von den Schüler der 9b heiß diskutiert. „So weit darf es niemals kommen,“ war der allgemeine Tenor und die Idee, mehr für Courage und gegen Ausgrenzung zu tun, war geboren.

"Ein wichtiger Schritt Richtung Zukunft"

„Diese Auszeichnung ist so wertvoll, weil sie aus der Mitte der Schüler kommt,“ lobte Schulleiter Daniel Kroll das vorbildliche Engagement.
Auch wenn es an der Werner-von-Siemens-Realschule keine auffallende Problematik mit Rassismus gebe, sei die Anerkennung doch „ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft“.
Die Metropole Ruhr habe sich zu einem echten „Melting Pot“ (zu dt. Schmelztiegel) entwickelt, den verschiedene Kulturen mit ihren Einflüssen füllen. Zur kulturellen Bereicherung gehörten aber leider auch Reibungen, Gladbeck ist da keine Ausnahme. An der Werner-von-Siemens-Realschule haben etwa 20 % der Schüler einen Migrationshintergrund.
Dass die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus“ neben Ehre zugleich auch Pflichten mit sich bringt, weiß Daniel Kroll. Den Titel wollen Schüler und Lehrer nun würdig vertreten.

„Mit Gerald Asamoah haben wir einen engagierten und authentischen Paten an der Seite,“ zeigte sich der Schulleiter zuversichtlich, der Auszeichnung gerecht zu werden und gab das Wort an den Deutsch-Ghanaer. Dieser wünschte den jungen Gladbeckern viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Ziele und versprach „öfters mal vorbeizuschauen“.
Im Netzwerk „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ sind mittlerweile NRW-weit rund 350 Schulen in Projekten gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt aktiv. Jede Schule wird von einer durch Kunst, Politik, Medien oder Sport bekannten Person als Pate unterstützt.

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