Strahlendes Erbe

Ein Mantel aus Stahlbeton, "Sarkophag" genannt,  schützt den Reaktor provisorisch; dieser ist allerdings durchlässig. Bis 2015 soll ein seit langem geplanter neuer Sarkophag gebaut werden. Die Arbeiten an dem 740 Millionen teuren Projekt könnten noch 2011 beginnen.
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  • Ein Mantel aus Stahlbeton, "Sarkophag" genannt, schützt den Reaktor provisorisch; dieser ist allerdings durchlässig. Bis 2015 soll ein seit langem geplanter neuer Sarkophag gebaut werden. Die Arbeiten an dem 740 Millionen teuren Projekt könnten noch 2011 beginnen.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Christian Gensheimer

Das die statistische Wahrscheinlichkeit, wonach es in einem Atomkraftwerk „lediglich“ alle 10.000 Jahre zu einem Reaktorunglück kommt, fragwürdig ist, wissen wir spätestens seit dem Super-GAU in Fukushima. Denn nur drei Jahrzehnte zuvor war es bereits im ukrainischen Tschernobyl zu einer Kernschmelze gekommen - mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur. Bis heute.

Anlässlich des 25. Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl im April diesen Jahres plant die Evangelische Kirchengemeinde Gladbeck vom 9. bis zum 17. Oktober die bundesweite Ausstellung „Menschen-Orte-Solidarität - 25 Jahre nach Tschernobyl“ im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Postallee 12.

Neben dem DGB Ortsverband Gladbeck und dem Bündnis für Courage engagieren sich ebenso die drei Initiativen „Lebenszeichen Tschernobyl“, „Herz und Hände für Tschernobyl e.V. Gladbeck“, sowie „Raduga Gelsenkirchen e.V.“, die seit vielen Jahren auch praktische Hilfe leisten. Die Wanderausstellung wird acht Tage lang das Ausmaß der Katastrophe vom 26. April 1986 präsentieren.

Unter bestimmten Schwerpunkten dokumentiert sie den Verlauf des Reaktorunfalls, die Informationspolitik in den Tagen danach, die gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen sowie das Schicksal von tausenden Helfern und Umsiedlern, deren Leben sich schlagartig verändert hat. Des Weiteren wird ein wenig bekannter Aspekt beleuchtet - die Entstehung einer europaweiten Solidaritätsbewegung, die bis heute anhält.
„Die Ausstellung wird aber nicht bloß von ihren vielen Bildern leben, sondern auch von authentischen Zeitzeugengesprächen,“ erklärt Pfarrerin Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup, die die Präsentation nach dem Gottesdienst um 10 Uhr in der Christuskirche eröffnen wird.
Der Pilot Igor Jurewitsch Pismenskij, damals Offizier in der Sowjetarmee und der Armee der Ukraine, ist insgesamt 29 Mal zum Reaktor geflogen um Sandsäcke mit Blei und Dolomit abzuwerfen: „Beim Anflug bot sich mir ein furchtbares Bild: Durch die Explosion waren im Reaktorblock die Brennstoffe zu sehen.“
Igor Pismenskij, einer von vielen sogenannten „Liquidatoren“ die in die verstrahlte Zone geschickt wurden, um das Unglück einzudämmen, wird während der Öffnungszeiten täglich anwesend sein und mithilfe einer Dolmetscherin von seinen Erlebnissen berichten. Zusätzlich wird der mit verschiedenen Orden -etwa „Für Tapferkeit“- Ausgezeichnete am Dienstag, 11. Oktober, um 19 Uhr am Zeitzeugenabend „Die Helden von Tschernobyl“ teilnehmen.
Genauere Einblicke in die „gesundheitlichen Folgen der Tschernobyl-Katastrophe“ gibt Dr. Dörte Siedentopf am 17. Oktober um 19 Uhr im Bonhoefferhaus.
Im Zuge der Problematik um Atomkraft wolle man mit der Veranstaltung auch darauf hinweisen, „wie wichtig es ist, sich mit erneuerbaren Energien auseinanderzusetzen“, so die Pfarrerin. „Jeder muss für sich selbst entscheiden- will ich die Energiewende oder weiterhin auf Atomkraft setzen?“ Daher werden informative Gespräche unter dem Motto „Atomausstieg selber machen! Was kann ich tun?“ die Woche begleiten.

Die Ausstellung ist Montag bis Samstag von 9 bis 17.30 Uhr, sowie Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Schulklassen und andere Gruppen werden gebeten sich (von 9 -12 Uhr) im Pfarrhaus, Tel. 22277, oder im Gemeindecafé, Tel. 25470, anzumelden.

Ein Mantel aus Stahlbeton, "Sarkophag" genannt,  schützt den Reaktor provisorisch; dieser ist allerdings durchlässig. Bis 2015 soll ein seit langem geplanter neuer Sarkophag gebaut werden. Die Arbeiten an dem 740 Millionen teuren Projekt könnten noch 2011 beginnen.
Repräsentieren den Gladbecker Trägerkreis der Ausstellung: Klaus Emde, Herz und Hände für Tschernobyl e.V. Gladbeck, Reile Hildebrandt-Junge-Wentrup, Rolf Hakert, Lebenszeichen Tschernobyl, Roger Kreft, DGB Ortsverband, Karen Modersohn-Kluth und Sabine Roth, Raduga Gelsenkirchen e.V.
Autor:

Christian Gensheimer aus Essen-Nord

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