"Überlebte Erinnerungskultur?" - Rentforter nahmen Grab-Restaurierung vor

Gemeindemitglieder von St. Josef restaurierten in Kooperation mit diversen Unternehmen das Priestergrab auf dem Rentforter Friedhof.
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  • Gemeindemitglieder von St. Josef restaurierten in Kooperation mit diversen Unternehmen das Priestergrab auf dem Rentforter Friedhof.
  • Foto: Scholten
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Auch Grabstellen kommen in die Jahre. Der Rentforter Friedhof wurde im Herbst 1912 von der Stadt Gladbeck fertig gestellt und für Bestattungen frei gegeben. Aus dieser Zeit könnte auch das große Kreuz stammen, das heute das Priestergrab ziert.

In seiner heutigen Form wurde das Grab allerdings erst nach dem zweiten Weltkrieg angelegt. Als erster Seelsorger fand hier 1950 Pastor Josef Reckmann (Pfarrer von St. Josef in den Jahren 1910 bis 1939) seine letzte Ruhestätte. Später wurden auch seine Nachfolger ihm in die Grabstätte am Rentforter Friedhof; zu diesem Zeitpunkt war das Kreuz allerdings schon fast völlig eingewachsen und die schweren Grabplatten zum Teil tief in das Erdreich eingesunken. Sonne, Regen und Frost hatten an der alten Beschriftung genagt. Die Oberfläche des Steins war porös geworden und mit Flechten bewachsen, das Schriftbild kaum noch erkennbar - ein sichtbarer Ausweis einer überlebten Erinnerungskultur?

Größe und Schlichtheit

Dr. Hans-Joseph Scholten war einer derjenigen, die sich der Grabstätte annahmen. Im Gemeinderat der Gemeinde St. Josef fand sich ein Ausschuss, der in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gärtnerei- und einem Steinmetzbetrieben eine Restauration des Denkmals in Angriff nahm. Auch die Pfarrverwaltung und die Stadt gaben dem Projekt grünes Licht, so dass die Arbeiten beginnen konnten. „Nachdem die Mitarbeiter des ZBG das Kreuz von Ästen und Wurzeln befreit hatten, trat ein beeindruckener Sandsteinkorpus zutage“, erinnert sich Scholten. „In seiner Größe und Schlichtheit hat er mich als Besucher sofort berührt; er gibt Zeugnis von dem, was das Leben der hier Ruhenden bestimmte.“

Einladung zum Verweilen

Der Grabplatten nahm sich eine Dinslakener Firma an. Nachdem sie geschliffen und die Buchstaben neu graviert worden waren, wurden sie nach ihrer Rückkehr schräg auf stabilen Stahlrahmen montiert, die die Firma Schwan aus Gladbeck zu diesem Zweck gespendet hatte. Vor dem Denkmal legten die Ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer einen bogenförmigen Pfad an, der jetzt wieder zum Niederlegen von Blumen oder einfach zum Verweilen einlädt. Dass die Grabstätte auch in Zukunft Pflege benötigen wird, ist Hans-Joseph Scholten klar: „Es ist zu hoffen, dass die Stadt Mittel und Wege dazu finden wird.“

Autor:

Jens Steinmann aus Herne

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