Vor 40 Jahren gründete sich der Minigolfverein "Gut Schlag"
BGSC Gladbeck: Organisierter Bahnsinn

Ein guter Schlag? BGSC-Vorsitzender Rainer Hanker, sein Vize Alfred Lohe und Sportwart Guido Wanjek schauen einem jungen Spieler über die Schulter. Foto: Kariger
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  • Ein guter Schlag? BGSC-Vorsitzender Rainer Hanker, sein Vize Alfred Lohe und Sportwart Guido Wanjek schauen einem jungen Spieler über die Schulter. Foto: Kariger
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Die besten Ideen entstehen oft bei einem gemeinsamen Bier: Vor 40 Jahren trafen sich eine Handvoll junger Leute regelmäßig zum Frühschoppen und Minigolf. Was als Gaudi begann, konnte als Sport begeistern - und so entstand am 20. Juni 1979 der Bahnengolf-Sportclub "Gut Schlag". An der Bohmertstraße haben sich die Enthusiasten ihr eigenes kleines Paradies geschaffen.

von Oliver Borgwardt

"Am Wochenende bin ich nach der Bundeswehr zum Frühschoppen mit der Clique bei Bauer Wilms", erinnert sich Rainer Hanker, "ja, und dann haben wir immer mit sechs bis acht Leuten Minigolf gespielt." Der Gladbecker muss lächeln, als er an die Anfangstage seines liebsten Hobbies denkt. "Wir hatten so viel Spaß daran, da dachten wir, warum gründen wir nicht einen Verein?"

Im heißen Frühsommer 1979 war es dann soweit: Ganz offiziell wurde der BGSC Gladbeck aus der Taufe gehoben. Treffpunkt war zunächst die Anlage an der Ellinghorster Straße. Aber wie das bei ambitionierten jungen Vereinen oft so ist, wollte man irgendwann auch sein ganz eigenes Ding machen. "Wir haben uns dann nach einem Platz umgeschaut, den wir pachten könnten", erinnert sich Hanker.

Was die Stadt allerdings anzubieten hatte, sah eher trostlos aus: "Hier war nichts. Nur eine öde Brache", erzählt der begeisterte Minigolfer, während er fast vier Jahrzehnte später auf die bestens gepflegte und schön begrünte Anlage schaut. "Das war schon ziemlich abenteuerlich. Wir sind nach Witten gefahren und haben mit unserem kleinen Budget eine gebrauchte Anlage gekauft. Für 4000 Mark! Die war total verrostet." Hanker lacht. "Als Unterstand hatten wir nur eine alte Bauhütte, in die andauernd eingebrochen wurde."

Sportlicher Ehrgeiz

Der Platz war eher bescheiden, aber der sportliche Ehrgeiz war dafür umso größer. Schon bald waren die Bahnengolfer aus Gladbeck fit genug, um die ersten Ligaspiele zu wagen. Der Erfolg gab ihnen recht: Bis in die Oberliga machten sich die BGSC-Spieler einen Namen. Und das war durchaus anspruchsvoll: "Viele halten Minigolf ja eher für ein Freizeivergnügen", schmunzelt Sportwart Guido Wanjek, "dabei ist es eine richtige Wissenschaft."

Und das ist nicht übertrieben: Allein für die richtige Ausrüstung geben Profispieler Tausende Euros aus. "Zum Beispiel bei den Bällen", meint Wanjek und stellt einen großen Eierkarton voller verschiedener Golfbälle auf den Tisch. Beim Anfassen merkt man schnell: Gewicht und Härte variieren, und auch das Material fühlt sich immer wieder anders an. Das sei den verschiedenen Anforderungen bei den Bahnen geschuldet - manche könne man am besten mit sprungfreudigen Bällen spielen, während andere Aufgaben eher zuverlässiges Rollen erforderten. "Die Bälle kosten leicht zwischen 14 und 18 Euro pro Stück", so Wanjek - "und gute Spieler haben hunderte davon".

Über die Jahre steckten die Mitglieder so jede Menge Geld in ihr Hobby, aber auch Arbeitszeit und Herzblut - was bei Rainer Hanker nicht nur im übertragenen Sinne gemeint ist: "Die neue Anlage hat mich einen Finger gekostet", meint er grinsend und hält eine Hand hoch. Unfall mit der Flex. Aber es hat sich gelohnt: Eine neue Anlage nach Ligastandards ersetzte bald die rostigen Anfangsbahnen, der klapprige Bauwagen wich einen stabilen Vereinsheim, und die einstige Ödnis kann sich mit jedem Stadtpark messen lassen.

Attraktiv für Sportler und Familien

Nach vier Jahrzehnten sind die Mitglieder "leider etwas weniger und älter" geworden, so Hanker. Dennoch sind die 35 aktiven Minigolfer noch auf Turnieren unterwegs und richten selbst sieben bis acht größere Aktionen im Jahr aus. Dabei zeigen auch junge Menschen immer wieder ihr Talent mit Schläger und Ball, aber ihre Zahl hat etwas abgenommen. "Wir würden gerne wieder mehr Jugendliche für den Sport begeistern", betont der Vorsitzende, "auch wenn uns natürlich klar ist, dass sich das Freizeitverhalten mit der Zeit verändert hat".

Einen guten Einstieg bietet da natürlich das Angebot, sich für kleines Geld mit Familie und Freunden auf der Bahn zu vergnügen. Für eine Runde mit allen 18 Bahnen zahlt man etwa den Gegenwert einer Tasse Kaffee, und natürlich kann man sich die Ausrüstung vor Ort leihen. Und damit auch ungeübte Spieler ganz schnell ein Ass schlagen können - die Bahn also mit einem Schlag lösen - hat der Verein an jeder Bahn einen QR-Code angebracht. Diesen kann man dann mit dem Smartphone auslesen und bekommt prompt ein Video gezeigt, wie man Schläger und Ball richtig einsetzt. Moderne Technik beim Minigolf - wer wolle da behaupten, beim BGSC würden nur alte Eisen geschwungen?

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Spielen für jeden

Die Minigolfanlage des BGSC Gut Schlag an der Bohmertstr. 291 hat unter der Woche ab 14 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr geöffnet. Gespielt werden kann bis Sonnenuntergang. Die Runde kostet 2,50 Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder bis 16 Jahre. Mehr Infos unter Tel. Tel: 0157 344 833 48 und https://gut-schlag-gladbeck.jimdo.com/ 

Ein guter Schlag? BGSC-Vorsitzender Rainer Hanker, sein Vize Alfred Lohe und Sportwart Guido Wanjek schauen einem jungen Spieler über die Schulter. Foto: Kariger
Profis haben immer viele verschiedene Bälle zur Hand - alle mit anderen Eigenschaften.

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