30-jähriger Gladbecker wollte schon von klein auf Priester werden
Jan Sienert wird zum Diakon geweiht

Von klein auf wollte Jan Sienert Priester werden und nun wird der inzwischen 30-jährige Rentforter am Sonntag, 18. April, in der Kirche "St. Lamberti" in Gladbeck-Mitte zum Diakon geweiht.
  • Von klein auf wollte Jan Sienert Priester werden und nun wird der inzwischen 30-jährige Rentforter am Sonntag, 18. April, in der Kirche "St. Lamberti" in Gladbeck-Mitte zum Diakon geweiht.
  • Foto: Nicole Cronauge/Bistum Essen
  • hochgeladen von Uwe Rath

Für Menschen in allen Lebenslagen da sein: Das will der gebürtige Gladbecker Jan Sienert mit der Weihe zum Priester weiter vertiefen. In wenigen Tagen wird er zum Diakon geweiht, ein wichtiger Schritt, um sich seine berufliche Devise und Leidenschaft zu erfüllen.

Ein Beruf, bei dem man viel mit Menschen zusammenarbeitet, ihnen zuhört und mit ihnen redet, das war für Jan Sienert schon immer ein klarer Wunsch. „Ich bin einfach kein Bürotyp“, sagt der 30-jährige gebürtige Gladbecker. Nach der Realschule entscheidet er sich deshalb damals für eine Erzieherausbildung an der Gladbecker Johannes-Kessels-Akademie. Die Arbeit gefiel ihm gut, doch er wollte seinen Berufswunsch ausweiten: „Mir macht es super viel Spaß, mit verschiedenen Altersgruppen in allen Lebenslagen zu arbeiten“, sagt er heute.

Über die Berufungspastoral im Bistum Essen knüpft er erste Kontakte zum Priesterberuf, auch Gespräche mit dem Pfarrer seiner Heimatgemeinde bestärken ihn. Der Gedanke, Priester zu werden, festigt sich immer mehr auf seinem Weg zum Traumberuf: „Ich möchte auch über die Sakramente mit den Menschen ins Gespräch kommen, Kontakt zu ihnen knüpfen. Da hat man einfach mit jeder Alterspanne zu tun – von der Taufe bis zur Beerdigung.“ In Gladbeck machte er schließlich sein Fachabitur, schloss nach dem Bachelor in Paderborn auch den Magister in Theologie erfolgreich ab.

Berufspraxis mitten im Corona-Lockdown

Seit einem Jahr arbeitet er nun als pastoraler Mitarbeiter in der Pfarrei St. Pankratius in Oberhausen-Osterfeld – eine besondere Zeit mitten in der Corona-Pandemie. „Ich war gerade zwei Wochen da, dann kam der Lockdown“, erinnert sich Sienert. Es ist ein herausfordernder Berufseinstieg, bei dem der 30-Jährige gemeinsam mit den Haupt- und Ehrenamtlichen kreativ sein kann, überlegen muss, wie er den Gemeindemitgliedern auch digital und auf Abstand nah sein kann. In Osterfeld wird er auch in Zukunft als Diakon weiter arbeiten, will auf jeden Fall einige Monate im eigenen Hospizzentrum der Pfarrei tätig sein. Wo es ihn als Priester hinzieht, da ist er offen: „Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets, aber vertraue darauf, dass ich mich dort, wo ich hingeschickt werde, auch wohlfühle.“

In die katholische Kirche hineingewachsen ist Sienert vor allem als Pfadfinder und Messdiener seiner Heimatgemeinde St. Josef in Rentfort. „Meine Familie war eigentlich immer kirchenfern“, sagt er. „Bei uns wird aber bis heute erzählt, dass ich schon als Kind immer gerne in Kirchen gelaufen bin, mir neugierig alles angeschaut habe“, sagt er und lacht. Als Kind in der „Wölflings“-Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg angefangen, engagiert er sich später auch als Stammesvorstand. Stärkere theologische Erfahrungen sammelt er vor allem in neun Jahren als Kurat für den Bezirk Bottrop-Gladbeck. „Pfadfinder zu sein hat mich immer sehr geerdet“, sagt Jan Sienert, der aktuell auch als Ausbildungsreferent für die DPSG im Bistum Essen arbeitet. „Mit anderen ins Gespräch zu kommen, sie auch mal zu fordern und über andere Ansichten zu diskutieren, das hat mir immer Spaß gemacht“, sagt er. Auch seine Eltern hat er mittlerweile vom kirchlichen Ehrenamt überzeugt, sie engagieren sich regelmäßig für die katholische Kirche.

„Vorwürfe darf man nicht vergessen, aber die positiven Dinge der Kirche überwiegen einfach“

Seine Eltern und Brüder akzeptierten seinen Berufswechsel von Anfang an, unter seinen Freunden gibt es auch heute noch oft Skepsis und Zweifel. „Viele verstehen nicht, wie man sich aktuell für die katholische Kirche entscheiden kann, in einer Zeit mit vielen Vorwürfen. Das darf man nicht vergessen, aber die positiven Dinge überwiegen eindeutig“, sagt er. „Ich lebe in einem Bistum, das deutlich zeigt, dass Kirche auch anders sein kann.“ Er ist sich sicher: Ohne Priester und die Gemeinden kann es Kirche nicht geben, hat aber auch selbst erfahren, dass nicht alle Priesterkandidaten ihren Berufsweg bis zum Ende gehen. „Daran sieht man, dass sich etwas ändern muss, was auch immer das ist.“

Jan Sienert will ihn bis zum Ende gehen, diesen Weg. Der nächste große Schritt kommt am Sonntag, 18. April: Weihbischof Ludger Schepers weiht ihn um 16 Uhr in der Gladbecker Propsteikirche St. Lamberti zum Diakon. Auch hier sorgt die Corona-Pandemie für besondere Regeln: Familie, Freunde und Bekannte mussten sich mit Platzkarte anmelden, die Weihe wird unter www.sankt-lamberti.de live übertragen. Für Sienert ist die Weihe ein besonderer Meilenstein: „Ich freue mich total, dass es ernst wird, das ist ein richtig gutes Gefühl, das zu verwirklichen, worauf man Jahre hingearbeitet hat.“

Seine Vorfreude ist groß, als Diakon noch aktiver das zu tun, was er schon so lange verfolgt: Für die Menschen da sein, in allen Lebenslagen.

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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