Dönekes aus der Vergangenheit: "Pisspottschnitt und Zöpfe"

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Am 5. November stellen Barbara und Walter Erdmann das Buch „Pisspottschnitt und Zöpfe“ im Café Stilbruch vor.

Einen liebevollen Blick zurück in die 50er und 60er Jahre des Ruhrgebiets werfen Barbara und Walter Erdmann in ihrem neuen Buch „Pisspottschnitt und Zöpfe“. Das Ehepaar hat seine Kindheitserinnerungen „zwischen Zeche und Zinkwanne“ zu Papier gebracht, die kleinen Geschichten beschreiben, was die „Blagen“ rund um die Gladbecker und Bottroper Zechenkolonien erlebten.

Die Gladbecker „Dönekes“ liefert Barbara Erdmann, die an der Wielandstraße aufwuchs, Walter Erdmann erinnert an seine Kindertage in der Nachbarstadt Bottrop.

„Auf die Idee sind wir gekommen, weil wir unseren Kindern immer von früher erzählt haben“, so Barbara Erdmann. „Und die fanden unsere Geschichten so skurill, das wir beschlossen, diese aufzuschreiben.“

Walter Erdmann war sich anfangs zwar sicher, dass er sich an viele Begebenheiten nicht erinnern würde. „Doch wenn man sich intensiv damit beschäftigt, ist es erstaunlich, wieviel vergessen Geglaubtes wieder ans Tageslicht kommt.“

Eine strikte Arbeitsteilung half dabei, dass das Buch innerhalb eines halben Jahres entstand. „So verabredeten wir beispielsweise, das beide zwei Stunden an den Geschichten arbeiten. Mein Mann schrieb oben, ich unten im Haus und danach lasen wir uns gegenseitig vor“, schmunzelt Barbara Erdmann.

Die Autorin, die sonst eher politische Themen in ihren Büchern aufarbeitet, wagte sich zum ersten Mal mit diesem Werk auf ein humovolleres Gebiet, auch für Walter Erdmann war es eine schriftstellerische Premiere. „Wir haben große positive Resonanz bekommen, Anrufe von Menschen, die sich sehr amüsiert haben, durch unser Buch wieder in ihre eigene Kindheit geführt wurden und vieles wiedererkannt haben“, so Walter Erdnmann.

„Es war die Zeit als (...) die Hausfrauen noch Hausfrauen und die Männer noch Männer waren“, beginnt einer der launigen Ausflüge in die Vergangenheit, in die die Erdmanns ihre Leser mitnehmen.

Und diese wimmelt nur so von typischen Begebenheiten, wie dem „Pißpottschnitt“, der in diesen Zeiten nicht nur dem kleinen Walter verpasst wurde. Oder das Bad anläßlich des Heiligen Abends in der Zinkwanne, in dessen Genuss die kleine Barbara als Erste der Familie kam. Lange Zöpfe, Schlittschuhlaufen auf den Schlagettateichen, Taubenschläge und Kaninchenställe - humorvoll und mit dem Blick fürs Detail schildert das Ehepaar Bilder einer ärmlichen, aber überwiegend glücklichen Kindheit.

Am 5. November werden Barbara und Walter Erdmann ihre Geschichten um 19.30 Uhr im Rahmen einer musikalischen Lesung - denn das Ehepaar spielt auch Akkordeon - im Café Stilbruch vorstellen.

Das Buch „Pisspottschnitt und Zöpfe“ ist im Buchhandel erhältlich, ISBN: 978-3868588699 und kostet 13,90 Euro.
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ANA´ stasia Tell aus Essen-Ruhr | 19.10.2012 | 22:50  
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