Man kann immer und überall tanzen, wenn man will

Im Kastell wird es am Freitag wieder munter abgehen, wenn die Paare eine flotte Sohle aufs Parkett legen.
  • Im Kastell wird es am Freitag wieder munter abgehen, wenn die Paare eine flotte Sohle aufs Parkett legen.
  • hochgeladen von Franz Geib

Eine flotte Sohle aufs Parkett legen, das ist der Gedanke, der hinter dem Tanzabend der KulTOURbühne Goch unter dem Motto „Darf ich bitten?“ am Freitag, 6. Mai, steht. Jeder ist willkommen, der gern mal das Tanzbein schwingen will. Das Alter spielt keine Rolle, und ob Anfänger oder fortgeschritten, Single oder Paar, alle können dabei sein: Bei Disco Fox, Tango, Cha-Cha und vielem mehr steht Tanzvergnügen pur auf dem Programm. Der Eintritt für den kurzweiligen, Abend in gepflegtem Ambiente kostet 5 Euro. Infos bei Marlies Flören, Telefon 0 28 23/320-252.
Mit dabei sind dann auch wieder Ria und Wim den Dunne aus Goch, die wir bereits vorstellte und von ihren Erfahrungen mit dem klassischen tanzen in Deutschland und der Heimat Niederlande erzählten.
„Man kann in Holland überall tanzen gehen und wir sind jeden Tag unterwegs. Bis zu 30.000 Kilometer im Jahr“, weiß der Gocher.
Natürlich lernten sich Wim und Ria über diesen Weg auch kennen. Das war vor über 54 Jahren, als sie in der Nähe seines Geburtsortes Sassenheim Urlaub bei einer Tante machte. „Ich konnte gar nicht richtig tanzen, doch Wim hatte schon mit 17 Jahren angefangen“, lacht Ria. Auf diese Weise führte der junge Niederländer seine Angebetete nicht nur über den Tanzboden, sondern auch vor den Traualtar. Erst mit 60 Jahren, also vor rund 20 Jahren, sah Ria dann endlich erstmals eine Tanzschule, wollte sie ihrem Wim eine ebenbürtige Tanzpartnerin sein.
Bronze, Silber, ohne und mit Sternchen, Top-Klasse, das agile Paar schwebte von einer Auszeichnung zur nächsten. „Viele Junge Leute haben irgendwann aufgehört, doch wir haben immer weiter gemacht“, erzählt Wim, der 36 Jahre beim Gocher Küchenstudio Voss arbeitete. Ihr Hobby führte sie zu Wettkämpfen und in Altenheime, wo sie Schwung in den Nachmittagskaffee brachten. Und sie geben in den Niederlanden Unterricht, aber unentgeltlich: „Wir wollen kein Geld, sondern einfach nur Spaß haben.“Immer wieder was Neues lernen, verschiedene Tanzschulen besuchen, selbst fremde Tänze beherrschen, das macht ihnen Spaß. „Wissen Sie wieviele verschiedene Schritte der Tango kennt? 150!“, erzählt Wim den Dunne, der so manchen Morgen damit verbringt, gerade erst gelernte Schritte zu üben: „Wenn meine Frau dann aufsteht, bin ich schon nassgeschwitzt“, lacht er.
Immer legen sie Wert auf Etikette, gehört die gute Hose, das Hemd plus Fliege zum Outfit und natürlich die passenden Tanzschuhe: „Wir haben schon viele Paare verschlissen, aber das gehört nunmal dazu. Wir können nicht verstehen, dass Leute zum Tanzvergnügen nicht entsprechend gekleidet kommen.“ Einmal fielen sie sogar auf, als sie einen Tanzabend von WDR 4 in Wesel besuchten. Außer einem weiteren Paar aus den Niederlanden erschienen beide passend gekleidet, alle anderen trugen, so die Gocher, ausgeleierte Pullover und T-Shirt: „Das war grausam.“
Am liebsten tanzen beide die Klassiker Tango, Englisch Waltz oder Walzer, aber scheuen nicht den komplizierten Slow Fox. „Die ganz schwierigen Passagen lassen wir einfach weg, wollen nur dieses wunderbare Gefühl des Tanzens genießen“, lacht das Paar, das eine einmalige Symbiose auf der Tanzfläche eingeht und selbst Krankheiten besiegt hat: Weil Frau Ria eine schwere Sehschwäche hatte, lernte Wim einfach die weiblichen Schritte hinzu, um sie seiner Frau zu vermitteln. „Aber Achtung! das Tanzen ist kein Garantieschein für die Liebe. Die meisten Ehekrisen entstehen auf der Tanzfläche“, schmunzeln die van den Dunnes, die ihren Schwierigkeiten davonschweben ...

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