Reformation ein Feiertag? Das war nicht immer so - es brauchte 500 Jahre

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Die Reformation, die Spaltung der Christenheit führte auch zu zahlreichen Konfessionskriegen, vom Bauernkrieg über die Hugenottenkriege und gipfelte im Dreißigjährigen Krieg. Die Reichsstädte und Fürsten bestimmten den Glauben nach dem Motto: „wessen Land, dessen Glaube“. Tod und Vertreibung waren die Folgen. Die von Martin Luther ausgelöste Reformbewegung spaltete sich in verschiedene protestantische Kirchen auf, in Lutheraner, Reformierte, Calvinisten, Zwinglianer uvm.

Zeugen von der gespalteten Reformbewegung, der Lutheraner und Reformierten, findet man heute noch, so zum Beispiel in Pfalzdorf. Die Westkirche (Reformierte) und die Ostkirche (Lutheraner).

Ab 1741 besiedelten kurpfälzische Emigranten die Gocher Heide. Die reformierten und lutherischen Auswanderer, die aus religiösen und wirtschaftlichen Gründen nach Amerika auswandern wollten, strandeten hier am Unteren Niederrhein. Nach der Gründung Pfalzdorfs, siedelten sich jedoch nicht nur Reformierte und Lutheraner an, sondern auch Katholiken die aus der näheren Umgebung stammten. Eine gemeinsame Kirche katholisch/protestantisch, dass ging ja schon mal gar nicht, und dass kann man auch verstehen. Doch auch eine gemeinsame Kirche Lutheraner/ Reformierte war nicht drin, im Gegenteil. Ein gutes Zeugnis darüber bietet der Pfarrer von Schütz zu Moyland 1863: „Es waren Lutheraner und Reformierte, die auf jener Heide schafften. Der confessionelle Hader, dieses Krebsübel der evangelischen Kirche, blieb daher auch unter ihnen nicht aus, obgleich sie durch die gleiche Noth heimgesucht waren.“*
So kam es dann auch zur geographischen Trennung:
"1751 gründete sich die Westgemeinde(reformierte Gemeinde) und 1752 die Ostgemeinde (lutherische Gemeinde), auch „Lutherisches Dorf“ genannt.*
Wo das „Lutherisches Dorf“ zu suchen ist, kann man aus einer Flurkarte um 1830 entnehmen.
Zwei Dörfer, zwei Kirchen, es wurden dann drei Kirchen:
1775 wurde die reformierte Kirche (Westkirche) und 1779 die lutherische Kirche (Ostkirche) eingeweiht. 1811 kam dann auch eine katholische Kirche hinzu.
Vereinigung - nicht so ganz:
Die Gemeinden (Ost und West) vereinigten sich am 11. Okt. 1827 nach einem Beschluss der Kreissynode Kalkar, indem sie die Konfessionsnamen auf gaben und nur noch die Namen Ost- und Westgemeinde führten. Das Abendmahl sollte ab nun gemeinschaftlich eingenommen werden.**
Doch auch da scheiterte: "Da nun aber die Ostkirche zu klein für beide Gemeinden war, die Westgemeinde zur Hälfte wieder nach Hause gehen musste, schlug das Presbyterium der Westgemeinde vor gemeinschaftlich die Westkirche zu nutzen. Die Ostkirche weigerte sich jedoch und so blieb es bei der Union: Evangelische West- und Ostkirche."*
Im November 1800 trat Pfalzdorf zum ersten Mal als selbständige Kommunalgemeinde auf. 1921 vereinigten sie sich zur Evangelischen Kirchengemeinde Pfalzdorf. ***

Quellen:
*Theologischen Literaturblatt von Dr. Ernst Zimmermann und seinen Bruder Dr. Karl Zimmermann (39er Jahrgang 1863 S. 319)
**Statistik der Evangelischen Kirche in der Rheinprovinz und Westphalen (Dr. Friedrich A. Beck 1848 S. 46)
***Chronik der Ev.Kirchengemeinde Pfalzdorf

Autor:

Günter van Meegen aus Bedburg-Hau

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