Das Gocher Krankenhaus
2021 vom Krankenhaus zum Gesundheitszentrum

Was entnehmen wir Bürger den aktuellen Meldungen über den angekündigten „offenen“ Austausch zwischen den Gocher Fraktionsvorsitzenden und der Leitung der Katholischen Karl Leisner Trägergesellschaft?
Die Beteiligten sind übereingekommen bzw. wurden aufgefordert sich mit Stellungnahmen noch zurückzuhalten!
Was zu hören ist, ist deshalb eigentlich nichts Neues und für den Bürger wenig aufschlussreich.
„Noch ist nichts beschlossen“ - „Ein Schritt auf dem richtigen Weg“ - „Wir sind auf einem guten Weg“- „die Verbesserung und Sicherung der Gesundheitsversorgung ist für den Gocher wichtig“- “..wir sollen über die weiteren Entwicklungen fortlaufend informiert werden“ – „Neues ist auch ein Chance – wir sollten unaufgeregt warten“. Mit diesen nichtssagenden Stellungnahmen werden die Gocher Fraktionsvorsitzenden zitiert.
Mein Vertrauen in die politische Führung dieser Stadt ist stets konstruktiv kritisch und auch abhängig von gezeigter Transparenz.
Der Bürgermeister als Vorsitzender des Rates ist bisher wenig in Erscheinung getreten. Er ist hier in seinem Amt  in einer besonderen Verantwortung aber zugegeben auch in einer Zwickmühle. Ihm bleiben letztlich zwei grundsätzliche Optionen zu reagieren, entweder formuliert er, nachdem diese Pläne ruchbar werden, in Abstimmung mit dem Rat aktiv eine klare Positionierung und inhaltliche Erwartungshaltung, die über den Appell, wir wollen informiert werden, hinausgeht oder er hält sich zurück, sieht zu wie sich die Dinge entwickeln und kommentiert den Vorgang reaktiv.
Derzeit wird das Spiel vom KKK wieder reaktiv mitgespielt. Das KKK will  vermeiden, dass die Öffentlichkeit wieder wie in 2012 komplett das Vertrauen verliert und sich selbst mobilisiert und die Politik sich anschließt und auf der Welle mitreitet. Hier hilft eigentlich nur Transparenz. Der jetzige Schritt gegenüber den Gocher Fraktionsvorsitzenden erfolgte nach Aufforderung, nicht selbstständig und ist ein erster aber noch sehr unzureichender Schritt auf dem Transparenzweg.
Fakt ist, dass das Gocher Krankenhaus als Teil des KKK Klinikverbundes wieder konkreter Gegenstand und Verhandlungsmasse in einem größeren Kontext geworden ist. Die derzeitigen bekannten Pläne greifen vermutlich erheblich in das Geschäftsmodell des Verbundes ein und haben Auswirkungen auf das wirtschaftliche Kerngeschäft, d.h. wie der Klinikverbund auch zukünftig sein Geld im Krankenhausgeschäft und mit anderen Modellen verdienen möchte.
In Kleve werden mit der Verlegung von weiteren Fachabteilungen nach den großen Investitionen der vergangenen Jahre, weitere Investitionen benötigt. Die gilt es abzusichern.
Die Beteiligten an den jetzt geplanten strukturellen Veränderungen, d.h. in Goch weg von einem Krankenhausstatus hin zu einem Gesundheitszentrum mit Fachärzten, bringt neben neuen Finanzierungmodellen/-strömen auch neue beteiligte „Spieler“ an den Tisch.
Neben der Thematik Krankenhausfinanzierung und den dort laufenden  Anstrengungen eines prämierten Bettenabbaus, sind es so wohl auch die Krankenkassen mit ihren geförderten Modellen ambulanter Gesundheitszentren, die bei den derzeitigen Entwicklungen in Goch mitspielen.
Auch ein Gesundheitszentrum in Goch benötigt Investionen, Investoren und Beteiligte im Gesundheitssystem, die dieses Modell im Hinblick auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell absichern und eben auch die Risiken für potentielle Investoren beherrschbar halten.
Niemand hat sich bisher konkret zum Geschäftsmodell und des Konstrukts eines Gesundheitszentrum in Goch geäussert. Ich spekuliere und könnte mir vorstellen, dass Goch im Laufe der Entwicklung eigenständig wird und grundsätzlich aus dem KKK Verbund herausgelöst oder übergangsweise zunächst  in eine eigenständige Tochter umgegliedert wird. So könnte der KKK Verbund Gocher Ballast loswerden und das Risiko minimieren.
Für das KKK gilt es in erster Linie, die mit weiteren Investitionen in Kleve notwendigen Mittel durch Einsparungen im Verbund aber auch im operativen Bereich zu erwirtschaften.
Inwieweit die Kommune Goch z.B. von Bettenabbauprämien profitiert oder eine Krankenkasse als Investor in ein Gesundheitszentrum gewonnen werden kann, sind weitere Varianten, die man im Auge behalten sollte. In jedem Fall würden solche Aspekt die derzeitige Zurückhaltung der Gocher Politik auch erklären. Nichts ist entschieden alle möglich und öffentliches Störfeuer zu vermeiden.

Autor:

Helmut Rother aus Goch

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