Die Wahl in Bayern – echte Demut und Einsicht sehen anders aus.

Wo: Gocher Wochenblatt, Hinterm Engel 18, 47574 Goch auf Karte anzeigen

„Wir haben verstanden“
„Wir werden analysieren“
„Wir haben einen klaren Regierungsauftrag“
und
„Wir streben eine bürgerliche Mehrheit an“

Verlautbarungen, die seit dem Wahlabend gebetsmühlenartig von den CSU Granden unisono in jedes nur verfügbare Mikrofon wiederholt werden.
Die Strategie lautet offensichtlich, so schnell wie möglich diese krachende Niederlage aus den Köpfen der Bürger zu tilgen, um zum Tagesgeschäft ohne große Veränderungen zurückkehren zu können.
Unterschiede zu den Grünen werden als unüberbrückbar hervorgehoben. Bereits dreißig Minuten nach Schließung der Wahllokale wird eine Koalition mit den Freien Wählern als anzustrebende Richtung ausgerufen.
Alles Reaktionen, die ursächlich dafür sind, um diese Partei mit diesem Absturz abzustrafen. Dieser Politikstil vom Wahlabend bestätigt also nur umso mehr die öffentliche Wahrnehmung des Zustand dieser Partei aus Sicht des Wählerwanderers, unangemessen überheblich, arrogant, selbstherrlich und letztlich abgehoben und weitgehend ignorant gegenüber den Erwartungen beim Bürger.
Fragen der Medien nach persönlicher Verantwortung und Konsequenzen werden in den jeweils geknüpften politischen Seilschaften lavierend und ausweichend geantwortet oder stumpf zurückgewiesen.
Niemand kommt derzeit so richtig überzeugend aus den Büschen und ist gewillt die unabweislichen Ursachen des CSU Debakels deutlich zu benennen.
Mein Respekt gilt bei dieser Wahl dem Wähler, der bei dieser Wahl seine Stimme bei den Grünen und den Freien Wählern als einzige wirklich verbleibenden Alternativen „geparkt“ haben. Diese „Parksituation“ seiner Stimme in der Mitte und nicht völlig unreflektiert bei den Extremen zeigt zukunftsträchtige Optionen auf, hat Charme und regt zur Nachahmung auch als Dauerparksituation an.
Leider legen die Reaktionen der CSU Granden gerade nahe, dass mit aller Macht versucht wird, diesen Ausdruck eines starken Wählerwillens nach Wechsel auch in der politischen Kultur auf dem Altar der Machtpolitik und Pfründe zu ignorieren.
Die Interpretation des Wählerauftrags der Bayernwahl lautet ganz klar NICHT - weiter so mit der Politik der CSU in einer Koalition der bürgerlichen Mitte, nun halt gezwungenermaßen mit einem willfährigen Mehrheitsbeschaffer Freie Wähler, deren inhaltliche und programmatische Unterschiede zur CSU marginal sind. Viel Vertrauen in die politisch handelnden Personen ist bereits verspielt worden und ein Ende ist offensichtlich noch nicht absehbar. Herr Seehofer will weitermachen und wird somit der GroKo in Berlin auch weiterhin als bayrisches „Enfant terrible“ erhalten bleiben.
Die Hessenwahl steht für die GroKo-Koalitionäre vor der Türe und alle Bestrebungen vorher noch mehr Wellengang in diese politischen Gemengelage zu bringen, soll vermieden werden.
Die Kanzlerin geht aus dieser Wahl noch deutlich geschwächter hervor, denn ihr Koalitionspartner SPD befindet sich ab sofort auf der Intensivstation. Die SPD parteiinternen Fliehkräfte, die sie in eine politische Rehamaßnahme d.h. „raus aus der GroKo und rein in die Opposition selbst unter dem Risiko von nach Neuwahlen“ bringen wollen, werden immer größer. Die CDU Fraktion und Partei andererseits entwickelt endlich ein Eigenleben und löst sich allmählich aus dem instrumentalisierbaren und folgsamen Abnickerimage der Regierung.
Frau Merkel selbst wäre vermutlich gut beraten, wenn sie selbst den Weg zur eigenen Nachfolge öffnen bzw. aufzeigen würde bevor dies andere für sie tun. Wer nicht mit der Zeit geht – geht u.U. mit der Zeit. Eine störungsfreie GroKo-Politik ist in den derzeitigen Rahmenbedingungen jedenfalls auch weiterhin über den Rest der Legislaturperiode nicht zu erwarten.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen