Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung: Hurra, unsere Politiker fahren umweltfreundlich!

Ein "umweltfreundlicher" 2-Tonner mit 83 L Tankinhalt, 250 PS, 3,6 L Hubraum, Co2 - emission 300 g/km | Foto: Wikipedia, gemeinfrei
  • Ein "umweltfreundlicher" 2-Tonner mit 83 L Tankinhalt, 250 PS, 3,6 L Hubraum, Co2 - emission 300 g/km
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Was hat eine Waschmaschine mit einem PKW gemeinsam?
Blöde Frage? Mitnichten! Es geht um ein Label, ein Energieeffizientlabel,
eine PKW - Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (PKW-EnVKV).
Alles klar?
Also: ein A+ ist besonders energieeffizient und umweltschonend mit "vergleichbar" geringen Verbrauchswerten, bei Waschmaschine und beim PKW?
Deutlicher: Bei den schweren SUV´s und Oberklassefahrzeugen werden die Fahrzeuge dieser Klasse miteinander verglichen und nach einem speziellen Gewichtsfaktor klassifiziert.
So kann zum Beispiel ein Sportwagen mit einem umweltfreundlichen Label ausgezeichnet werden, denn in seiner Klasse weist er mit ca 15,7 Litern einen geringen Verbrauch, mit 366 g/km einen geringen CO2 - Ausstoss auf. Im Verhältnis! Das Gewicht von 2,25 t macht da wohl ein A+ möglich.
Das verstehen Sie nicht? Ich auch nicht.
Umgekehrt kann diese Berechnung/Regelung dazu führen, daß ein leichter Klein - PKW bei einem Verbrauch von sagen wir mal fünf Litern und CO2 - Ausstoss bei ca. 100 g/km mit einer Effizienz von
C oder schlechter ausgestattet wird, das Gewicht machts wohl.
Dazu ist in der Pressemappe der Deutschen Umwelthilfe E.V. vom 28.6.2011 unter der Überschrift "Deutsche PKW - Energieverbrauchskennzeichnung verstößt gegen EU - Recht" zu lesen:
"..... legte die Bundesregierung in ihrem Entwurf ein Berechnungsmodell für die Einteilung von Neufahrzeugen in Energieeffizienzklassen zugrunde, das das Ziel der EU-Richtlinie, die Verbraucherinnen und Verbraucher zum Kauf von CO2-armen Fahrzeugen zu steuern, weit verfehlt. Fahrzeuge mit höherem Gewicht würden trotz höherem Verbrauch und in der Konsequenz höheren CO2-Emissionen bei der Ermittlung der Effizienzklassen massiv bessergestellt. Im Ergebnis komme es zu klaren Fehlanreizen, weil Autokunden zum Kauf schwerer und hochmotorisierter Pkw animiert würden, denen eine günstigere Energieeffizienz bescheinigt werde als leichteren Kleinwagen mit geringerem Kraftstoffverbrauch und entsprechend niedrigerem CO2-Ausstoß."

So, nun lassen Sie uns mal schauen, in welchem Land Europas die meisten "Schwergewichte" produziert werden: Und wo auch noch diese Super - Schwergewichte mit großem Hubraum als Politikerdienstwagen im Einsatz sind. Und wo es genügend Landesfürsten gibt, die wiederum ein großes Interesse an der Produktion dieser Fahrzeuge haben.
Und dann ist ja da auch noch die Mineralölsteuer - hohe Einnahmen bei Verbräuchen |< 15 Liter/100 km. War da nicht irgendwo in Europa eine Angela M., die ganz massiv für eine Reduzierung von Kohlendioxydemissionen eingetreten ist? Waren da nicht umweltpolitisch fortschritlich denkende Fahrradfahrpolitiker? Wo sind all die Leute hin, wo sind sie geblieben? Wie, einige davon sitzen gerade in ihren äußerst umweltschonend fahrenden Schlachtschiffen und lassen durch vorausfahrende noch umweltfreundlichere Ungetüme mit hoher Geschwindigkeit und Blaulichtschüsseln auf dem Dach die Fahrbahnen frei fegen? Sind bestimmt gerade auf dem Weg zu einem äußerst wichtigen Industrietreffen. Anwesend auch die Lobby, die Automobillobby. Die Lobby der Waschmaschinenproduzenten muß warten. Waschmaschinen werden kaum noch in Deutschland produziert!

Autor:

Lothar Dierkes aus Goch

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