Das mediale Trommelfeuer an Katastrophenmeldungen hat Konsequenzen
Unerträglich – denn täglich grüßt das Murmeltier

Heute schon die täglichen Skandal- und Katastrophenmeldungen aus allen Ecken der Welt und verdaut? Halbstündig bereits am Frühstückstisch werden wir täglich neu mit allen möglichen Themen konfrontiert, die einem eigentlich für den Rest des Tages Appetit und Laune verderben. Daneben brummt ständig das Handy zu den Updates in den abonnierten Nachrichtenkanälen und Foren.
Ständig informiert und bespielt zu sein, mit allen möglichen und unmöglichen Informationen und ihren Interpretationen, wird zur Last und Sucht gleichzeitig. Es ergießt sich wie ein nicht enden wollendes Trommelfeuer ständig neuer Informationsreize über uns.
Dazwischen gestreut „Breaking News“ und „Updates“ von irgendwelchen selbsternannten Pseudopromis, die sich womöglich direkt aus dem Dschungelcamp, über das dort fehlende intellektuelle Niveau beschweren.
Gesteuert wird dieser mediale Dauerbeschuss längst auch automatisch durch Algorithmen und Programme, welche u.a. die Intensität, Inhalt, Ansprache und Zielgruppenzuordnung des Dauerbeschusses bestimmen. Alles um unser Verhalten damit möglichst unbewusst in gewünschte Richtungen zu lenken und zu beeinflussen.
Mit der Jagd nach „Likes“ und „Followern“ verdienen „Influencer“ auf sozialen Plattformen viel Geld. Sie nehmen dabei den ständig präsenten Voyeurismus, der sie bei ihrem täglichen medialen „Striptease“ und dem damit verbundenen Verzicht auf Privatsphäre begleitet, in Kauf.
Naiv wäre anzunehmen, dass man das Rad dieser Entwicklung wieder zurückdrehen kann. Nichts ist so uninteressant und weit weg, wie die Schlagzeile mit einer katastrophalen Aussage von gestern. Das Rennen nach Quote , Auflage, „Likes“ und „Followern“ beginnt täglich neu.
Warum regt mich dies an, um es hier zu kommentieren?
Wenn das größte Verbrechen in der deutschen Geschichte, der Völkermord an den Juden und der angezettelte Weltkrieg ungeniert öffentlich als „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnet wird, wenn das Mahnmal dieses unbegreiflichen Verbrechens in der Hauptstadt als „Schandmal“ bezeichnet wird und damit bewusst nicht die Taten, an die dieses Mahnmal uns erinnern soll in den Fokus gerückt bleiben, dann sind die diesbezüglichen Schlagzeilen nur Momentaufnahmen, die leider viel zu oft unreflektiert verblassen.
Die Hemmschwelle solche unverantwortlichen Aussagen ungestraft, ja womöglich noch beifallheischend abzusondern, verfälscht und verharmlost unzulässig deutsche Geschichte. Dies ist Verrat an der mühsam etablierten und dringend notwendigen Erinnerungskultur mit den entsprechenden Lehren, die uns eigentlich alle gut zu Gesicht stehen würden.
Mediale Dauerbeschallung mit und durch solche und ähnliche populistischen Parolen erreicht nur, dass der Zuhörer/Konsument ermüdet. Die Folge, er lässt sich überwiegend nur noch unreflektiert beschallen, die Meldungen fliegen an ihm vorbei. Komplexe Dingen werden unzulässiger Weise simplifiziert, verkürzte Parolen und Schlagworte bestimmen die Sprache und den Diskurs. Nährboden für Populismus und Populisten entsteht, auf dem sich die Massen leichter lenken und zu beeinflussen lassen.
Nicht wundern darf dabei, wenn im Zuge dieses Teufelskreises ethisch moralische Werte und ihre Toleranzschwellen auf ein immer niedrigeres Niveau gedrückt werden.
Vielleicht einfach mal drüber nachdenken. Kommentieren und teilen möglich.

Autor:

Helmut Rother aus Goch

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