So endstand bei mir das "Wir-Gefühl" (BVB)

Dieses Ereignis war mein Grund BVB-Fan zu werden!!!

"Ein Wir-Gefühl, das bis heute anhält"
Jürgen Wegmann (r.) schoss das 3:1 im zweiten Spiel gegen Fortuna Köln Starke Nerven sind entscheidend, wenn man im Krimi Relegation bestehen will. Doch Borussia Dortmund benötigte zum Abschluss der Spielzeit 1985/86 noch etwas ganz anderes: Geduld. Und zwar unheimlich viel Geduld.

Denn zwischen dem letzten Spiel der Bundesliga-Saison und dem Ende der Relegation vergingen unglaubliche fünf Wochen. Zuerst musste der BVB mehr als zwei Wochen warten, ehe der Gegner in der Qualifikationsrunde für die Bundesliga überhaupt fest stand, da die Saison in der 2. Bundesliga erst am 11. Mai endete.

Sechs Tage später fiel in der Schlussminute das Tor, das den Dortmundern ein drittes und entscheidendes Relegationsspiel bescherte. Dieses musste jedoch vom 23. auf den 30. Mai verschoben werden, da der S.C. Fortuna Köln beim DFB gleich 13 Atteste von erkrankten Spielern vorlegte. Und es waren fünf Wochen, in denen beide Mannschaften voller Unsicherheit über die eigene Zukunft und ohne jede Planungsmöglichkeit durchs Leben schritten.

"Das war keine angenehme Situation", erinnert sich Reinhard Saftig im Gespräch mit bundesliga.de. "Man konnte ja nicht planen, da man ja nicht wusste, in welcher Liga man spielen würde. Wir hatten Zusagen von Spielern, die für die Bundesliga kommen sollten, die aber nicht für die 2. Bundesliga unterschrieben hatten. Auch die mussten entsprechend lange warten. Ein Spieler ist dann auch abgesprungen."

Saftig selbst saß erst zwei Spieltage vor dem Ende der regulären Saison erstmals als Cheftrainer auf der Bank des BVB. Nach fast zwei Jahren als Assistenztrainer und Coach der A-Jugend sollte er die Mannschaft eigentlich erst im Sommer hauptamtlich übernehmen. Doch die Vereinsführung trat auf die Notbremse und entließ Pal Csernai frühzeitig.

"Das ist natürlich ein Himmelfahrtskommando gewesen. Wobei wir in den letzten beiden Spielen noch drei Punkte (nach der Zwei-Punkte-Regel; Anm.d.Red.) geholt haben", so Saftig. Dennoch musste Dortmund als Tabellen-Sechzehnter der Bundesliga in die Relegation.

Nur zwei Tage nachdem der BVB endlich wusste, gegen wen er antreten musste, gab es das erste Aufeinandertreffen. Die Kölner Fortuna siegte vor heimischer Kulisse mit 2:0. Im Rückspiel lag Dortmund zur Halbzeit mit 0:1 zurück. Der Abstieg schien besiegelt.

"Wir mussten bis zum Ende zittern. Wir lagen also praktisch nach drei Vierteln mit 0:3 zurück", sagt Saftig. "Es war eine große Kraftanstrengung, das Spiel in der zweiten Halbzeit noch rumzubiegen. Und wenn man dann in der 90. Minute noch ein Tor macht, ist auch ein wenig Glück mit dabei."

Jürgen Wegmann erlöste die Dortmunder Fans und erzwang mit seinem Treffer zum 3:1 ein drittes Spiel. Es war das erste Mal, dass es ein Entscheidungsduell in der Relegation gab.

Die Dramatik nahm ihren Höhepunkt, als die Dortmunder erst kurz vor dem Spiel von der Absage erfuhren. Die Mannschaft hatte bereits ihr Hotel in Essen bezogen. Hier, auf neutralem Boden, sollte Spiel 3 stattfinden. Doch dann erfuhr der BVB von der Verlegung der Begegnung.

"Dann mussten wir wieder eine Woche warten. Das ging schon an die Nerven", betont Saftig. Eine Woche später konnte die Partie dann nachgeholt werden. Die 1:0-Halbzeitführung der Borussia versprach weitere 45 spannende Minuten.

Doch gegen geschwächte Kölner sorgten die Schwarz-Gelben schnell für klare Verhältnisse. "Nachdem wir dann das zweite und dritte Tor geschossen hatten, fielen die Kölner in sich zusammen", erklärt der damalige BVB-Coach. "Uns war es egal, ob wir 8:0 oder 1:0 gewonnen haben. Für die Stimmung war es natürlich besser. Und für die Nerven auch."

Mit dem 8:0 und dem Verbleib in der Bundesliga im Rücken erwischte Dortmund in der Saison 1986/87 einen Traumstart. Völlig überraschend entführte der BVB einen Punkt beim Gastspiel beim FC Bayern München. Fortan mischte Dortmund ganz vorne mit und qualifizierte sich unter Saftigs Führung nur eine Saison nach dem Beinahe-Abstieg für den UEFA-Pokal.

"Das war schon bemerkenswert. Aus der Relegation kommend Vierter zu werden, das war schon eine tolle Leistung", sagt Saftig stolz. Die Erklärung für den steilen Aufstieg fällt ihm leicht: "Die Relegation hat das Umfeld und die Mannschaft enorm stark zusammengeschweißt. Viele sagen auch, mit dem dritten Relegationsspiel ist ein neues Wir-Gefühl in Dortmund entstanden, das bis heute anhält."

Zitat von
Sebastian Stolz

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