Frauenberatungsstelle "Impuls" in Goch - Gewalt bleibt leider ein hochaktuelles Thema

Sie beraten hilfesuchende Frauen und Mädchen: Marion Claaßen, Maria Peeters und Hildegard Wolff von der Frauenberatungsstelle „Impuls“. Foto: Cora
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„Wir könnten uns locker verdoppeln oder verdreifachen“ stellt Maria Peeters von der Frauenberatungsstelle „Impuls“ mit Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres und die Vielzahl der Aufgaben fest.

Zusammen mit ihren Kolleginnen Marion Claaßen und Hildegard Wolff berät sie Frauen und junge Mädchen, die von Gewalt betroffen sind; sei es im häuslichen Bereich oder in sexualisierter Form.
2013 waren es 443 (2012: 425) und mit 62 Prozent ist die Gewaltproblematik leicht gestiegen. In absoluten Zahlen sind das 273 Frauen, die 2013 wegen häuslicher Gewalt Hilfe gesucht haben. „128 von ihnen wurden uns von der Polizei vermittelt“, erzählt Marion Claaßen. Wurde gegen den Täter auch eine so genannte Wegweisung ausgesprochen, darf er die gemeinsame Wohnung zehn Tage lang nicht betreten. In dieser Zeit ist es wichtig, dass die Frauen Hilfe und Beratung bekommen und sich über weitere Schritte klar werden können. In dieser Krisensituation greift dann das Angebot von „Impuls“.

Projekt "Anonyme Spurensicherung"

Gewalt hat in vielen Fällen auch eine sexuelle Komponente und das ist der zweite Schwerpunkt der Arbeit von „Impuls“. Im Zusammenhang mit Vergewaltigungen soll noch in diesem Jahr die „Anonyme Spurensicherung“ an den Start gehen. Für dieses Projekt hatten sich alle Runden Tische für ein gewaltfreies Zuhause des Kreises Kleve zusammengetan. Es ermöglicht den Opfern einer Vergewaltigung, sich medizinisch behandeln zu lassen, ohne sofort eine Anzeige erstatten zu müssen. Die Spuren werden dann zehn Jahre lang aufbewahrt. Das Opfer kann sich so Zeit für seine Entscheidung nehmen und sich eingehend beraten lassen.

"Klassiker" Essstörungen

Ein „Klassiker“ in der Beratung sind die Essstörungen. Die zweimal jährlich stattfindenden Gruppenangebote für Betroffene und für weibliche Angehörige - in der Regel Mütter - haben großen Zulauf. „Viele Betroffene mit Klinik-erfahrung wissen, dass eine Gruppe Rückhalt bietet“, berichtet Maria Peeters. In Sachen Prävention hat sie u. a. die Mädchenkonferenz des Kreises geschult. Das ist ein Fachgremium aller Einrichtungen, die mit Mädchen zu tun haben, dazu gehören z. B. Schulsozialarbeiterinnen, Lehrerinnen oder Jugendeinrichtungen. Denn sich gegen Leistungsstandards oder Schönheitsideale abzugrenzen ist nicht leicht.

Lange Wartezeit auf Therapieplätze

Der Druck nimmt zu, auch auf Männer, und psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Trotzdem müssen Betroffene oft jahrelang auf eine Therapie warten. In dieser Zeit ist die Beratungsstelle meist der einzige Anker. „Einzelne Gespräche können schon helfen“, so Maria Peeters, die davon ausgeht, dass das bestehende Gesundheitssystem die Zahl der Therapieplätze deckelt.Rar gesät seien auch Traumatherapeuten für Frauen.
Nach wie vor sind die Angebote von „Impuls“ eine freiwillige Leistung des Gesetzgebers und keine Pflichtleistung. Das Land NRW beteiligt sich an den Personalkosten und die Verträge mit den Kommunen müssen in diesem Jahr neu ausgehandelt werden.

Arbeit wird immer komplexer

Von Goch aus wird die Arbeit für die anderen Standorte in Kleve, Geldern und Emmerich koordiniert. Und die wird immer komplexer. Wer „Impuls“ dabei unterstützen möchte, der kann Raumpate werden und „1 Quadratmeter Mut“ schenken. Mehr Infos dazu und zur kreisweiten Arbeit der Frauenberatungsstelle gibt es hier: www.fb-impuls.de

Autor:

Corinna Denzer-Schmidt aus Sonsbeck

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