Uedemer Schachclub spielte Vereinsmeister im Netz aus
"Jupposov" hatte vorgesorgt

Ines Apelt spielt eigentlich für Bayern München. Dank des Internets konnte sie als Gast erstmals in Uedem „antreten“ und wurde überraschend Dritte. Foto: Uedemer Schachklub
  • Ines Apelt spielt eigentlich für Bayern München. Dank des Internets konnte sie als Gast erstmals in Uedem „antreten“ und wurde überraschend Dritte. Foto: Uedemer Schachklub
  • hochgeladen von Franz Geib

Im letzten Jahr wurde die Vereinsmeisterschaft des Uedemer Schachklubs noch traditionell „face to face“ im Vereinslokal, der Gaststätte Lettmann, ausgetragen. Allerdings fielen schon da die beiden letzten Runden dem Coronavirus zum Opfer. Eine Fortsetzung war nicht mehr möglich, also Abbruch des Turniers; Stefan Arts wurde zum vorzeitigen Sieger erklärt - ein unbefriedigendes Ergebnis. Diesmal hatte Spielleiter Josef "Jupposov" Schenk vorgesorgt ...

Uedem. Der IT-Experte im Verein hatte gleich alle sieben Runden der neuen Meisterschaft komplett ins Internet ausgelagert. Damit setzte er das Virus matt. Positiver Nebeneffekt: Entfernungen spielten nun keine Rolle mehr, das „Netz“ machte es möglich. Diese Gelegenheit packten viele weit weg wohnenden Mitglieder des Klubs beim Schopfe: So spielte der neue und alte Vereinsmeister des Uedemer Schachklubs, Stefan Arts, von Köln aus. Ivo Gräber und die einzige weibliche Teilnehmerin, Ines Apelt, übermittelten ihre Züge aus ihrem „Homeoffice“ in München, Peter Niemann aus Bochum, Arnd Rosskothen aus Bonn und Pavel Poddubskiy aus Krefeld. Lediglich Lars Günther hielt die Stellung in Uedem.
Insgesamt blieb das Feld mit zwölf Teilnehmern übersichtlich, denn offensichtlich wollte sich nicht jedes Mitglied mit diesem digitalen Modus anfreunden. Am Ende gab es ein „totes Rennen“: Stefan Arts, Ivo Gräber und Gastspielerin Ines Apelt sammelten jeweils fünf Punkte. Die Feinwertung gab schließlich den Ausschlag zugunsten von Stefan Arts, hauchdünn vor Ivo Gräber.

Ines überrascht

Sensationell der dritte Platz der einzigen Frau im Feld, Ines Apelt. Keiner hatte sie so richtig auf der Rechnung; besonders bitter für Peter Niemann und den späteren Sieger Stefan Arts, die dieser Fehleinschätzung zum Opfer fielen und ihre Partien gegen Ines Apelt verloren. Allerdings war da noch nicht hinlänglich bekannt, dass Ines Apelt schon zu früheren „DDR-Zeiten“ mit ihrem damaligen Verein Leipzig Erfolge gefeiert hatte. Mit diesem Turnier beendete sie ihre 16-jähriger Turnierabstinenz und bewies deutlich, dass sie nichts verlernt hat. Den vierten Platz belegte „Lokalmatador“ Lars Günther vor Peter Niemann und dem überraschend stark auftrumpfenden Neuling Daniel Stumpf. Dann erst folgte einer der Top-Favoriten, Arnd Roßkothen, der die „Maus“ nicht mit dem Erfolg bediente, den man von ihm erwartete.

Online konnte jeder mitmachen

"Toll war, dass online jeder mitmachen konnte. So bringt gerade Corona die über ganz Deutschland verteilt lebenden Freunde und Mitglieder des Vereins zusammen", so der Turniersieger Stefan Arts. Diesen Faden hat Spielleiter Josef Schenk schon längst aufgenommen: „Für die Zukunft plane ich die Meisterschaft als Hybrid-Turnier.“ Das heißt: Die „hiesigen“ Spieler treffen sich im Vereinslokal Lettmann wie gewohnt am Brett, die „Auswärtigen“ werden per PC zugeschaltet. Schöne neue Schachwelt.

Autor:

Franz Geib aus Goch

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