Der Pfalzdorfer Sylvesterlauf findet coronabedingt 2020 nur virtuell statt - Ist das schlimm, Theo Aymanns?
"Um die Hobbyläufer mache ich mir Sorgen"

Theo Aymanns gehörte seit Jahren zu den Zugpferden des Sylvesterlaufes in Pfalzdorf. In der Form wie es das Bild zeigt, wird die Veranstaltung in diesem Jahr nicht stattfinden.
  • Theo Aymanns gehörte seit Jahren zu den Zugpferden des Sylvesterlaufes in Pfalzdorf. In der Form wie es das Bild zeigt, wird die Veranstaltung in diesem Jahr nicht stattfinden.
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An das Jahr 2020 wurden Ende 2019 sicher viele Erwartungen geknüpft, und genauso viele hat es mittlerweile enttäuscht. In Pfalzdorf war der 32. Sylvesterlauf gerade wieder erfolgreich beendet, da ging der Blick schon ins neue Jahrzehnt mit der 33. Auflage des Traditionsevents. Doch Corona hat alles verändert und statt eines großen Sportevents mit tausenden Zuschauern und Läufern wird es in diesem Jahr einen virtuellen Lauf ohne alles geben. Jeder läuft für sich. Wie wird das werden, fragten wir Theo Aymanns, das bekannteste Gesicht des Sylvesterlaufs.

VON FRANZ GEIB

Pfalzdorf. Am 31. Dezember um Mitternacht wird in der Regel ein Böller nach dem anderen das alte Jahr verabschieden. Zu diesem Zeitpunkt ist dann der größte Kracher längst abgebrannt, denn um 13. 15 Uhr startet Jahr für Jahr mit dem Pfalzdorfer Silvesterlauf eigentlich das stärkste und bunteste Event im ganzen Ortsteil. Doch im Corona-Jahr 2020 ist diese Veranstaltung, wie so viele andere übrigens auch, zumindest in seiner ursprünglichen Form nicht zu machen.
Massenstarts bei den insgesamt vier Laufwettbewerben? In diesem Jahr nicht zu denken! Tausende Zuschauer entlang der Laufstrecke und im Start-/Zielbereich an der Grundschule? Keine Chance! Doch ganz ausfallen wird der Lauf nicht, stattdessen findet er virtuell statt (das Gocher Wochenblatt hatte bereits ausführlich berichtet): Zwischen dem 24. Dezember, 0 Uhr, und dem 31. Dezember, 12 Uhr, läuft jeder Teilnehmer (die Anmeldung unter www.sylvesterlauf.de ist kostenlos) eine frei wählbare 5-Kilometer-Strecke, und übermittelt die Zeit über den Link, der bei der Anmeldung versendet wurde, ans Orga-Team. Eine Siegerehrung gibt es nicht, Ergebnislisten und Urkunden mit Platz- und Zeitangabe dafür online. Stand heute haben sich rund 200 "Teilnehmer" für den 32½. Sylvesterlauf angemeldet und es dürfen gerne mehr werden. Zu denen, die sicher mitmachen, zählt natürlich auch das Zugpferd Theo Aymanns, oder wie viele sagen, der "schnellste Landwirt am Niederrhein".

Persönlicher Sylvesterlauf

"Natürlich werde auch ich meinen persönlichen Sylvesterlauf machen, nur wann und wo hängt davon ab, wie es zeitlich bei mir passt." Ein virtueller Wettbewerb sei zwar nichts, was Läufer wie Theo Aymanns als attraktiv empfinden, aber es gäbe auch keine anderen Möglichkeiten, die eigene Leistung im Vergleich zu anderen abzurufen. Ein "Teilnehmerfeld" von rund 3.000 Aktiven erwartet der Pfalzdorfer darum nicht: "Aber schätze, dass rund 500 Läufer zwischen dem 24. und 31. Dezember 'an den Start' gehen werden."
Wie das für Aktiven sein wird, ohne Publikum ihre Leistung abzurufen, bleibt abzuwarten, meint Theo Aymanns: "Um die Top-Läufer mache ich mir eigentlich wenig Kopfzerbrechen, denn sind auch im Training gut vernetzt, tauschen sich über die einschlägigen Portale ihre Laufzeiten aus. Die werden sich in der Zeit gegenseitig pushen, vielleicht auch im direkten Duell."

Neue Prioritäten

Sorgen macht sich der Pfalzdorfer eher um die Hobbyläufer, die meist erst durch den Sylvesterlauf motiviert werden, etwas für ihren Körper und ihre Fitness zu tun: "Da werden wohl nur wenige mitmachen und wenn wir Pech haben, gehen uns die anderen verloren, weil sie nach dieser Pause vielleicht künftig andere Prioritäten setzen." Darum sei es wichtig gewesen, den Lauf nicht alternativlos abzusagen, sondern zu versuchen, die Veranstaltung auf diese Weise in die Köpfe aller Beteiligten, ob Top- oder Hobbyläufer oder auch Zuschauer, zu bringen: "Denn der Sylvesterlauf in Pfalzdorf ist Kult, genauso wie der Köln Marathon. Das sind Jahres-Highlights, die nicht einfach verschwinden dürfen."

Autor:

Franz Geib aus Goch

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