Die Polizei warnt
Internetfalle mit vermeintlichen Minijobs für Tester

Auch beim Job Scamming geht es letztlich um Identitätsdiebstahl.
  • Auch beim Job Scamming geht es letztlich um Identitätsdiebstahl.
  • Foto: LKA /Jan Ponta
  • hochgeladen von Andrea Rosenthal

HAGEN. Über diverse Anzeigenportale werden in letzter Zeit, auch in Hagen, immer öfter Annoncen geschaltet, die nach jungen, volljährigen Menschen suchen. Diese sollen zunächst eine Handy-App testen. Anschließend zahlen die Täter tatsächlich einen kleinen Geldbetrag, meist um die 30 Euro. Danach versuchen die Gauner ihr Opfer zu umgarnen und bieten diesem an, erneut als Tester zu fungieren. Hier beginnt die eigentliche Betrugsmasche.

Die Opfer werden unter mannigfaltigen Vorwänden zu mindestens einer Bank geschickt. Dort sollen sie ein Konto mit ihrem Personalausweis (deswegen ist die Volljährigkeit wichtig) eröffnen bzw. dies online durchführen. Als Kontaktdaten werden allerdings die Telefonnummern und Email-Adressen der Täter hinterlegt, während das Konto ansonsten auf das Opfer ausgestellt ist. Das Opfer hat später jedoch keinen Zugriff mehr und reicht die Kontodaten an die Gauner weiter.

Hier beginnt der letzte Teil des ausgetüftelten Betruges. Die Täter bieten hochwertige Ware zu einem günstigen Verkehrswert an, üblicherweise aber stets mehrere hundert oder gar tausend Euro (Klaviere, Fitnessgeräte oder ähnliches). Kauft ein drittes Opfer das vermeintlich gute Angebot und überweist das Geld auf das zuvor eröffnete Konto, ist der Betrag verloren. Dieser wird nämlich sofort über andere Konten ins Ausland weitergeleitet.

Erst Wochen oder Monate später wird das erste Opfer über den Betrug informiert, wenn es Post, beispielsweise vom Amtsgericht mit dem Hinweis erhält, dass das Konto gepfändet wurde. Nicht selten werden auf diese Art und Weise in einer Tatbegehung mehrere Konten bei unterschiedlichen Banken eröffnet. Es bleibt viel Ärger für die eigentlichen gutgläubigen App-Tester.

Die Polizei warnt zum einen davor, sich zum einen zu schnell vor vermeintlich hervorragenden Angeboten im Internet täuschen zu lassen. Zum anderen ist höchste Vorsicht geboten, wenn angebliche Tester dazu aufgefordert werden, Konten zu eröffnen, andere Kontaktdaten zu hinterlegen und diese Daten an die Auftraggeber weiterzuleiten. 

Die Polizei rät, in einem oben beschriebenen Fall Strafanzeige zu erstatten.
Mehr Informationen zum Thema "Job-Scamming" finden Sie hier.

Autor:

Andrea Rosenthal aus Mülheim an der Ruhr

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