Neuer Flyer gibt Überblick über moderne Architektur
NRW feiert 100 Jahre Bauhaus

Walter Gropius ist am Bau der Villa Cuno in Hagen beteiligt, er wirkt auch an den Plänen für die Gartenstadt Hohenhagen mit.
  • Walter Gropius ist am Bau der Villa Cuno in Hagen beteiligt, er wirkt auch an den Plänen für die Gartenstadt Hohenhagen mit.
  • Foto: Stephan Faber
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Am 1. April 1919 ist das Staatliche Bauhaus gegründet worden. NRW feiert das Gründungsjubiläum mit dem Verbundprojekt „100 Jahre Bauhaus im Westen“ – denn verschiedene Persönlichkeiten sorgten dafür, dass Ansätze und Ideen aus dem Rheinland und Westfalen ihren Weg in die Bauhauszentren Weimar, Dessau und Berlin fanden. Mit rund 40 Ausstellungen, einem Tanzfestival sowie vielen weiteren Veranstaltungen beteiligen sich NRW und insbesondere die Bauhaus-Hotspots Hagen, Essen und Krefeld am deutschlandweiten Jubiläum.

Ein jetzt erschienenes Faltblatt und eine neue Internetseite geben einen Überblick über die Architektur der Moderne sowie passende Ausstellungen und Führungen im Land. Zum Festprogramm gehören unter anderem allein vier Ausstellungen des HeinrichNeuyBauhausMuseum in Steinfurt-Borghorst, das Arbeiten von Heinrich Neuy und anderen Bauhausschülern und -lehrern zeigt. Der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte hat eigens zum Jubiläum eine begehbare Skulptur für Krefeld entworfen, in der ab April 2019 die über 40-jährige Zusammenarbeit von Textilindustrie und Bauhaus dokumentiert wird. Allein drei von Ludwig Mies van der Rohe entworfene Gebäude zeugen dort noch heute von der engen Verbindung: Die Wohnhäuser der Seidenfabrikanten Lange und Esters sowie ein Produktions- und Verwaltungsbau für die Seidenindustrie werden im Jubiläumsjahr zum Kern des Projekts „map 2019“.
In den Museen der Landschaftsverbände steht neues Design in ganz unterschiedlichen Sparten im Fokus: Das LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen zum Beispiel stellt vom 10. Februar bis 25. August 2019 Leuchten der Moderne vor. Das LVR-Industriemuseum Oberhausen zeigt im Peter-Behrens-Bau ab Mai eine Schau zum aufkommenden Industriedesign und die Industriemuseen in Euskirchen und Bocholt greifen den Mythos „Neue Frau“ in einer Doppelausstellung zur Mode zwischen Kaiserreich, Weltkrieg und Republik auf.
Auch unabhängig von aktuellen Ausstellungen finden sich in NRW sehenswerte Reiseziele rund um das Thema, vielerorts gibt es Gebäude mit Bezug zur Architektur der Moderne. Das Landhaus Ilse in Burbach etwa ist baugleich mit dem Haus am Horn in Weimar, das anlässlich der ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 nach Plänen von Georg Muche errichtet wurde. In Düsseldorf führt ein Architektur-Spaziergang zu Werken berühmter Baumeister wie Karl Friedrich Schinkel, Helmut Hentrich oder Daniel Libeskind. In Essen nimmt die Route „Architektur der Moderne“ die besondere Verbindung von Folkwang und Bauhaus in den Fokus und in Hagen zeugen Gebäude im ganzen Stadtgebiet davon, das hier einst ein Zentrum für die künstlerische Reformbewegung zu finden war.

Bauhaus-Idee kommen aus Hagen

Die geistigen Wurzeln des Bauhauses liegen in Hagen. Der Kunstpionier Karl Ernst Osthaus macht die Stadt nach der Jahrhundertwende zum Kreuzungspunkt für die Wege der Avantgardisten des 20. Jahrhunderts. Die weltweit wichtigsten Künstler dieser Zeit suchen in Hagen Impulse. Allen voran die Väter des Bauhauses, Henry van de Velde und Walter Gropius.
Die Beziehung Henry van de Veldes zu Hagen ist bekannt. Der belgische Architekt entwirft unter anderem den Hohenhof als Gesamtkunstwerk. Er gründet 1907 im Auftrag des Großherzogs die Kunstgewerbeschule Weimar.
Das Institut wird 1919 mit der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar vereinigt. So entsteht das Bauhaus.
Als van de Veldes Nachfolger bringt Osthaus Gropius ins Spiel.
Osthaus und Gropius lernen sich in Spanien kennen; sie bauen ein enges Verhältnis auf. Gropius ist am Bau der Villa Cuno in Hagen beteiligt und wirkt an den Plänen für die Gartenstadt Hohenhagen mit.
Als Vorläufer des Bauhauses ruft Osthaus in Hagen das Handfertigkeitsseminar ins Leben, ein Weiterbildungsinstitut für Handwerker. Im Hohenhof kann man diese Spuren heute erkunden.

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