Baustellen sind Standpunktsache

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"Mittendrin" und "Baustelle" machen zusammen keinen Spaß

Wer ab und zu oder sogar täglich auf der A45 über die Lennetalbrücke bzw. deren Neubau fährt, muss Geduld haben.

Es ist kaum zu merken, dass man über einen Neubau fährt. Die Fahrbahnqualität merkt man noch nicht, weil es nur langsam voran geht. Und viel von der Umgebung bzw. von der alten Brücke und ihrem Abriss ist auch nicht zu sehen.
Zum einen muss wer fährt aufpassen, niemandem hinten aufzufahren. Und zum anderen befindet sich der interessante Teil eindeutig unterhalb der Fahrbahn.

Wenn man sich etwas auskennt oder Zeit zum Suchen hat, findet man ohne weiteres gute Aussichtspunkte unterhalb der Brücke und kann sich die Arbeiten ansehen.
Und haben wir als Kinder nicht auch schon gerne Baustellen angeguckt. Es gab soviel zu sehen, dass unseren Eltern manchmal der Geduldsfaden riss.
Warum? Weil Erwachsene immer irgendwo hin müssen, irgendwas tun müssen und irgendwie schon alles gesehen haben.

Nun. Hier gibt es Dinge zu sehen, die auch für Erwachsene nicht alltäglich sind. Die Zeit lohnt sich.
Auf dieser Baustelle ist alles etwas größer.
In den Baggerlöffeln kann man stehen.
Die kleineren Meißel wiegen 3 Tonnen.
"Abrisszange" und "Schere" sind Synonyme für "Schiere Gewalt".

Der Ausleger des größten Bagger auf der Baustelle reicht bis an die tragenden Rippen der ehemaligen Fahrbahnen - immerhin zwischen 20m und 30m über dem Gelände. Oder wahlweise: einmal quer über die Lenne.

Das Geräusch, das der Meißel macht, ist schon beeindruckend.
Erstaunlich ist auch, wenn eine Abbruchzange dicken Beton ohne großen Aufwand zertrümmert und das Reiben von Stahl auf Beton merkwürdig an ein Knurren erinnert.
Ich für meinen Teil bestaune aber am meisten das Geräusch, wenn die "Schere" die letzten Eisen im Beton durchtrennt und eine der tragenden Rippen erst geräuschlos abstürzt und dann mit einem Krachen aufschlägt.
Dazu übrigens hier eine Reihenaufnahme: Abstürzender Träger

Wenn man etwas Zeit mitbringt, kann man viel interessantes sehen. Kann man immer noch staunen wie früher.
Und: Die interessanten Seiten des Staus kennenlernen.

Aber nicht vergessen:
Baustellen sind keine Spielplätze. Nix anfassen. Nur gucken. Nicht über Zäune steigen. Nicht zu nah rangehen. Nicht im weg herum stehen oder falsch parken.

Autor:

Kay Wahdan aus Castrop-Rauxel

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