Fertigstellung erst 2020
Lennetalbrücke: Ein gigantisches Stahlpuzzle

Am gestrigen Dienstag wurden die ersten Stahlsegmente - Bauteile mit bis zu 100 Tonnen - rangekarrt und in das Tragegerüst gehoben.
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  • Am gestrigen Dienstag wurden die ersten Stahlsegmente - Bauteile mit bis zu 100 Tonnen - rangekarrt und in das Tragegerüst gehoben.
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Die Erneuerung der Sauerlandlinie (A45) ist ein Mammutprojekt und der Neubau der Lennetalbrücke ist dabei ein sehr schwieriger und vor allem langwieriger Baustein. Fast 1000 Meter Tal müssen überbrückt werden. Unter der Brücke die Lenne, eine Bahnstrecke, das Werksgelände einer Firma, eine Landes- und eine Kreisstraße. Nun geht das Projekt in eine entscheidende Bauphase.

Der Neubau der Lennetalbrücke wurde bislang von der Bevölkerung nur sporadisch wahrgenommen, denn Ziel von Straßen.NRW war es von Anfang an, den Verkehr während der Baumaßnahmen weiter fließen zu lassen. Das war aber nur bis zu einem gewissen Punkt möglich: Seit Beginn des Jahres ist die Dolomitstraße gesperrt, weil es die komplizierten Arbeiten über der Lenne so verlangen. Und das wird auch noch für mindestens acht Monate so sein.
"Wir waren mit unseren Prognosen zu optimistisch", sagt Projektleiter Michael Neumann, "die Brücke wird erst Mitte bis Ende 2020 fertig." Wer sich das Mammutprojekt einmal aus der Nähe anschaut, kann nachvollziehen, dass auch scheinbar kleine Probleme zu enormen Zeitverzögerungen mutieren können. "Wir haben morgens Minusgrade und wenige Stunden später 20 Grad plus, da ist die Arbeit mit dem Stahl schon ein wenig heikel", erklärt Neumann nur eins von vielen Problemen, mit denen die Ingenieure täglich konfrontiert werden.
Der Verkehr auf der A45 läuft bereits seit Frühjahr 2017 auf der neuen Autobahnbrücke. Diese neue Brücke nimmt im Endzustand den Verkehr in Richtung Frankfurt auf. Für den Verkehr Richtung Dortmund wird seit Monaten eine weitere Brücke errichtet, die direkt in der richtigen Lage gebaut werden kann. Bislang wurden die Überbauten der Lennetalbrücke an beiden Enden der Brücke montiert und im Taktschiebeverfahren von beiden Widerlagern aus in die geplante Endlage geschoben. Der unter der Brücke verlaufende Verkehr wurde dabei nicht gestört. Im Bereich der Lenne muss der Überbau nun aufgrund der großen Stützweite (etwa 120 Meter) aus statischen Gründen besonders gewölbt ausgebildet werden. Das Taktschiebeverfahren kann daher für diesen Bereich nicht angewendet werden. Die Stahlträger müssen auf einem Traggerüst in rund 25 Meter Höhe eingebaut werden. Am gestrigen Dienstag wurden die ersten Stahlsegmente - Bauteile mit bis zu 100 Tonnen - auf das in den vergangenen Wochen erstellte Traggerüst gehoben. "Hier werden die Teile verschweißt, was einige Monate dauern kann", weiß der Projektleiter.  Mit Hilfe je eines 400- und eines 450-Tonnen-Krans wurden die Hebe,- Montage- und Stahlbauarbeiten mit bis zu 100 Tonnen schweren Bauteilen gestartet.
Während die neue Brücke vom Norden her schon die Lenne erreicht hat, wird nun der Bau aus dem Süden forciert. Gegen Ende des Jahres ist dann der Überbau fertig gestellt und es kann mit dem Aufbau der Fahrbahn begonnen werden.
Zum Abschluss verschieben die Baufirmen dann die zuerst errichtete Brücke um etwa 20 Meter in die endgültige Position

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